Essentials: Das gefährlichste Symptom von Burnout, das fast jeder ignoriert

Shownotes

In dieser Solo-Folge geht Axel einer Frage auf den Grund, die wohl viele von uns im Alltag betrifft:

Fühlst du dich dauerhaft ausgelaugt und hast das Gefühl, dass selbst ein langes Wochenende oder viel Schlaf deine Batterien nicht mehr auflädt? Funktionierst du nach außen hin stur weiter, während du innerlich immer tauber, reizbarer oder gar zynischer wirst? Überspringst du deine eigenen Grenzen und Pausen, weil du glaubst, unentbehrlich zu sein, bis selbst kleinste Alltagsaufgaben zur unüberwindbaren Hürde werden?

Axel teilt in dieser Folge seine ganz persönliche Erfahrung mit einem elfmonatigen Burnout. Er nimmt dich mit an den Punkt in seinem Leben, an dem ein extremes Ungleichgewicht im Beruf, die Anforderungen eines turbulenten Familiensystems und das Aufrechterhalten der „starken Fassade“ ihn an seine absoluten Grenzen brachten. Er beschreibt schonungslos ehrlich, wie er sich über Sarkasmus und emotionale Kälte zu schützen versuchte, bis schließlich ein vermeintlich banaler Moment bei der Steuererklärung das Fass zum Überlaufen brachte und ein emotionaler Zusammenbruch die Notbremse erzwang.

In dieser Essentials-Folge erfährst du, wie du frühe Warnsignale von Burnout erkennst, warum bloßes Funktionieren gefährlich ist und wie der Weg zurück zu dir selbst aussehen kann.

Du lernst:

  • Worin der feine Unterschied liegt und warum Schlafen bei einem echten Burnout nicht mehr ausreicht.
  • Wie Zynismus, Sarkasmus und emotionales Erkalten als unbewusste Schutzmechanismen entstehen.
  • Was passiert, wenn die starke Fassade bricht und kleine Alltagsaufgaben plötzlich unmöglich werden.
  • Wie klare Tagesstrukturen, Natur und bewusste Auszeiten die Heilung unterstützen.
  • Warum du dich nicht einfach fürs alte System „reparieren“ lassen solltest, sondern dein Leben grundlegend hinterfragen darfst.

Kapitel 00:00 Intro: Erschöpfung und Burnout aus eigener Erfahrung 00:33 Erschöpfung vs. Burnout: Wo liegt der Unterschied? 01:34 Berufliche Überlastung: Wenn Geben und Nehmen nicht mehr stimmen 03:15 Patchwork-Alltag & der Glaube an die eigene Unentbehrlichkeit 05:03 Schutzmechanismen: Sarkasmus, Zynismus und emotionale Kälte 07:01 Taubheitsgefühl, Schlafstörungen & die aufrechterhaltene Fassade 08:19 Der Auslöser: Zusammenbruch am Küchentisch bei der Steuererklärung 09:38 Diagnose & Eingeständnis: Endlich Hilfe annehmen 11:01 Tagesstruktur, Natur & Auszeit im Allgäu als Heilungsweg 12:36 Was dich trägt: Die innere Hoffnung in tiefen Krisen 14:31 Fragen ans Leben: Muster durchbrechen & Neuausrichtung 15:45 Die zwei Wege von Burnout-Klienten: Funktionieren vs. Verändern 16:46 Outro: Warnsignale ernst nehmen & frühzeitig handeln

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Viel Spaß beim Hören! Timo

Transkript anzeigen

00:00:00: Schonungslos und ehrlich, heute geht es darum.

00:00:03: Ich möchte über Erschöpfung und Burnout sprechen aus der eigenen Erfahrung.

00:00:12: ich habe selber einen längeren Burn-Out gehabt so über glaube elf Monate ungefähr zwanzig Jahre her und ich hab viel mit Burn out Klienten auch gearbeitet.

00:00:33: was ist eigentlich der der Unterschied zwischen einer Erschöffung und einem Burn Out?

00:00:42: Erschöpfung ist aus meiner Sicht sozusagen das Ergebnis einer Leistung, die wir erbracht haben und fühlt sich ausgepowert.

00:00:51: Fühlt sich erschöpft.

00:00:55: Und es gibt so diesen Unterschied zwischen diesem Gefühl von einer erschöpfenden Lehre oder einer erschöffenden Fülle.

00:01:07: Das sind erstmal zwei wesentliche Unterschiede.

00:01:12: kann repariert werden, einfach durch Erholungsphasen und Schlaf.

