Krieg der inneren Kinder: Warum uns vertrauter Schmerz magisch anzieht
Shownotes
Wir wiederholen in unserer Liebe oft genau das, was wir eigentlich hinter uns lassen wollten. Erst wenn wir das unsichtbare Erbe unserer Ahnen verstehen, können wir unsere heutigen Beziehungen wirklich frei, empathisch und auf Augenhöhe gestalten
In dieser Folge beleuchten wir die unsichtbaren Fäden, die unsere Ahnen in unseren heutigen Beziehungen ziehen. Wir sprechen radikal offen darüber, wie unbewusste Loyalitäten, vererbte Ängste und die Partnerschaftsmuster unserer Eltern unser eigenes Liebesleben sabotieren und wie wir diesen Kreislauf endlich durchbrechen.
Diese Folge ist für dich, wenn du in deinen Beziehungen immer wieder an dieselben emotionalen Grenzen stößt, unbewusst in alte Verhaltensrollen verfällst oder spürst, dass deine Konflikte eigentlich eine viel ältere Familiengeschichte widerspiegeln.
In dieser Folge erfährst du:
Warum wir oft genau die patriarchalischen oder destruktiven Verhaltensweisen unserer Eltern in der Partnerschaft reinszenieren, die wir eigentlich ablehnen.
Wie der unbewusste Satz „Nimm Rücksicht aufs Familiensystem“ deine eigenen Wünsche und die Lebendigkeit deiner Partnerschaft erstickt.
Wie Beziehungsstress im Mutterleib die Stressresilienz und das Nervensystem der nächsten Generation formt.
Warum Systeme blockieren und mit Widerstand reagieren, sobald du beginnst, deine Beziehungsmuster zu verändern und zu heilen.
Warum ein Kontaktabbruch zur Familie deine Liebesprobleme nicht löst, sondern die alten Muster meist nur im nächsten Partner reinszeniert.
Kapitel
00:00 Intro: Wenn Herkunft auf Partnerschaft prallt
01:18 Axels Geschichte: Falsche Rücksicht und das Opfern eigener Träume
07:02 Timos Geschichte: Wie vererbte Ängste unsere Beziehungsentscheidungen steuern
16:44 Muster im Alltag: Kriegsechos, Suchtstrukturen und der Drang zu funktionieren
24:22 Systemischer Widerstand: Wenn die Familie deine Veränderung blockiert
26:29 Die Biologie der Liebe: Epigenetik, Stressübertragung und echte Heilung
45:07 Therapie-Praxis: Warum Beziehungsarbeit niemals isoliert funktioniert
53:40 Der Vater-Schock: Dominanz ablegen und empathische Partnerschaft lernen
59:45 Outro: Die heilende Kraft von Verständnis und Wurzel-Integration
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Viel Spaß beim Hören! Axel & Timo
Transkript anzeigen
00:00:02: Wir sprechen heute über das Thema Beziehungsdynamiken.
00:00:06: Wir sind beide betroffen...
00:00:09: Von der Dynamik oder von der Beziehung?
00:00:13: Also ich würde mal sagen, wir haben ja schon ein paar Beziehungen hinter uns und wahrscheinlich ein paar mehr wie ich dem Alter nachts.
00:00:20: Notgedrohen!
00:00:23: Und wir erleben ja häufig immer wieder Ob bei uns, ob bei Klienten und Klientinnen Menschen die davon erzählen ich lande immer wieder in ähnlichen Mustern.
00:00:33: Ich lande in ähnelichen Konflikten, ich land den ähnliche Beziehungen Und es fällt mir so unglaublich schwer was Neues hinzubekommen.
00:00:41: Wir wollen heute mal darüber sprechen.
00:00:43: Was gibt es denn da für Beziehungsdynamiken?
00:00:45: Wie leben wir an unseren eigenen Erfahrungen unserer Beziehung in unsere Dynamik Und was ist möglicherweise auch die Ursache von gewissen Beziehungsdynamiken, die wir so leben?
00:00:58: Nicht selten stecken da ja auch gewisse Erfahrungen aus Erziehung.
00:01:01: Trauma – alles Mögliche dahinter!
00:01:04: Ja darüber werden wir uns heute unterhalten.
00:01:06: Ja freue ich mich drauf.
00:01:07: Schön Kann ich etwas dazu beitragen.
00:01:09: aus der eigenen Erfahrung.
00:01:11: Magst du gleich anfangen?
00:01:13: Vielleicht einfach mal... Was ist denn so, wenn du zurückblickst auf deine vergangenen Beziehungen?
00:01:19: Was waren dann auch von deiner Seite Muster.
00:01:22: Vielleicht auch Muster die dir nicht gleich aufgefallen sind... ...die mit der Zeit bewusster geworden sind und sich wiederholt haben.
00:01:28: Die vielleicht manchmal auch Schwierigkeiten verursacht haben.
00:01:35: Ich habe ja einen Haufen von Beziehung.
00:01:39: Was?!
00:01:40: Ich hab eine Elternbeziehung, ich hab Partner-Beziehung Beziehungen gehabt im Laufe meines Lebens, Kinderbeziehung.
00:01:50: Ich bin ja auch Papa und Großvater und ich konzentriere mich jetzt mal auf Paarbeziehungen.
00:01:58: Und bei Paar-Beziehungen ist wenn ich mir das so anschaue meine erste Lebenshilfte.
00:02:06: da gab es einen Muster in meinen Paar beziehungen nämlich dass ich oft in so eine Retterrolle geschlüpft bin.
00:02:16: Und das war ein interessantes Muster, weil ich habe mir eigentlich immer starke selbstständige Frauen ausgesucht und die denn aber bei mir sozusagen schwach sein durften und auch ihrer andere Seite zeigen durften.
00:02:38: Ich hab sie so aus ihren Mustern, aus ihren Gefühlen Ich hab die da so herausgerettet.
00:02:49: Und dieses Muster hat natürlich ganz viel mit meiner Vergangenheit zu tun, weil ich hatte eine schwache kranke Mutter für die euch relativ früh gesorgt und ich wollte immer Mama retten.
00:03:01: Ich wollte immer mama retten!
00:03:02: Ich wollte dass Mama gut geht das Mama glücklich ist, dass Mama gesund wird... ...und das habe ich dann später auch auf meine Beziehung zu anderen Frauen übertragen Und das sah witzigerweise, das sah oft am Anfang überhaupt nicht so aus.
00:03:20: Das hat sich dann aber in den Beziehungen rausgestellt dass ich da immer wieder eine Rolle gekommen bin die Mama zu retten.
00:03:34: Spannend!
00:03:34: Ich glaube da haben wir tatsächlich ein ähnliches Grundmuster dieses.
00:03:42: Ich glaube, es gibt sie auch als Dreieck.
00:03:43: Es ist Opferretter-Täter-Dreieck in Beziehungen.
00:03:49: Ich kenne das persönlich auch sehr gut aus meiner eigenen Geschichte, dass ich gerne gerettet habe und immer noch gerne rette... ...und dass mir immer wieder Thema wird in meinen Beziehung.
00:04:01: Und ich mache mal erlebe wie tief verankert dieses Muster ist.
00:04:07: Bei mir war's tatsächlich Bei mir geht es auch in einer Linie mit meiner Mutter tatsächlich.
00:04:12: Wir haben ja schon mal drüber gesprochen, in einer anderen Folge aufgrund ihrer Erkrankung und darauf der Einschränkung die sie hatte.
00:04:22: Sie war schwer behindert nach ihrer Krebserkrankung.
00:04:24: Hätte ich immer das Gefühl, ich muss ihr helfen!
00:04:27: Ich muss ihr unterstützen!
00:04:31: Und da gab's viele Momente wo ich tatsächlich auch immer das Gefühl gehabt habe oder mich oft zum gewissen Grad... ... verantwortlich gefühlt habe.
00:04:43: Für ihr, sage ich mal, ihr Glück, ihr Wohlsein und das hab' ich tatsächlich auch mitgenommen.
00:04:49: aber ich glaube auch in die weiteren Beziehungen, wenn ich dann so hatte... Und da gab's für mich aber auch und es ist mir später noch bewusst geworden auch eine andere Komponente in diesem Retter-Dynamik.
00:05:05: Was kam denn noch dazu?
00:05:08: Natürlich hat mir das ja auch einen Nutzen verschafft.
00:05:11: Das heißt, in dem Moment und es musste ich erst mal registrieren, dass es auch was mit meiner Selbstsicherheit so tun hatte... In dem Moment wo ich gebraucht werde bin ich der Starke!
00:05:22: Bin ich der zu dem heraufgeschaut wird?
00:05:24: Bin ich die Person die gebrauchte wird?
00:05:27: Und da musste ich auch erstmal ... Es hat eine Zeit gedauert bis ich die Täterseite in diesem Rettungsmuster erkannt habe weil das ist ja Ist mir dann bewusst geworden, es ist nicht nur was Ehrenvolles.
00:05:38: Ich bin der Märtierein, der sich da und die eigenen Bedürfnisse auf der Strecke liegen lässt... ...und versucht zu retten und versucht zu verbiegen seine Bedürfenesse hinten anzustellen.
00:05:47: Das klingt manchmal sehr ehrenvoll aber da ist er natürlich auch eine Täterseite drin.
00:05:50: Und das ist natürlich auch dass ich fühl mich gebraucht.
00:05:53: Ich schaffe damit auch ne gewisse Abhängigkeit in der Beziehung.
00:05:56: Ich fühle mich sicher!
00:05:58: Zudem gerade solange ich retten kann und gebrauch wird.
00:06:00: Das heißt jetzt ist ja auch ein eine Dynamik, in der man an sich bindet durch dieses Muster?
00:06:07: Ich kann das noch so ein bisschen toppen aus meiner Familiengeschichte.
00:06:12: Bei mir ist es ja auch ein transgenerationales Thema.
00:06:14: Mein Vater hat es schon immer gehabt.
00:06:17: Der ist auch so ein klassischer Frauenretter und das Interessante ist dass in den Beziehungen mit ihm sind die Frauen immer krank geworden aber richtig ernsthaft kranker worden, ohne seine Pflege gar nicht mehr zurechtkamen.
00:06:37: Seine erste Frau ist wirklich psychisch krank geworden, in Psychosen abgeglitten.
00:06:42: Zweite Frau hat eine Muskelerkrankung bekommen und saß dann im Rollstuhl.
00:06:51: Und die dritte Frau ist fast erblindet.
00:06:56: Das heißt... ...die waren wirklich auf seine Hilfe angewiesen.
00:07:03: Und das Interessante ist, dass es auf der einen Seite meinem Vater auch viel gegeben hat.
00:07:09: Er war halt der Starke eben dieser Retter aber er hat es auch benutzt um Kontrolle über die Frauen zu haben.
00:07:16: also das waren nicht nur das Helfen sondern auf eine gewisse Art und Weise waren sie ihm auch ausgeliefert.
00:07:25: und wenn ich so gesehen habe was für eine starke Kontrolle er über sie ausgeübt hat Er hat sie nicht etwa in ihrer Selbständigkeit unterstützt oder diese Selbstständigkeit zu fördern, so gut es ging unter den Rahmenbedingungen.
00:07:40: Sondern er hat sie eigentlich wie kleine Mädchen behandelt, wo der große Papa sagt, wo's langgeht und ich fand das teilweise wirklich schlimm, wie er mit denen umgegangen ist.
00:07:53: also keine schöne Erinnerung an viele Szenen die ich da habe.
00:08:00: Weil du jetzt nochmal so auch die Linie in den Generationen davor aufmachst, ich glaube grundsätzlich ist es super interessant sich anzuschauen in seinen eigenen Beziehungsdynamiken.
00:08:12: In welcher Linie?
00:08:14: Ich meine zum Beispiel für Männer ist es ja häufig dann wenn ich in Frauenbeziehungen bin das ist ja auch eine Linie zur Mutter die stark prägt natürlich auch die Vater-Beziehung völlig klar bei Frauen vielleicht auch in die andere Richtung Mal zu gucken, was es steht in einer Linie mit dieser Dynamik und hat damit zu tun wie ich damals die Beziehung oder immer noch die Bezierung zu meinen Eltern.
00:08:33: Erfahren habe.
00:08:35: und das hat für mich wirklich das war für mich ganz ganz auch ganz wichtig weil in dem moment wo ich erkannt hab da steht meine beziehungspartnerin und dahinter steht noch die beziehungen meiner mutter die sehr sehr alt ist und die natürlich sehr geprägt mit dem sehr viel Themen und Schmerz, Muster ... verschiedene Anteile positive wie destruktive zusammenhängen.
00:08:58: Hat erst mal eine Zeit gebraucht mir klar zu machen hier da ist nicht nur diese eine Person vor mir sondern da steht eine ganze Arne Linie an die da wirklich auch wirkt in meiner Beziehung.
00:09:09: wenn ich mir darüber nicht bewusst bin und deshalb glaube ich es auch dieser Auseinandersetzung gerade auch mit der, entweder Vater-Mutterbeziehung.
00:09:19: Ziemlich wichtig um zu verstehen was habe ich, was übernehme ich denn da?
00:09:22: möglicherweise nicht nur was übernehmig sondern was hat mich so geprägt in dieser Beziehung dass sich jetzt gewisse Muster erfüllt aus diesem Kind heraus das ich damals war.
00:09:32: Das heißt ja auch dieses Leben zumindest bei mir ist natürlich jedes mal wenn sich eine Beziehungen erschließt und Menschen zusammenkommen kommt immer das innere Kind, das alte Kind mit rein.
00:09:45: Und zwar stärker wie wenn ich erst mal für mich bin und dann kommen auch diese alten ganzen Themen und ... Ich muss sagen also es ist schon ... spannend und auch krass zu beobachten was für Dynamiken ich so gefahren habe in meinen letzten Beziehungen.
00:10:00: Es hat sich wiederholt!
00:10:01: Das war wirklich... Jetzt hab' ich Traumaarbeit gemacht, das habe ich Persönlichkeitsentwicklung gemacht und dennoch erlebe ich immer wieder und es widerholt sich immer wieder.
00:10:09: Ich muss in den Beziehungen lernen, was zu verändern.
00:10:13: Und ich glaube wenn mich eine Beziehung abgehakt hat dann gehe ich in die nächste und das wird dann ganz anders sein... ...und ich such meine komplett neue Beziehungspartnerin ist verändert sich.
00:10:21: Das ist quatsch sondern es ist häufig dieses Lernen in der Beziehion.
00:10:29: Ich bin ja auch Parttherapeut seit vielen Jahren und ich glaube dieses Anerkennen dass wenn du eine Partnerin oder ein Partner hast Du hast eben nicht nur die Partnerin, also du hast da kein weißes Blatt vor dir.
00:10:44: Sondern im Falle einer Heirat, du heiratest eine ganze Familie und zwar sowohl deiner eigene aus der du kommst mit den Mustern wo du Beziehung gelernt hast Und ich glaube unsere Eltern das sind die Beziehungsvorbilder Die wir so zuerst haben und dann natürlich mit der Partnerin, die auch aus dem Familiensystem kommt und natürlich auch geprägt ist durch die Beziehung, die ihre Eltern haben.
00:11:12: Und das gibt so einen... Wir haben wirklich diesen witzigen Satz in der witzlichen Anführungszeichen, in einer Paarberatung geprägt.
00:11:20: Paare treffen sich beim gleichen Grundtrauma und zwar an der Regel ohne es zu wissen.
00:11:28: Das scheint eine große Anziehungskraft zu haben weil vielleicht die unbewusste Hoffnung ist dass Ich gemeinsam mit der oder dem anderen etwas lösen kann, was ich allein nicht hinkriege.
00:11:37: Und ich glaube das ist auch tatsächlich das Versprechen und Potenzial, was in paar Beziehungen liegt.
00:11:43: Und gleichzeitig ist es aber auch so diese Konfliktstelle und diese Kannbruchsstelle – Nicht Sorgbruchstelle sondern eine Kanbruch-Stelle weil oft die Bewältigungsstrategien sehr unterschiedlich sind.
00:12:00: Also ich erzähle vielleicht mal aus meiner zweiten Ehe, ich hab den Vorteil, dass ich schon mehrere hinter mir habe.
00:12:08: Zwei beziehungstrommatisierte Kinder der eine nämlich ich.
00:12:12: Ich bin in diese Autonomiestruktur gegangen und ich schaff's alleine.
00:12:15: Ich brauch niemanden.
00:12:16: Lass mich in Ruhe!
00:12:17: Ich krieg das hin.
00:12:19: Hat einen hohen Grad an Selbstständigkeiten nach sich gezogen.
00:12:23: bei meiner Frau war es umgekehrt.
00:12:26: Die hat es so gemacht, dass wenn sie mal jemand hatte dann festhalten unter allen Umständen und nicht loslassen.
00:12:35: Das kam dann zu so lustigen Situationen Wenn wir Konflikte hatten.
00:12:40: ich wollte mich zurückziehen und meine Ruhe haben und Sie wollten mit mir reden Und dann kam sie teilweise nachts so um zwei Uhr gesagt Ich kann wirklich nicht schlafen.
00:12:49: das beschäftigt mich so sehr was wir da haben.
00:12:52: können wir da nicht nochmal drüber sprechen?
00:12:55: Nein, können wir nicht.
00:12:57: Ich bin einfach müde und will meine Ruhe haben und
00:12:59: schlafen.".
00:13:00: Und morgen vielleicht an diesen unterschiedlichen Bewältigungsstilen also sie festhaltend und ich abwährend da sind wir ganz oft gecrashed am Anfang bis wir erkannt haben oh wow!
00:13:19: Wir machen es nur anders.
00:13:21: aber wir haben eigentlich beide das gleiche Problem
00:13:24: Das heißt gleiches oder sagen wir mal ähnliches Trauma.
00:13:28: Jeder hat einen anderen Weg gefunden, es zu bewältigen.
00:13:30: praktisch früh und daran kann es klaschen.
00:13:34: oder wenn die Möglichkeit da ist bewusst damit umzugehen kann ein Stück Heilung zusammen passieren auf einem Weg.
00:13:41: Viel Heilung.
00:13:41: also.
00:13:42: ich glaube das ist wirklich das Versprechen und das Potenzial was in Beziehungen liegt.
00:13:49: wenn du bereit bist dich zu stellen wenn du bereit bist, dich wirklich auseinanderzusetzen.
00:13:57: Wenn du wirklich bereit bist sozusagen hinzuschauen was sind eigentlich meine Muster in unserer Beziehung die es schwierig machen?