00:01:16: Beim Burnout im fortgeschrittenen Stadium nützt es nicht mehr so viel ein Wochenende länger zu schlafen oder drei Tage in den kurzen Urlaub zu fahren.

00:01:29: Das hilft nicht um mit dem Burn-Out umgehen zu lernen.

00:01:34: Vielleicht erzähle ich einfach ein bisschen von mir wie ich das erlebt habe.

00:01:43: Ich war... Mitte vierzig.

00:01:47: Und ich war damals in einem größeren Projekt und habe mit Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen gearbeitet, und es war sehr anspruchsvoll die Arbeit mit diesen Leuten.

00:02:04: Ich hab so gemerkt dass das was sich in diese Arbeit investiert hat Das war nicht in einem guten Ausgleich, sondern die Arbeit hat mich mehr erschöpft als sie mich erfüllt hat.

00:02:30: Ungleichzeitig war sie vergleichsweise schlecht bezahlt also auch der monetäre Gegenwert stand nicht in immer angemessenen Verhältnissen zu der Leistung.

00:02:41: das ist etwas was viele Menschen gerade aus sozialen Berufen kennen dass sie eine Leistung erbringen, die ihre ganze Aufmerksamkeit Konzentration und auch Hingabe erfordert.

00:02:58: Und gleichzeitig wird sie vergleichsweise schlecht bezahlt.

00:03:02: Das heißt der Ausgleich zwischen dem was ich getan habe und dem was sich bekommen habe hat nicht wirklich gestimmt.

00:03:15: Gleichzeitig war ich damals in einer Beziehung Patchwork System vier Kinder in der Pubertät, Schwiegereltern auf dem Nachbargrundstück gelebt.

00:03:30: Das heißt wenn ich von der Arbeit kam ging die Herausforderung im Familiensystem weiter und ich hatte nicht mehr das Gefühl wirklich Pausen zu haben.

00:03:46: und gleichzeitig aber auch so.

00:03:48: dieses Gefühl ja aber Ich bin unentbehrlich.

00:03:51: also es braucht mich einfach ich kann mich da nicht rausziehen Ich muss da sein.

00:03:57: Und dann habe ich so meine Pausen, meine Regenerationszeiten... ...hab' ich einfach übersprungen!

00:04:07: Ich hab schon gemerkt wie ich reizbarer wurde und gleichzeitig konnte ich das nochmal noch kompensieren.

00:04:16: Was aber wiederum sozusagen wenn ich mal sauer- und ärgerlich wurde?

00:04:21: Und ich habe das so weggeatmet.

00:04:26: Das hat mich aber zusätzlich Energie gekostet zu beherrschen und so zu tun was das alles noch in Ordnung ist und dass ich es im Griff habe.

00:04:39: Und ich hab meine eigenen Bedürfnisse, die ich so hatte nach Bewegung, nach alleine sein, einfach mal nichts tun... Ich hab das einfach hinten angestellt zugunsten von Familie und Arbeit.

00:05:03: Und das war so in dieser ersten Phase, die zweite Phase, was ich erlebt habe.

00:05:16: Ich kam wie in eine Art Sarkasmus und Zynismus, dass ich gemerkt habe gerade meine Arbeit für die Bundesanstalt für Arbeit mit den Langzeitarbeitslosen.

00:05:40: Das hat ja sowieso keinen Zweck, wenn ich diese Bürokratie sehe.

00:05:48: Ich habe mir einfach ein Schutzmechanismus aufgebaut und bei mir bestand der Schutzmechaenismus darin in so einem Sarkasmus- und Zynismus.

00:06:00: Es macht eigentlich keinen Sinn in der Art und Weise wie wir es tun aber ich mache trotzdem weiter.

00:06:10: Als ich dann zur Arbeit gegangen bin, da ich mich schon erschöpft gefühlt habe bevor ich überhaupt begonnen habe.

00:06:18: Meine Konzentration hat nachgelassen und ich war so.

00:06:29: meine Gefühlsfähigkeit hat sich auch verringert.

00:06:37: Meine Empathie gegenüber mit den Leuten, mit denen ich gearbeitet hab wurde einfach weniger weil mir die Menge der Einzelschicksale ... wohnen mir einfach zu viel und ich habe mich, ... ... ich hab' mich sozusagen emotional abgeschottet.

00:06:52: Und bin, bin emotional erkaltet in dieser... ... und in dieser letzten Phase ... ... habe ich denn gemerkt auch wenn ich schlafe selbst,... ... wenn ich mal acht Stunden geschlafen habe, ... ..."Ich wach nicht mehr erholt auf".