00:14:06: und umgekehrt?
00:14:07: Und nicht Du bist schuld dass mir scheiße geht und das ist ja aber Ja das kann ich halt auch aus der paar Beratungen dass gerade Männer finden dass sie sehr in Ordnung sind Aber dass sich die Frau verändert hat in den letzten Jahren und das sie eigentlich zur Therapie gehen müsste.
00:14:27: Erlebe ich ganz oft, also ich würde sagen, achtzig Prozent der Fälle findet der Mann, dass er in Ordnung ist und die Frau das Problem.
00:14:36: Ja gut so kommt man natürlich nicht weiter.
00:14:39: Das ist schwierig.
00:14:41: Ich glaube du hast ja gerade gesagt also ein Heilungspotenzial liegt ja auch darin, dass man sozusagen in der Beziehung gemeinsam was neues hinbekommt wie man vielleicht an Mustern schon immer wiederholt hat.
00:14:51: Was mir geholfen hat häufig ist wirklich auch eine Tiefe zu verstehen.
00:14:58: was hat meine zum Beispiel beziehungspartnerin erlebt?
00:15:01: Was hat sie geprägt?
00:15:02: welche Traumatter stehen dahinter?
00:15:05: Und dann konnte ich so einen liebevolleren Umgang teilweise damit finden, wo wir an möglicherweise seinen Stellen angeeckt sind und dieses Verständnis von ihrer Seite mir gegenüber.
00:15:15: Was habe ich denn so erlebt?
00:15:16: Warum sitze ich auf einmal dissoziere da und höre nicht mehr zu was ab und zu zu richtigen Clash bei mir in Beziehung geführt hat.
00:15:24: Und aber diese Verständnisse ist kein Desinteresse an den Menschen gegenüber sondern das ist möglicherweise wiederum eine Prägung an der ich arbeite und die einfach immer mal wieder auch in mein Leben, in meinen Raum kommt.
00:15:35: Dass sich mal für ein paar Momente so'n bisschen abwesend bin hat mir mal das Leben gerettet so gefühlt.
00:15:41: Und ich glaube wenn wir schon mal beginnen sozusagen im Beziehungen darüber uns auszutauschen dann den Dialog zu gehen und zu verstehen mit unseren Prägungen was ja nicht heißt dass wir alles tolerieren müssen gegenüber sondern schon auch konfliktfähig bleiben sollten.
00:15:53: aber zumindest mal dieses Verständnis Was bewegt den anderen und warum sind gewisse Muster da?
00:16:00: Und die waren auch mal eine Ressource, haben dem Menschen auch geholfen.
00:16:03: Auf der Basis dann in diese gemeinsame Entwicklung zu gehen, wir kriegen was Neues
00:16:08: hin.".
00:16:13: Ich komme noch aus dieser Generation patriarchalisch geprägt.
00:16:19: Also wie Männer über Gefühle sprechen – das kam eher nicht vor.
00:16:23: Und was mich so interessiert ist….
00:16:26: Du gehörst jetzt zu einer neuen Generation!
00:16:28: von Männern, die wesentlich reflektierter sind.
00:16:30: Männer, die ihnen viel stärkeren Zugang zu ihren eigenen Gefühlen haben, die sogar darüber sprechen können wo ich sage das habe ich mühsam gelernt im Lauf der Jahrzehnte.
00:16:42: heute kann ich es auch so ein bisschen aber ihr seid ja schon ganz anders aufgewachsen.
00:16:48: was würdest du sagen?
00:16:52: Was macht eigentlich deine Generation von Männer?
00:16:55: Was macht die anders in Beziehung mit Frauen oder auch in der Kommunikation?
00:17:02: Es ist schwierig.
00:17:05: Ich erlebe nämlich verschiedenstes, eine ganze Generation könnte ich jetzt nicht unter einen Hut fassen und sagen so und so macht es die Generation.
00:17:16: Aber auf jeden Fall das deutlich mehr ... Also ich bin überzeugt, natürlich bewege mich auch vielleicht mal in Blasen und so weiter.
00:17:25: Aber ich bin überzeugt davon dass mehr Offenheit entsteht auch eigene Themen zu reflektieren.
00:17:32: zum Beispiel Ich bin ja auch in einer Männergruppe mit Gleichaltrigen Und wir treffen uns und wir tauschen uns auch über unsere Gefühle Beziehungsängste Unsere Themenbeziehungen wie es ums Leben geht.
00:17:41: Wir im Leben stehen wir gehen da wirklich auch in Dialog und die Tiefe und teilen uns darüber ... und tauschen uns aus, das heißt da ist schon eine gewisse Offenheit.
00:17:49: Wir haben früh angefangen mit Persönlichkeitsentwicklungen, Traumarbeit... Das heisst ich glaube es ist schon grundsätzlich mal mehr... ...offenheit dar sozusagen gemeinsam oder auch grundsächlich für sich selbst gewisse Themen zu reflektieren und zu verändern.
00:18:06: Gleichzeitig ... erlebe ich in meiner Generation aber auch zwei Strömungen.
00:18:11: Ich kann das nur von Millennial sprechen, dass die Generation mit der ich viel zu tun habe... ...ich kann es nicht von den anderen Generationen sprechen.
00:18:17: Gleichzeitig erleb' ich auch einmal, dass es einmal... ...das ist praktisch wenn man so eine Schere hat.
00:18:23: Einmal in Richtung geht von auch vielen Narzissmus und zwar ja doch schon!
00:18:31: Ich würde sagen dieses wo das mit dem Herzen verbunden sein dann auch nicht vorhanden ist, sondern viel eben über Leistung.
00:18:39: Über Ego, über Status, über solche Sachen gelebt wird.
00:18:47: und dann gibt es so diesen sage ich mal die andere Extrem der Schere wo wirklich noch die Visionen fehlen diese eigenen Ziele im Leben dieses.
00:18:54: Ich stehe für mich ich setze mich durch ich mache allen recht ich mach mich klein.
00:19:00: Hauptsache ich habe keinen Konflikt Und diese Mitte ist schon, da wäre mehr möglich zwischen dieser Schere.
00:19:09: Also wirklich dieses Für sich stehen auch mal durchsetzen können klar sein für eine Vision kämpfen gleichzeitig aber auch eine gewisse Empathie haben mit dem Herzen dabei sein.
00:19:18: und die Qualität, diese vereinte Qualität dieser beiden Richtungen ja erlebe ich.
00:19:27: jetzt habe das Gefühl nicht so viel
00:19:30: Okay.
00:19:30: Ja,
00:19:30: lebe ich aber könnte definitiv mehr sein ohne zu sehr ins Defizit zu gehen und genau.
00:19:37: Und wenn du das so beschreibst dass da beobachtest du so ein Narzissmus also es ist ja auf der einen Seite ein Narcissmus sozusagen so ein Belegter therapeutischer Begriff.
00:19:49: und wie verwendest du den gerade in dem Kontext über den Du gesprochen hast?
00:19:54: Nazistisch eher in die Richtung sehr möglicherweise ... sehr egozentriert, abgeschnitten.
00:20:04: Sehr auf den eigenen Vorteil bedarf, abwertend manchmal möglicherweise also schon auch Verhaltensmuster wo man sich selbst in der Überhöhung bringt und nicht wirklich mit dem Herzen verbunden Menschen gegenüber tritt.
00:20:19: Und das ist was ich kann es nur so mitbekommen.
00:20:22: Ich bekomme es aus Beziehungen mit dass es schon sehr häufig der Fall ist Dass ich tatsächlich auch Frauen treffe Wirklich häufig, aber gut.
00:20:30: Ich bin ja auch Retter.
00:20:31: Möglicherweise treffe ich das ja heute auch.
00:20:33: Aber Frauen treffen die in der Vergangenheit mit sehr starken asistischen Männern haben.
00:20:39: Vielleicht ist es auch gefärbt des Bildes.
00:20:41: Das kann ja gut sein, weil es ist bei dir auch anders.
00:20:44: Aber das habe ich wirklich tatsächlich jetzt immer mehr erlebt ... Mit Frauen gesprochen zu haben und sagen, ich hab ... Ja, Männer erlebt... Und wie gesagt, das ist nur ein Teil, aber Männer erlebt die ... haben mich klein gemacht die haben mich systematisch abgewertet.
00:21:00: Und ich habe es am Anfang gar nicht so richtig gecheckt was da abgeht, ne?
00:21:07: Das ist was das erlebe ich schon häufiger und ich frage mich ob das damit zusammenhängt dass wir eine leistungsgetriebene Gesellschaft haben wo viel auf... Leistung und Erfolg.
00:21:18: Und gerade diese Werte im Vordergrund gestellt werden in der Erziehung, dass das A und O ist aber gleichzeitig die emotionale Nähe, die Bindung usw.
00:21:26: fehlt.
00:21:28: Na ja und ich frage mich sozusagen gerade wenn ich dir zuhöre könnte es auch sein... ...dass wenn wir unsere eigenen Themen nicht wirklich bearbeitet und gelöst haben, dass wir so sagen die Partnerin anziehen, mit denen wir auch dieses Thema immer wieder geliefert bekommen.
00:21:50: So lange bis wir es begriffen haben und uns mal darum gekümmert haben und das vielleicht auch so gelöst haben und dass dann auch andere Partnern unser Leben treten können?
00:21:59: Genau!
00:22:00: Die Anspielung habe ich ja eben gemacht.
00:22:01: Das ist möglicherweise der Grund, warum ich auch immer wieder ähnlichen Mustern oder auch ähnliche Erfahrungen begegne und dadurch vielleicht auch sich die Meinung ein bisschen färbt.
00:22:11: aber das glaube Ich glaube, wir können einmal in der Beziehung gemeinsam wachsen und können was Neues hinbekommen.
00:22:17: Und gleichzeitig hat jeder auch eine Eigenverantwortung an sich zu arbeiten, die einen Traum hat dazu integrieren... ...und ich glaube schon wenn sich da etwas verändert, wenn sie unsere Ausstrahlung verändert,... ...wenn wir anderes Wirken haben, dass dann auch wiederum andere Menschen unser Leben
00:22:29: kommen.".
00:22:31: Was jetzt?
00:22:32: Jetzt haben wir ja über so eine Beziehungsdynamik gesprochen.
00:22:34: das ist so die Opferretter möglicherweise Täter dieses Dreieck.
00:22:40: Was gibt's denn noch?
00:22:41: Also jetzt identifizieren wir beide ja schon bei uns zumindest, dass dieses Retten so eine Dynamik ist.
00:22:48: Oder gehen wir vielleicht erst mal darauf ein was es denn deine Erfahrung wo das auch richtig zu Crash geführt hat?
00:22:56: Was genau meinst du?
00:22:57: Was hat diese
00:22:58: Dynamik
00:23:01: zu Crash... also ich kann nochmal eine andere Dynamik beschreiben die ich in meiner ersten Ehe hatte.
00:23:12: Wir haben uns sozusagen beide aus unseren alten Familien hinaus gerettet und wir wurden dann aber zu so einem Powerpaar zusammen, was sich wirklich wechselseitig gestärkt und verstärkt hat.
00:23:26: Also da war das wirklich so gemeinsam sind wir stärker und gemeinsam trauen wir uns auch alles zu.
00:23:32: also wir also wir sind nicht gegen den Rest der Welt Aber wir hätten es auch gemacht wenn's notwendig gewesen wäre Und das war schon eine coole Erfahrung, dass sozusagen das erlebt zu haben.
00:23:50: Dass ja einfach in meinem Fall mit einer Frau zusammen gewesen sein die wirklich ne Powerfrau gewesen ist und das war also merke ich.
00:24:04: zum Beispiel da bin ich immer noch begeistert
00:24:06: davon
00:24:07: was wir sozusagen gemeinsam auf die Beine gestellt haben.
00:24:13: woran wir dann sozusagen gekresht sind war, dass wir beide konnten sehr gut miteinander und wir hatten auch eine Vision wo wir in unserem Leben hin wollten.
00:24:25: Aber wir kamen ja beide aus so Familiensystem die eigentlich ziemlich kaputt waren.
00:24:34: Wo es keine stabilen Bindung gab, wo es nicht wirklich dieses gesehen worden gab, gesehen werden gab.
00:24:42: Und als wir Kinder bekommen haben Da hat sich unser Leben insofern verändert.
00:24:50: Auf einmal waren wir kein Paar mehr, sondern Familie und jetzt standen Notgedrungen, sondern stand die Kinder im Mittelpunkt Und da waren wir auf einmal kein Powerpaar mehr.
00:25:03: Sondern dann wurde auf einmal jeder mit dem konfrontiert wo wir her kamen und Dann haben wir uns da so durchgerettet und unseren möglichst versucht.
00:25:12: aber gemerkt Als paar sind wir stark Aber als familie nicht wirklich Weil keiner von uns hatte gute Familienbilder und wir hatten auch so keine gemeinsame Familienvision.
00:25:28: Und dann ist tatsächlich unsere Beziehung auseinandergegangen, weil Familie war nicht wirklich unsere Stärke und das war schade.
00:25:42: Damals waren wir noch nicht soweit um uns Hilfe zu holen und vielleicht zu lernen was Familie in unserem Fall bedeuten würde.
00:25:52: Würdest du sagen, da hatte diese Beziehungszynamik über die wir gesprochen haben ein Anteil oder war das jetzt eher unabhängig davon?
00:25:58: Nein.
00:26:05: Da hat es... Wie soll ich das ausdrücken?
00:26:08: Die sozusagen ... Wir haben uns ja beide rausgerettet aus so dysfunktionalen Familiensystemen und wir haben ein paar Systeme gebildet.
00:26:19: Das war richtig cool und stark.
00:26:21: aber als wir selber Familie wurden Da sind wir in unsere alten Familienmuster zurückgefallen, aus denen wir kamen und konnten damit noch nicht wirklich umgehen.
00:26:30: Und da haben sie es wirklich nicht
00:26:31: hingekriegt.".
00:26:32: Ja, okay, das versteh ich so.
00:26:37: Ich hab tatsächlich, habe ich das mal erlebt auch einer Beziehung durch dieses Retten oder Retter-Opfer durch diese Dynamik, dass ich immer retten wollte ... Das ist dazu geführt hat, dass wir noch in einer ganz anderen Dynamik gerutscht sind.
00:26:52: Ich habe das erst später kennengelernt und zwar gibt es zwei englische Begriffe LORV-dickt in LORVO-voident also die Personen der Beziehung, die nach Liebe sozusagen sich sehen und diese Liebe zu sich ziehen möchte und je stärker die Person das macht umso mehr geht der LORVA voident in das Richtiges
00:27:11: Raum
00:27:13: in den Rückzug.
00:27:15: Und tatsächlich hat das die Beziehung am Ende ... Das war eine Beziehungen, die ich hatte wirklich.
00:27:20: Ich glaube auch.
00:27:21: War einer der längsten.
00:27:23: Hat es zum Bruch gebracht?
00:27:25: Weil wir haben dieses Muster zwar zum Größengrad gesehen, aber das ist so automatisch abgelaufen... Dass immer eine Person sozusagen nach Liebe gezogen hat und die andere ist komplett ins Vermeidende gegangen Und andersherum, und wir kamen da nicht raus.
00:27:40: Wir haben Therapie gemacht, wir haben Sitzungen ... Irgendwann haben wir gesagt wirklich an diesem Punkt, wir kommen nicht raus, dass der Dynamik es macht keinen Sinn.
00:27:50: Ich hab schon auch gemerkt, das ist natürlich mit der Dynamika die ich häufig fahre, dieses Retter-Ding zusammenhängt.
00:27:56: Das ist ja ne Moment wenn ich ins Retten gehe keine Beziehung auf Augenhöhe.
00:28:02: Das heißt es ist immer so.
00:28:04: gleichzeitig habe ich das natürlich auch mit als Täter in der Beziehungsdynamik natürlich auch gefördert.
00:28:10: Und auf der anderen Seite hab' ich ein komplett Kollaps bekommen, wenn ich gehört hab von meinem Gegenüber meiner Partnerin, ich brauche dich!
00:28:16: Dann bin ich komplett eskaliert und dann gab's erst mal einen Konflikt.
00:28:19: Ich sag halt, dass darf nicht sein man darf sich nicht brauchen.
00:28:22: Man kann jetzt so sagen... was ja eigentlich so ein bisschen konträr ist.
00:28:28: Das war ein krasses Schwanken zwischen Polen und hat mir gezeigt, das hat ganz schnelle Auswirkungen.
00:28:35: Und ich glaube es hängt auch damit zusammen mit... Wir beide haben dann gesagt wir haben eine schwache bedürftige hilflose Mitte erlebt.
00:28:46: Wenn mir eine Frau begegnet ist die sozusagen schwach und hilflos war, dann haben sich bei mir alle Nackenhaare aufgestellt.
00:28:56: Ich war da auch nicht gut.
00:28:58: Also ich bin gut gewesen sozusagen mit starken Frauen, die selber auf die Reihe gebracht haben und auf eigenen Füßen stehen konnten.
00:29:04: Mit denen konnte ich super... In dem Augenblick wo ich bedürftige Frauen getroffen habe, die sogar um Hilfe dann... Da bin ich geflüchtet weil das konnte ich überhaupt nicht ab.
00:29:24: Aber das ist wahrscheinlich da, wo wir unterschiedlich gehandelt haben?
00:29:27: Weil ich dann schon oft erlebt hab, je nachdem wie tief ich in so eine Beziehung gerutscht bin ... war ich sehr schnell in so Dynamiken, dass sich eine Schuld kam.
00:29:37: Und zwar und natürlich in der Linie zu meiner Mutter.
00:29:40: Das ist in den Moment nicht immer bewusst gewesen.
00:29:43: Es war kein bewusstes Verhalten.
00:29:44: Aber das war ganz häufig so, nee, ich musste erst mal noch was gut machen, wenn ich das erlebt habe oder ich muss da jetzt erst nochmal was richten.
00:29:53: Ich kann da was geben, um wieder was zu reilen.
00:29:56: Was möglicherweise vor die Frau an Verletzung ausgestrahlt hat und das hat mich auch magisch angezogen.
00:30:03: Und zwar aber jetzt nicht nur in dem Sinne so ... In der Attraktivität angezogen, sondern eher so ... Ich muss, ich fühle mich da richtig so im Schulzug hingezogen und ich muss da was gut machen.
00:30:19: dass das unglaublich kräftig das ziehen kann, so eine Dynamik.
00:30:24: Das war schon auch erstaunt zu sehen!