00:07:14: Ich hatte tatsächlich, ... "...ich hatte

00:07:16: Schlafstörungen.".

00:07:21: Und ich habe zu so einen an so einem Gefühl von Sinnlosigkeit bekommen und habe gemerkt, eigentlich möchte ich mich von allem zurückziehen.

00:07:35: Meine Partnerin ist mir zu viel die Kinder sind mir zuviel Die Arbeit ist mehr zuvier.

00:07:40: Also es war wirklich so.

00:07:42: Ich will meine Ruhe haben Und als sich das realisiert habe dass ich soweit bin dann da hab ich immer noch versucht zu funktionieren.

00:07:55: Und bei mir ist es tatsächlich so, dass ich versuch... ...so zu tun als ob ich's noch leisten kann.

00:08:06: Also ich versuche so dieser Starke zu sein.

00:08:08: Ich versuch den Anschein zu erwecken das ich sie noch unter Kontrolle habe und nach außen sieht es auch noch so aus aber nach innen war das überhaupt nicht mehr so.

00:08:20: Dann gab´s eine Situation bei mir.

00:08:24: Wir mussten die Steuererklärung machen Zuhause Und meine Frau sagt zu mir, kleb mal bitte die Parkzettel in datumsmäßige Reihenfolge auf den Zettel.

00:08:40: Ich habe diese ganzen Belege und merke auf einmal ich kann das nicht datumsmäßig in dieser Reihenfolge auf die Zetteln kleben.

00:08:51: Ich hab es einfach nicht gebacken gekriegt!

00:08:55: Dann fing ich erst an so zu lachen... ...und meine Frau fragt mich so wieso lasten du so?

00:09:03: Und dann habe ich zu mir gesagt, na eigentlich lache ich um nicht mehr zu weinen.

00:09:07: Sie so wieso was ist denn los?

00:09:09: Dann hab' ich sie jetzt gesagt Ich krieg das nicht hin!

00:09:14: Ich kriegt es nicht in diese datumsmäßigen Reihenfolge auf den Zettel geklebt.

00:09:18: und dann liefen mir die Tränen runter... ...und da bin ich einen Heufflasch bekommen und bin wirklich zusammen gebrochen.

00:09:29: und da habe ich realisiert Und es muss da anscheinend erst soweit kommen, da ich redezeite Hilfebraucher.

00:09:38: Ich bin in so einer Spezialistin gegangen... ...einer Ärztin die viel Erfahrung mit Burnout hatte und habe mich diagnostizieren lassen.

00:09:49: Und Burnout ist ja sozusagen keine Kategorie.

00:09:59: nach diesem Krankheits-ICD-Zähnen heißt das glaube ich.

00:10:04: Sondern Bei mir wurde dann eine mittlere, episodische Depression diagnostiziert.

00:10:18: Und ich habe dann... Da hab' ich wirklich gemerkt, dass ich tatsächlich Pause brauche.

00:10:27: Also das was ich erlebt habe war sozusagen diese vierte Stufe.

00:10:33: Ich war einfach arbeitsunfähig und ich war denn tatsächlich über sechs Monate war ich krankgeschrieben und mein... Und ich muss mich auch von meiner Familie zurückziehen, um einfach wieder zu mir zu kommen.

00:11:01: Und es war so ein tiefes Gefühl von innerer Lehre.

00:11:05: Ich hatte in einem Moment meinen Leben macht überhaupt keinen Sinn mehr.

00:11:16: und dieser Zustand von dieser völligen inneren Lehre und Sinnlosigkeit Das hielt wirklich über Wochen an.

00:11:28: Und was meine Ärzten damals so mit mir gecheckt hat, war einfach bin ich noch fähig mein Tagesablauf zu strukturieren und das konnte ich zum Glück noch aber ich konnte es eben nur für mich selber und ich habe den solchen strukturierten Tagesablauf gehabt dass ich morgens irgendwann zwischen sieben und acht aufgewacht bin Wasser Kaffee getrunken hab Und dann bin ich jeden Tag rausgegangen und zwischen einem bis zweieinhalb Stunden spazieren gegangen, mich einfach im Wald bewegt.

00:12:06: Ich kann mich noch gut erinnern dieses Mich bewegen im Wald.

00:12:09: also mein Körper ist da gegangen und die hatte dem Eindruck einer völligen Unverbundenheit.