00:30:27: Ich glaube du bist deine Verantwortlichkeit gekommen und hast sie genommen und ich bin einfach nie fluchtgegangen.
00:30:36: So schnell wie möglich weg.
00:30:38: Und das will ich ja auf gar keinen Fall, das kenn'n noch von früher.
00:30:42: Ja und das Spannende auch für mich dann zu sehen... ...ich hatte auch mal Angst die Frau zu verletzen ... und zu enttäuschen, zu verletzen.
00:30:53: Und ich denke schon auch aus dem Ding heraus,... ... weil ich als Kind erlebt habe wie verletzend gewisse Dinge waren... ...und ich dann aus dieser Brille heraus,... ....dass der Person übergestülpt hat, obwohl er ein eigenes Leben hatte,... ...eine eigene Geschichte, eine eigene Verantwortung.
00:31:05: Ich gesagt ne, ich will ja nicht diesen Schmerz zufügen.
00:31:07: Ja also wirklich da kam eigentlich dieses Kind raus,... ...was was erlebt hat und es gefühlt hat.
00:31:12: okay damit werde ich zum Täter... ...um mach mich schuldig und gebe füge das zu was ich als sehr schmerzvoll erlebte.
00:31:17: Wenn ich z.B.
00:31:18: eine Beziehung abbreche.
00:31:19: Wenn ich zu mir stehe und mein Ding mach, das war auch interessant zu beobachten.
00:31:24: Und häufig eine große Angst bei mir ... Weil ich als Kind viel Ohnmacht erlebt habe auch.
00:31:31: Gerade auch im Zusammenhang mit meiner Mutter und der ganzen Erkrankung, auch mit meinem Vater.
00:31:36: Und die größte Angst von mir ist Ohnmarkt.
00:31:39: Und ich schon aus Gefühl hatte, die Schuld hat mich in eine Handlung gebracht, um nicht irgendwo eine Ohnwacht fühlen zu müssen.
00:31:47: Und das muss ich erst mal noch erkennen.
00:31:52: Ich glaube, das sind so gute Beispiele dafür wie sehr unsere kindlichen, frühkindlichen oder auch späteren Erfahrungen als Jugendliche tatsächlich unser Verhältnis zum anderen Geschlecht prägen?
00:32:07: Ich habe beispielsweise Frauen in ihrer gewalttätigen Seite erlebt.
00:32:13: Meine Mutter, wenn die in ihre Psychosen kam ... die hat mich körperlich attackiert und angegriffen.
00:32:20: Und da musste ich mich körperlich wehren, um mich zu schützen.
00:32:24: oder ich habe als kleiner Junge ... Ich hab sexuellen Missbrauch durch eine Frau erlebt wirklich diese Übergriffe und hab schon die Erfahrung gemacht auch Frauen können gewalttätig sein und hatte deswegen nicht so sehr die Idee ich muss Frauen schon weil ich habe wirklich auch diese Täterseite an mir selber erlebt.
00:32:45: Ich dachte, nee da ist nichts mit Schonung sondern muss mich jetzt hier verteidigen um da einermaßen heil rauszukommen und ich glaube auch später sozusagen... ich hab Frauen glaub ich nie unterschätzt was ihre Täter-Seite angeht.
00:33:07: Jetzt haben wir ja so ein bisschen aus unserer Geschichte erzählt das was wir für Dynamiken kennen.
00:33:13: Jetzt vielleicht Zuschauerinnen die kennen ganz andere Dynamiken?
00:33:17: Was sind denn so?
00:33:18: Vielleicht gehen wir jetzt mal so ein bisschen auch aus der Trauma Expertenbrille daran.
00:33:21: Was sind denn noch Beziehungsdynamiken, die dir häufig begegnen in der Praxis?
00:33:26: Jetzt gibt es eben nicht nur das Retter-Opferthema sondern es gibt ja noch ganz andere Dynamiken.
00:33:32: Ein Muster was mir häufig begegnet ist, sind hierarchische Beziehungen.
00:33:38: Hierarchische Beziege meinen dass es ist eben nicht auf Augenhöhe, sondern einer ist immer oben drüber oder die andere ist unten drunter und das kann auch wechseln.
00:33:51: Und das beobachte ich ganz häufig in Beziehung, dass der Mann dann oft in die Paparolle kommt oder die Frau kommt in die Mama-Rolle und der Andere kommt in den Kinderrollen und das wechselt dann so weil diese Paare nicht wirklich gelernt haben sich als Erwachsene auf Augenhöhe zu begegnen sondern emotional eigentlich noch Kinder in ihrer Beziehungen sind.
00:34:18: Und dann wissen sie oft, das passiert ganz häufig.
00:34:22: Der Mann sagt an und oft wo es lang geht.
00:34:24: Mir geht so eine Paparole ich weiß das.
00:34:27: Die Frau weiss natürlich was der Mann braucht und wo's ihm fehlt und was er tun müsste.
00:34:34: Das sind keine Beziehungen auf Augenhöhe.
00:34:37: Also dieses hierarchische ... Diese Parentifizierung Ein anderes Beziehungsmuster, was ich ganz oft erlebe in Beziehung ist Gewalt.
00:34:51: Und zwar kann das verbale Gewalt sein, emotionale oder auch physische Gewalt dieses... und es ist oft sehr versteckt.
00:35:02: Das fängt ja oft so mit Abwertungen an So mit dieser... Mit Abwertung, mit Zuschreibung.
00:35:11: Also abwertung halt.
00:35:14: vor zwei Jahren hast du noch besser ausgesehen.
00:35:17: Interessant, dass dieses Kleid jetzt nicht mehr passt.
00:35:21: Oder naja, deine Bauchmuskulatur war auch schon mal stärker.
00:35:27: Das sind so ein bisschen diese nazistischen Anteile?
00:35:29: Also da hast du ja häufig auf der einen Seite eine gewisse Idealisierung und auf der anderen Seite diese Entwertung.
00:35:35: also wo es darum geht das wirklich eine Person immer wieder latent manipulativ die andere entwertet und die Andere aber sehr idealisiert auf diese Person guckt oder sogar versucht diese zu retten.
00:35:45: Ich unterscheide es nochmal, diese Dynamik von idealisierten Beziehungen entsteht ja oft aus dieser Verliebtheit heraus.
00:35:57: Meine Hormone spielen verrückt und so weiter... ...und ich sehe nur die guten Seiten an der anderen oder am anderen.
00:36:04: Und wow!
00:36:06: Meine Traumfrau.
00:36:06: und dann fängt nach einer gewissen Zeit hier um Alltagstauglichkeit.
00:36:14: Da gibt's ja noch andere Seiten.
00:36:15: ... habe ich das auch mit eingekauft.
00:36:19: So, also dann ist... Dann gibt es wirklich so eine Desillusionierung und man fängt an sich sozusagen wie man eben auch wirklich wirklich ist.
00:36:31: Und das ist aus meiner Sicht sozusagen ein normaler Prozess.
00:36:34: Ich glaube die machen alle Paare mehr oder minder durch.
00:36:39: Und ich glaub da geht's dann darum in der Beziehung des besonderem anderen zu entdecken, aber ohne ihn zu idealisieren.
00:36:51: Sondern indem man wirklich so diese Stärken, diese Besonderheiten, diese Schönheiten entdeckt und diese Schwächen und was halt nicht so stimmt... Ja das gehört halt auch dazu!
00:37:03: Und es macht dich nicht weniger lebenswert.
00:37:06: Es nervt mich manchmal und giss mir auf den Sack.
00:37:10: Aber das bist du.
00:37:13: So und diesen Prozess dann hinzukriegen sozusagen von der Idealisierung über die Realisierung in dieser Anerkennung und dieses Szenar, so bist du wirklich.
00:37:24: Das kann eine sehr liebevolle Entdeckungsreise sein und werden.
00:37:32: Beim Narzissmus glaube ich kommt dazu, dass missbrauche ich den anderen das es mir gut geht.
00:37:39: Da geht's mir überhaupt nicht um den oder die andere.
00:37:44: Es geht mehr immer um mich Und du hast dazu beizutragen oder ich missbrauche dich dafür, dass du dazu beiträgst damit es mir gut geht und wie's dir geht interessiert mich überhaupt nicht.
00:37:58: Das sozusagen aus Trauma in der diese Art der Manipulation die ja gar nicht nur unbedingt bewusst sondern auch unbewusst aber auch bewusst abläuft jetzt wirklich bei Nazisten In einer Art und Weise passiert die das gegenüber am ersten Schritt überhaupt nicht begreifen kann.
00:38:17: Also was ich da schon, also jetzt nicht an mir selbst möglicherweise aber jetzt nicht in gewissen Ausmaßen erlebt und mitbekommen habe wie hoch perfide diese Manipulation abläuft.
00:38:28: Und zu welcher Co-Abhängigkeit und sonstigen das führen kann von im ersten Schritt den Menschen hochzuhalten Komplimente zu machen, das Gefühl zu geben du bist die einzigste Person im Leben und dann eiskalter Fall und dann schwankt es sobald grenzwertig wird dass die Beziehung sich dem Ende neigen könnte, dann kommt die Idealisierungsphase durch den Narzissen.
00:38:50: Also wie perfide das abläuft und wie das antiefste Instinkt der appelliert des Menschen und sich dadurch immer fort- und fortsetzt?
00:38:59: Naja, Narzisten haben oft was sehr Charismatisches.
00:39:04: Sie sind auch oft ziemlich intelligent und sie sind einfach hochprofessionelle Manipulateure oder mal auch Manipulateurinnen weil dir sozusagen diese Illusion geben, dich zu sehen, um zu spüren was du brauchst und sie erwecken den Anschein als ob Sie dir das alles geben könnten.
00:39:29: Und dann stellt sich er halt heraus ja können sie ungefähr fünf Minuten lang oder zwei Tage?
00:39:36: Das ist ihre Strategie die oder den anderen einzufangen weil es geht nicht bei Nazisten geht's nie um den Anderen sondern immer um sie.
00:39:48: Also sagen, was es oft so schwierig macht ist das Narzissen können auf so eine emotionale Intensität und so eine Rausche erzeugen.
00:40:00: Und wenn du das mal erlebt hast dann kannst du viel süchtig danach werden.
00:40:07: Und sozusagen der geübte Narzist gibt seinem Opfer immer soviel dass der oder die anderen nicht wirklich weggeht sondern Erhält die Hoffnung und Illusion im anderen aufrecht.
00:40:24: Ich könnte mich ja doch noch ändern, wenn du dich nur genug
00:40:27: anstrengst.".
00:40:29: Und das ist natürlich perfide!
00:40:33: Ja ich meine da bleiben ja manche Menschen jahrelang drin hängen... ...und sind zerstört, wenn die daraus kommen.
00:40:39: also sie brauchen da Jahre um sich wieder aufzubauen und selbstwert aufzubauern.
00:40:44: Das ist schon krass.
00:40:47: Tatsächlich ist so eine andere Dynamik, die ich auch tatsächlich erlebt hab.
00:40:51: Also ... und zwar zum Thema Konflikt.
00:40:55: Ich habe in meinem Leben zwei Beziehungen erlebt.
00:40:58: Eine mit kompletter Konfliktevermeidung.
00:41:02: Also wirklich ganz schwierig irgendwelche Konflikte in den Raum zu geben und sich dann auseinanderzusetzen.
00:41:09: Und ich hatte schon immer im Kopf wenn... Und es wusste ja auch schon früh diese diesen ... Dieses Verständnis dafür, wenn kein Konflikt Raum bekommt, dann knallt es irgendwann so dermaßen das von heute auf morgen auseinander fliegt.
00:41:21: Genau das passiert!
00:41:23: Das heißt da habe ich in einer Beziehung, das finde ich interessant dass ich zwei sehr unterschiedliche Strategien oder Dynamiken erlebt hab.
00:41:30: einmal diese komplette konflikte Vermeidung Dann hatte ich schon auch eine längere Beziehungen wo sehr viel Ich sage mal jetzt nicht sehr viele aber schon deutlich häufiger Konflikte stattgefunden haben und sehr intensiv teilweise waren Wobei ich der anderen häufig eher das Gefühl hatte, da wurden erst mal ein paar innere Kindanteile getriggert.
00:41:48: Das hat den Konflikt eskalieren lassen und dann haben wir's aber immerhin bekommen ihn auf einer Wachsenebene zu beenden was sehr gut war.
00:41:54: Aber da habe ich in zwei Beziehungen was komplett unterschiedliches erlebt als eine Person Und auch zu sehen dass schon auch Zwar natürlich schon gewisse Grundgrundmuster Da ist aber dass man schon auch sehr unterschiedliche Erfahrungen in unterschiedlichen Beziehung machen kann.
00:42:11: Das was du beschreibst sozusagen Wenn ich das in Zusammenhang mit Trauma bringe, diese Konfliktvermeidung hat ja meistens zwei Ursachen.
00:42:21: Das eine ist... Ich will mich dir nicht zumuten so wie ich bin und deswegen sage auch nicht was ich wirklich denke oder fühle weil ich Angst habe dich zu verlieren wenn ich das tue.
00:42:34: Und das sind die eine Seite warum ich es nicht tue und auf der anderen Seite traue ich mich nicht Weil ich glaube, ich bin nicht gut genug.
00:42:54: Also einmal diese Verlustangst vor dem anderen und auf der anderen Seite dieses Gefühl Ich bin es nicht wert!
00:43:02: Ich darf das nicht Und das hat natürlich ganz oft mit frühkindlichen Erfahrungen zu tun.
00:43:09: Die andere Variante die du beschreibst ist ja dieses Wir fetzen uns und wir streiten uns wie die Kesselflicker Und du hast ja gesagt, wie die kleinen Kinder und da beobachte ich oft, warum?
00:43:26: wer streitet denn da wirklich?
00:43:28: Also ist es tatsächlich der Konflikt zwischen Mann und Frau in dem Fall oder zwischen den Partnern.
00:43:36: Oder gehe ich in den Konflikten und nehme dich sozusagen als Projektionsfläche für.
00:43:43: etwas war ich beispielsweise in meiner Familie erlebt habe und hau jetzt auf dich ein, mein aber eigentlich zum Beispiel meinen Vater oder meine eigentlich meine Mutter.
00:43:54: Aber
00:43:55: nur zu dreißig Prozent geht es überhaupt um dich.
00:43:57: Sondern ich arbeite da noch was ab und prügel auf dich an.
00:44:02: Und die Prüge gehört eigentlich zu jemand anders.
00:44:05: Das ist halt auch oft ein Muster, das ich beobachte.
00:44:08: Wenn sie sich dann einkriegen und sagen hey worum geht's denn eigentlich?
00:44:12: Dann ist super!
00:44:14: Aber oft schlagen sich da zwei Kinder und versuchen, ihre eigene Kindheit zu verprügeln.
00:44:19: Aber begegnen sie sich nicht als erwachsene Menschen?
00:44:23: Ich meine es ist ja im Prinzip wie Kriege Wohnzimmer entstehen.
00:44:28: also wir schauen auch mal auf die Welt und auf die Kriege und gleichzeitig passieren die Muster in den Wohnzimmern daheim bei Menschen dieses wenn unintegriertes umbearbeitetes Trauma großer Schmerz Hass Wut die gar nicht dem gegenüber gehört anderen Menschen sozusagen vor den Latz geknallt wird und dort aussagiert wird.
00:44:47: Und ich mein so entsteht Krieg, das passiert auf kleiner Ebene in den Haushalten.
00:44:54: Entweder kann man dann noch einigermaßen Umgang finden oder ... Das ist auch ein Riesenthema an Deutschland.
00:45:00: es escaliert in Gewalt Es escaliert im psychischem Terror.
00:45:07: Kinder müssen weggenommen werden, also da gibt es ja auch ganz große Probleme.
00:45:13: Also es stimmt leider sozusagen auch persönliche Beziehungen sind oder können zum Kriegsschauplatz wären.
00:45:24: und das eigentlich schlimmmeln daran für mich ist nicht dass mal zum Kriegt kommt, dass man sich richtig fetzt und dass man dich auch richtig verletzt wenn man sich wieder findet und guckt worum's geht und das auch einsieht was man da was meiner Veranstaltung hat und sich dann auch wieder versöhnt.
00:45:41: Dann kann es ja weitergehen, dass aus meiner Sicht schlimme ist wenn man sich an diesen Zustand eines lathenten Krieges gewöhnt und... Man wird verletzt und man verletzte den anderen und man spürt gar nicht mehr wie weh das eigentlich tut.
00:46:02: Wenn man sich so eine Schutzschicht, so eine Panzerschicht dazugelegt hat Und erst wenn Leute von außen kommen und das miterleben, und es schier nicht aushalten sondern gleich wegmärchten.
00:46:14: Die merken denn was diese Paare eigentlich tun?
00:46:17: Das halte ich sozusagen die sogenannten diese kalten Kriege in den Beziehungen an die man sich gewöhnt hat.
00:46:26: Das ist halt so manchmal noch schlimmer als diese heißen Kriege wo man sich dann wirklich hinsetzen muss.
00:46:35: Was veranstalten wir hier eigentlich und wie können wir wieder Frieden schließen?
00:46:42: Das ist, aus meiner Sicht oft leichter damit zu arbeiten.
00:46:47: Mit diesen Akutkrisen als mit diesen verschleppten Gewohnheiten zum ja so wie ich es Ihnen beschrieben habe wirklich so Es ist halt kalter Krieg man bringt sich nicht um aber das tut auch nicht gut.
00:47:03: Das ist ja eigentlich auch was unglaublich Trauriges, weil man wiederholt ja etwas.
00:47:07: Was man an Schmerz erlebt hat, ob das jetzt im Elternhaus war am Schulsystem Transgenerational schon sich fortgesetzt hat.
00:47:14: D. h., man reinstiniert das Ganze in einem neuen Kontext und einer neuen Beziehung, erlebt es wieder und wieder, fügt sich selbst und nicht nur dem Gegenüber den gleichen Schmerzen zu, was ja eigentlich sehr traurig ist.
00:47:27: Also ich glaube da gibt's ganz viel zu verzeihen.
00:47:30: also ich glaub... Also ich habe zum Beispiel für mich was auch ein Prozess mir da auch erstmal in gewissen Dingen selbst.
00:47:38: Auch zu verzeihen, was ich mir durch gewisse Beziehungsdynamiken weil ich glaubte sie so richtig so richtig Beziehung zu leben und eigentlich war es zu wiederholen um mir selbst auch einen Schmerz dazu zu fügen.
00:47:48: also Mitgefühl bei mir ging's darum mit Gefühl für mich selbst zu entwickeln.