00:12:21: und wenn ich mich so zurückerinnere was hat Was hat mich so in diesen Stunden oder Wochen dieser tiefsten Sinnlosigkeit, was hat mich denn da überhaupt getragen und dadurch gebracht?

00:12:39: Ich hatte immer... Da gab es sowas wie eine innere Hoffnung oder ein ganz tiefes Inneres Wissen.

00:12:46: Und das war gar nicht so bewusst als Gedanke, sondern ein tiefes Wissenswissen, dass es vorübergehend ist.

00:13:01: Ich muss nur weiter gehen, ich muss nur wieder laufen.

00:13:04: Das habe ich tatsächlich über Wochen gemacht und dann wurde es auch allmählich besser.

00:13:11: In meinem Fall hatte die Ärzte sogar gesagt sie brauchen keine Medikamente zu nehmen so lange wie sie noch ihren Alltag strukturieren können.

00:13:22: Also Wäsche waschen, mir etwas zu essen machen Geschirr, wegräumen und abspielen.

00:13:32: Und das konnte ich noch!

00:13:35: Das Einzige was Sie brauchen ist Zeit.

00:13:38: Zeit um sich zu regenerieren.

00:13:42: Diese Zeit von einem halben Jahr habe ich mir auch genommen.

00:13:46: Ich durfte dann auch zeitweise zu meiner Schwester die mal Algor gewohnt hat... ...und bin dann jeden Tag da auf die Berge gestiegen.

00:14:00: viel in der Natur unterwegs.

00:14:02: Und das war sozusagen mein Weg aus diesem Burnout herauszukommen, war für mich alleine zu sein... ...mich in der natur zu bewegen und mich in dieser Zeit zu fragen was will ich in meinem Leben ändern?

00:14:21: Also was will Ich arbeiten?

00:14:24: womit will ich mein Geld verdienen?

00:14:30: Was was für ein Partner will ich für meine Frau sein, was für einen Vater möchte ich für meine Kinder sein?

00:14:39: und das alles auf den Prüftern zu stellen.

00:14:42: In dem Sinne so, was habe ich früher gemacht?

00:14:49: Und was waren die Muster, die mich in diese Erschöpfung hineingebracht haben?

00:14:54: Was will ich daran

00:14:55: ändern?".

00:14:56: Das hat einfach Zeit gebraucht!

00:15:00: Ich hatte wirklich eine sehr verständnisvolle und erfahrene Ärzten, die mich regelmäßig abgeklärt hat ob ich die Zeit nutze und was die Ergebnisse sind.

00:15:17: Und ob ich diese Schritte auch in die Tat umsetze.

00:15:22: Das habe ich mit ihrer Hilfe tatsächlich so schrittweise gemacht.

00:15:26: Dann kam ich aus dieser Erschöpfungsphase wieder heraus.

00:15:31: Ich habe meine Arbeit abgegeben habe mir einen neuen Kundenkreis erschlossen und das Interessante war, als ich es wieder so ein Jahrmaßen auf dem Damm war.

00:15:51: Und dann hatte ich bestimmt über einen Zeitraum von einem bis zwei Jahren tatsächlich viele Burnout-Klienten.

00:16:00: Das Gute war wenn die mir erzählt haben von ihren Symptomen und diesen verschiedenen Phasen.

00:16:08: Ich wusste halt sofort, worüber die sprechen.

00:16:12: Die mussten mir jetzt nichts erklären und dann habe ich sie durch diese Zeiten hindurch begleitet und da gab es so zwei Gruppen, die eine Gruppe war.

00:16:25: Mach mich wieder fit damit ich in das alte System zurück kann und dass sich wieder funktional werde.

00:16:34: Und die anderen haben gesagt was kann und will ich ändern?

00:16:40: damit mir das nicht wieder passiert.

00:16:44: Und die Arbeit hat mir dann viel Freude gemacht, also falls ja einer oder andere von euch auch davon betroffen ist oder merkt, da ist so eine beginnende Burnout zu dieser Sinnentlehrung diese Erschöpfung, die ich dir schlafen nicht mehr kompensieren kann sozusagen achtet auf die frühen Symptome und holt euch Hilfe!

00:17:09: Das ist, wenn ihr Verständnisvolle Partnerin oder Partner habt, redet darüber und macht es nicht wie ich.

00:17:15: Also tut so als ob ihr funktioniert bis ihr zusammenbrecht kann ich aus meiner eigenen Erfahrung empfehlen frühzeitig Hilfe holen verkürzt und kann die Burn-out Phase sehr verkürzen.

00:17:30: Danke für eure Zuhärme!

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