00:47:52: wie ist das eigentlich wenn ich nur auf die anderen gucke Wenn ich meine Bedürfnisse hinten anstelle wenn Ich sozusagen emotional eher noch zu Grunde geh, als dem anderen irgendwie den Schmerz zuzufügen oder eine Enttäuschung zu verursachen.
00:48:06: Das ist mal sehr stark ausgedrückt.
00:48:07: aber erstmal mir dazu verteilen auch sozusagen dass ich da mir selbst wieder einen Schmerzzufüge.
00:48:19: und dann natürlich auch in diesen Dynamiken die du gerade beschrieben hast gibt es gegenseitig viel zu verteilen glaube ich um was Neues hinzubekommen.
00:48:27: und ich glaube das braucht wirklich Beziehungen, diese Arbeit an sich selbst.
00:48:32: Diese Selbstreflexion muss seine eigenen Träger verstehen.
00:48:35: und ich glaube wenn man wirklich eine bewusste Beziehung führen will und man wachsen möchte... ...und nicht ständig in die Luft gehen möchte weil mein Gegenüber sozusagen einen Satz sagt den schon meinen Vater oder meine Mutter oder mein Großvater, Großmutter gesagt hat der mich irgendwie mit einer schmerzhaften Erfahrung verbindet sondern wirklich als erwachsener Mensch gegenübertreten möchte, wenn wir dann nicht an uns arbeiten und es nicht verstehen.
00:49:00: Da geht's auch um Mut!
00:49:01: Da gehts auch den Arsch hochzukriegen... ...und mutig was Neues auszuprobieren.
00:49:06: Und ich kenne das von mir selbst.
00:49:08: Es ist so sicher und einfach in meinem Muster zu bleiben, auch wenn es mir schadet.
00:49:12: Auch wenn es anderen schadete.
00:49:13: Auch, wenn es weh tut und mich vielleicht auf der Strecke lässt.
00:49:17: Ist so viel einfacher wie zu sagen ne?
00:49:20: Jetzt stehe ich mal für mich ein, jetzt setze ich eine Grenze und habe die Gefahr dass sich mich schuldig fühlt.
00:49:25: Und der ganze Scheiß von früher hoch kommt.
00:49:26: aber ich tue es.
00:49:28: Das braucht Mut und Überwindung und ich glaube davon brauchen wir mehr wenn wir unsere Beziehungen bewusst gestalten wollen.
00:49:37: Ja das sehe ich auch so.
00:49:39: Ich meine wenn man uns bei mir zuzuhört dann denkt man ja oh mein Gott Beziehung sollte ich nicht besser die Finger zulassen.
00:49:47: und ich muss so lachen weil Da wurde vor dem Patharm, wo die Studie zur Gewalt gegen Frauen... ...wurde veröffentlicht und der Kriminalbeamter den Stand und das davon erzählt hat.
00:50:05: Und da wurde dann gefragt naja was können Frauen denn sozusagen tun um das Gewaltrisiko für sich zu senken?
00:50:11: Und dann hatte er so ganz trocken gemeint keine Beziehung mit Männern einzugehen.
00:50:15: Das ist schon mal die erste Präventionsmaßnahme Was natürlich stimmt, aber gleichzeitig hat ja jeder von uns diese Sehnsucht nach Beziehung und wir haben auch gute Erfahrungen gemacht in Beziehungen.
00:50:30: Ich meine sonst würden wir es nicht immer wieder versuchen.
00:50:34: Ja ich mein das ist ja dieses Beispiel was du genannt hast dass es ja sagen Schublade aufmachen wie dazu machen wenn wir beginnen, an uns zu arbeiten und das ist alles worüber wir gesprochen haben.
00:50:46: Wenn wir uns besser verstehen oder verstehen warum wir in gewissen Dynamiken landen, wenn sich da was verändert dann stoßen wir ja auch auf neue Menschen.
00:50:54: Ja und vielleicht gibt es dann auch die Möglichkeit dass wir eben in anderen Beziehungen landen.
00:50:59: Und
00:51:00: ich kann's vielleicht so aus meiner Erfahrung berichten Dass im christlichen Kontext hast du ja immer dieses Bild bis das der Tod uns euch scheidet Und wir denken ja immer dann, naja eine Beziehung müsste halten bis an unser Lebensende.
00:51:19: Zu der Zeit als dieser Spruch entstanden ist war glaube ich die durchschnittliche Lebenserwartungen für um dreizig Jahre.
00:51:26: dieses Bis das dir Tod euch scheidet war damals eben nicht ein fernes Ereignis sondern da gab es eine hohe Müttersterblichkeit bei den Geburt der Kinder und so dass sondern Das war oft des nächster Ereigendes was dann anstand.
00:51:42: Ich glaube, dass auch so Beziehungsmodelle heute sein dürfen.
00:51:45: Neben diesem wir bleiben ein ganzes Leben zusammen zu schauen das man eine gute Beziehung für die jeweilige Lebensphase hat in der man sich befindet.
00:51:58: also ich habe ja so im Rückblick wenn nicht mehr so meine drei drei lebensfahne ist und anschaue so diese dieses jugendliche sammler bis bis fünfunddreißig dann so diese mittlere phase vielleicht bis sechzig und jetzt noch mal.
00:52:14: Ich habe immer wieder gute Frauen gefunden für die jeweilige Lebensphase.
00:52:20: Und was ich aus meiner Erfahrung sagen kann, ist wir haben eine wirklich gute Zeit gehabt und ich glaube wir haben alles gelebt, was wir in dieser Lebensphase leben konnten und bei mir ging es dann darum sozusagen anzuerkennen Wir haben alles miteinander gelebt was wir leben konnten Und jetzt ist es eigentlich an der Zeit ein gutes Ende zu finden und das zu feiern, was wir da gemeinsam erreicht haben oder auch zu betrauen.
00:52:50: Was wir nicht hingekriegt haben aber dass es eben gar nicht mehr um diese Idee geht einen oder eine fürs ganze Leben sondern dieses ja was stimmt denn jetzt für diese Phase?
00:53:05: Also meine Beziehung mit dem Schnitt schon immer so zwischen Fünfzehn und zwanzig Jahre gedauert, wenn ich so in diesen Abschnitten denke.
00:53:13: Und das waren großartige Zeiten aber es wäre sehr leidensvoll geworden glaube ich, wenn es keine Ende gefunden hätte.
00:53:24: also ich bin keiner der im Gewohnheiten sterben kann Ich kriege das einfach nicht hin.
00:53:31: Jetzt beschreibst du ja eine sehr bewusste Herangehensweise.
00:53:33: Ich glaube es ist wichtig, weil in unserer Generation und vor allem in den jüngeren erlebe ich gleichzeitig aber das natürlich nicht der bewusst umgang über den du gerade gesprochen hast auch des thema dass sehr wenig commitment da ist.
00:53:48: Das heißt heutzutage kann man jemandem das heißt dann im internet ghosten also über whatsapp einfach den kontakt abbrechen.
00:53:54: nie wieder tschüss Auch häufig diese Dynamik.
00:54:00: wenn es zu nah wird, wird's gefährlich und zack auf Abstand schieben.
00:54:03: Und das sind auch wieder Dynamiken wo ich mal was gefühlt hab so dieses ... Zu wenig Commitment auch ein großes Thema ist und das nimmt zu meiner Meinung nach.
00:54:12: Das wird nicht weniger.
00:54:13: Das heißt immer so diese Gradwanderung zwischen wir leben natürlich... Und das ist ja toll in dieser freien Gesellschaft wo man mehr sagt hey wir gehen Lernweg zusammen.
00:54:21: Wir gehen so lang zusammen wie wir gemeinsam wachsen oder wie es für uns stimmig ist Und gleichzeitig kippt es aber auch, hab ich das Gefühl grad bei den Jüngeren.
00:54:30: Auch häufig in so was ... Ich komm mit dem mich nicht mehr.
00:54:32: Ich habe Angst vor Nähe und heutzutage geht's mit einem Swipe rechts und die nächste Person.
00:54:39: Und auch das ist glaub' ich schwierig.
00:54:40: Eine schwierige Entwicklung.
00:54:41: also muss man ...
00:54:43: Das ist ja ... Also eine Beziehung, die sozusagen nur auf der Erzeugung von Dopamin beruht.
00:54:51: Das heißt, Beziehungen sind dann Beziehungs solange wie es mir gut geht oder wie wir Fann haben usw.
00:55:00: Das sind für mich keine wirklichen Beziehungen, weil du in diesem Beziehung nicht wächst sondern dich einfach nur wohl fühlst und da lehrt einfach das Leben.
00:55:09: Das hat eine sehr begrenzte Halbwertzeit.
00:55:12: ja dieses fehlende Commitment diese fehlender Ausdauer dieses Fehlende ich will mich entwickeln Ich will durch Krisen hindurchgehen.
00:55:21: ich halte unangenehme Gefühle aus dass schwindet ... deswegen singt auch die Beziehungsfähigkeit.
00:55:33: Also, und da muss ich sagen aus meiner ... ... ich habe überhaupt keinen Bock auf solche Beziehungen weil ... ... da kann ja auch drauf verzichten.
00:55:40: So bin ich der Beziehung ist doch erst dann interessant ... ... jedenfalls für mich wenn ich mich darin entwickeln kann... ...wenn ich in der Bezierung in mir was Neues entdecken kann, ... ...was Neues leben kann und meine Partnerin dazu ... die dabei unterstützt ist, das auch zu tun.
00:56:02: Also ich bin einfach so ein Entwicklungsjunkie... ... was mir Freude macht und... Und ich finde, dass kann man zu zweit viel lustvoller... ...und abenteuerlicher machen als alleine.
00:56:17: Was ich noch merke... ...zu diesem Thema eine gewisse Zeit des Lebens gemeinsam gehen,... ...gemeinsam wachsen, solange wie es stimmig ist.
00:56:28: Ich bin Trennungskind, meine Eltern haben sich getrennt.
00:56:30: Da war ich, ich glaube, Schätze mal, dreizehn-vierzehn Jahre alt und es war auch richtig.
00:56:35: Es war definitiv die richtige Entscheidung.
00:56:37: also damit wurde mir auf jeden Fall vorgelebt in einer Beziehung nicht komplett zu belügen sondern wirklich zu sagen lieber Schlussstrich ziehen schmerzhaft aber der richtige Weg.
00:56:47: Und das ist aber schon auch gleichzeitig was in mir wo ich mehr denke ... würdest du jetzt für mich darum gehen, sozusagen eine Familie zu gründen?
00:56:55: Ist ja schon auch ein Wunsch der bei mir ein Thema ist.
00:56:59: Da hab ich schon auch was, wo ich sage... Ich habe schon gleichzeitig den Anspruch,... ...eine Frau einen Gegenüber zu finden,... ...wo ich sag hey!
00:57:08: Zumindest diese... ...Achzehn Jahre kriegen wir gemeinsam hin.
00:57:11: Ohne.
00:57:12: es kann auch gut sein dass das nicht funktioniert.
00:57:13: Ja weiß man davor nie aber schon zu schauen.
00:57:17: Auch für die Kinder.... sozusagen zu sagen da versuche ich wirklich.
00:57:22: Zu schauen, dass wir so gut zusammenpassen das wir gemeinsam auch viele Krisen und viel gerockt kriegen sozusagen.
00:57:31: Genau das kam mir gerade noch zu dem Thema.
00:57:33: Naja
00:57:33: und ich glaube es gibt einen Unterschied zwischen einem Wunsch und einem Anspruch die mich eigentlich habe.
00:57:39: also den Wunsch hatte ich auch immer.
00:57:41: Ich hatte immer den Wunscht dass das Held nicht war sogar bereit für alles zu tun was so ich kann damit es auch wahr wird.
00:57:48: Aber ich merke so diese Anspruch, es muss mir gelingen.
00:57:51: Das macht mir zu viel Druck.
00:57:53: Weil was sich wirklich geändert hat eine Rahmenbedingung ist dass wir wie leben in einer Welt im Wandel und zwar in einem sehr schnellen Wandel.
00:58:04: Und wenn man mal hundert Jahre zurückschaut und so da war das relativ stabil.
00:58:11: also die haben zwar anderen Krieg geführt aber sozusagen auch die gesellschaftlichen Verhältnisse die veränderndes war relativ stabil.
00:58:19: Das ist die Technologie, blieb so ziemlich dasselbe von der Wiege bis zur Ware.
00:58:26: Mit der Industrialisierung fand eine unglaubliche Beschleunigung der Veränderung unserer Lebenswelten statt und das hat natürlich Auswirkungen auf unsere Beziehung.
00:58:35: und von daher glaube ich dürfen wir auch den Rahmen nicht vergessen unter welchen Beziehungen heute gelebt werden und eingegangen werden.
00:58:45: und ja na klar wünsche ich mir jedes mal Du bist es und du bleibst es.
00:58:53: Okay, ja wir kommen Richtung Ende weil noch ein paar Sätze dazu.
00:58:59: was kann man denn jetzt so für sich mitnehmen?
00:59:04: Naja ich glaube das total hilfreich ist wenn man weiß woher man kommt und was einen so geprägt hat was für die eigenen Maknen sind, aber auch die guten Seiten.
00:59:20: Also wenn man das so ein bisschen auf der Pfanne hat ist es schon total hilfreich.
00:59:25: und das zweite ist wirklich von Anfang an lernen über das, was in der Beziehung passiert, über die eigenen Befindlichkeiten und Gefühle zu sprechen und vom Anfang an keinem Konflikt, wenn er wichtig ist aus dem Weg zu gehen.
00:59:47: Ich glaube, das ist total wichtig.
00:59:49: Dass man es von Anfang an miteinander übt sich in dieser Unterschiedlichkeit kennenzulernen, anzuerkennen, leben zu lernen und auch artikulieren zu lernen was nicht geht.
01:00:09: Und das ist für mich so Teil.
01:00:11: Es muss nicht alles zusammengehen.
01:00:13: um Himmels Willen Ich bin ja nun kein Verschmelzungs-Fan in Beziehung, sondern ich finde das oft aus dieser Unterschiedlichkeit.
01:00:24: Da kannst du das Neue entstehen.
01:00:28: Das ist so dieser Entwicklungsraum den es dann auch gibt dem man fühlen kann.
01:00:34: Ja weil Du Verschmelzen gesagt hast, ich glaube dass es von Anfang an wichtig seine eigenen Grenzen zu erforschen auch zu setzen, zu kommunizieren.
01:00:44: Ich glaube daran kann sehr viel scheitern gerade an dem Thema Grenzüberschreitung nicht gesetzte Grenzen wirklich klar zu machen so wer bin ich und wie stehe ich in der Beziehung?
01:00:55: Und dann glaube ich auch die Möglichkeit wirklich wenn die Offenheit von beiden Seiten da ist sich auch gemeinsam Muster auch eine Begleitung in Anzug gucken ja zu schauen Seminare zusammen zu machen mal ein paar Therapie.
01:01:08: also ich glaube all das ... ist was, das ein unglaublich weiterbringen kann und gleichzeitig.
01:01:13: Weil es ja häufig auch ein Thema ist.
01:01:14: Wenn so diese Frage im Raum ist... ... will ich eigentlich noch mit meinem Partner und Partnerin?
01:01:19: Auch das kann man erst herausfinden wenn man sich stellt... ...und an gewisse Schmerzpunkte geht,... ...und dann wird man sehr schnell herausfinden ob... ...das Gegenüber bereit ist mitzugehen oder... ...es eher stehen bleiben möchte.
01:01:33: Das heißt mal kann gewisse Dinge beschleunigen auch da durch im Leben... ...dass er sagt hey!
01:01:38: Bevor ich jetzt noch mal ein, zwei, drei, vier, fünf und das ist ja ein häufiges Muster in den Beziehungen.
01:01:42: Ich drehe noch eine Runde, am Ende sind es zehn Jahre totunglücklich in der Beziehung weil ich habe immer noch gehofft und auch zu sagen wo ist der Schlussstrich?
01:01:54: Ich glaube wenn du mich fragen würdest was werden?
01:01:58: so ein Erfolgsrezept für gute Beziehungs- dann würde ich sagen findet raus was das Gemeinsame ist was ihr wirklich zusammen tun wollt, was wir zusammen entdecken wollen.
01:02:08: Was ihr zusammen leben wollt und das wird sich von Lebensphase zu Lebensphase ändern.
01:02:15: also glaubt nicht dass sie das einmal tut dann hält es für den Rest eures Lebens sondern tut es regelmäßig.
01:02:21: und das zweite ist Find raus was dein eigenes ist Und mach es Also erlaube dir auch in der Beziehung ... sowas wie immer wieder auch Raum und Zeit für dein eigenes zu finden, was du brauchst... ...was für dich wichtig ist.
01:02:39: Und was für den anderen wichtig ist?
01:02:42: Es geht viel um Qualität.
01:02:44: also wo wirklich auch dieses?
01:02:46: Wo treffen wir uns in einer qualitativen Zeit die wir gemeinsam verbringen?
01:02:51: und wo habe ich meine es finde ich super wichtig und gleichzeitig dann nicht in zwei Richtungen zu rutschen nämlich Wie du gesagt hast, komplett zu verschmelzen und sich nur noch dem anderen anzupassen.
01:03:01: Hauptsache wir verbringen irgendwie quantitativ Zeit zusammen also deshalb qualitativ oder auf der anderen Seite zu sagen jeder macht nur noch Science und man trifft es auseinander und fährt Autobahnen zusammen ist dann das andere extremer?
01:03:12: ich glaube dass ist wirklich so dieses wenn man sich auf Augenhöhe begegnet.
01:03:16: Jeder hat sein eigenes Leben jeder hat auch eigene Ziele Visionen.
01:03:19: man hat aber auch gemeinsame und kommt immer wieder auf Augen Höhe als zwei wachste Menschen zusammen.
01:03:24: also das ist ja das Idealbild
01:03:26: Ja, klar.
01:03:27: Also ich glaube das wird nicht unser letzter Podcast über Beziehung sein weil da gibt es so viele Aspekte.
01:03:32: was ist beispielsweise wenn Beziehungspartner aus verschiedenen Religionen kommen Aus verschiedenen Kulturkreisen Sprachräumen kommen aus unterschiedlichen Generationen also wenn es Altersunterschiede gibt ältere Männer jüngere Frauen und umgekehrt?
01:03:48: Das das gibt dir so eine Vielfalt von Beziehungen und dann Ich denke wir werden uns
01:03:53: noch öfter treffen dazu Ich glaube auch.
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