Generation Trauma? Warum du das Verhalten deiner Eltern wiederholst

Shownotes

In dieser Folge von Schonungslos & Ehrlich beleuchten wir das tiefgreifende Phänomen des transgenerationalen Traumas. Wir zeigen auf, wie subtil sich unbewusste Familienmuster über Generationen hinweg reinszenieren, sei es durch unerklärliche Existenzängste, die unbewusste Pflicht zur Selbstverleugnung oder biologisch vererbbaren Stress. Wenn du bereit bist, die Geschichte deiner Familie nicht länger als Fluch, sondern als Schlüssel zu deiner wahren Bestimmung zu sehen, liefert dir dieses Gespräch die nötige Klarheit.

In dieser Folge erfährst du:

  • Die Mechanismen der Reinszenierung: Warum unbewusste Sätze wie „Bleib der Familie treu“ sich über Generationen hinweg immer wieder neu verkleiden.

  • Die Biologie des Schmerzes (Epigenetik): Wie Traumata unsere Stress-Gene regulieren und biologisch weitergegeben werden – aber durch ein heilendes Umfeld reversibel sind

  • Das „Crab Syndrome“: Warum Familiensysteme uns oft wie Krabben zurück ins Bassin der alten Gewohnheiten ziehen wollen .

  • Heilung statt Kontaktabbruch: Warum die reine Ablehnung der Herkunft die Muster meistens nur in einer neuen Maske wiederholt.

Kapitel

00:00 Intro: Wenn Generationen aufeinandertreffen

01:18 Axels Geschichte: Das Muster der Selbstverleugnung

07:02 Timos Geschichte: Flucht, Existenzangst und Heimatverlust

12:03 Trauma-Wiederholung: Warum unintegrierter Schmerz wiederkehrt

16:44 Reinszenierung im Alltag: Kriegsechos, Hamstern und Arbeitssucht

24:22 Wenn Systeme Veränderung blockieren

26:29 Die Biologie hinter Trauma: Epigenetik & Reversibilität

33:47 Politische Dimensionen: Von Ruanda bis zur Wiedervereinigung

45:07 Praxis-Check: Individuelles vs. transgenerationales Trauma

53:40 Versöhnung statt Flucht: Warum Kontaktabbruch keine Lösung ist

59:45 Outro

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Viel Spaß beim Hören! Axel & Timo

Transkript anzeigen

00:00:01: Hey Axel.

00:00:02: Hi Timo!

00:00:03: Wie war dein Wochenende?

00:00:05: Mein Wochenende war aufregend und interessant, ich habe... war auf der Hochzeit von meinem Neffent und ich war auf dem Geburtstag von meinem Sohn vorher.

00:00:16: also das war wirklich so Feierwochenende viel Essen, viel trinken wenig schlafen aber gut.

00:00:24: Das heißt die Generationen kam zusammen, es passt ja super zu unserem Thema heute.

00:00:28: Ja, das stimmt.

00:00:29: Das ist ... meine Enkelkinder waren da, Großmütter waren da und mein Vater ist ja auch ... der ist ja Urgroßvater.

00:00:40: Der ist jetzt fast neunzig, er war auch da.

00:00:42: also es waren so.

00:00:43: sechs Generationen waren da.

00:00:47: Du überblickst ja viele Generation in deiner Familie.

00:00:50: bei mir ist es tatsächlich ein bisschen anders.

00:00:52: Meine Großeltern sind früh gestorben.

00:00:54: Also wir haben glaube ich immer so zwei Generationen, die gerade leben.

00:00:58: Bei dir sind das deutlich mehr!

00:00:59: Deshalb finde ich es echt mal spannend wenn wir jetzt in das Thema transgenerationale Prägung und transgenerationales Trauma.

00:01:05: wie prägen uns die vorangegangenen Generationen?

00:01:08: Und wie prädigen wir die Generationen die nach uns kommen einsteigen?

00:01:12: was ist denn so deinen Berührungspunkt zu diesem Thema transgenerationalem Trauma?

00:01:18: Ich fang vielleicht mit der Geschichte von meiner Großbutter an.

00:01:22: Meine Großmutter war Schneidermeisterin im Krieg und hat so Otkotür-Mode gemacht für Schauspieler bei einem jüdischen Modeunternehmer.

00:01:30: Und jetzt sehr früh erkannt, dass das dritte Reich sehr ungünstig für ihn verlaufen wird und meine Oma das Angebote gemacht was eher in die USA geht und das Unternehmen mit ihr zusammen neu aufbaut und ihr Sohn kann mitkommen.

00:01:44: Meine Oma hatte es damals abgelehnt weil sie ihre Schwester in ihrer Familie nicht alleine lassen wollte und ihre Mutter.

00:01:50: Und es ist nicht in die USA gegangen, sondern hat den kompletten Krieg in Berlin erlebt mit all den Folgen und hat beruflich nie mehr die Stellung erreicht, die sie mal hatte.

00:02:03: Zwei Generationen später nach dem Abitur – das war, ich glaube, da ist es seit' seventy oder neunundsiebzig – bin ich auch in die USA gegangen, wollte dort eigentlich in Kalifornien an der Irvine University studieren Und habe das nicht gemacht, sondern nachdem sich meine Eltern getrennt haben, habe ich mich fünfzehn Jahre lang um eine psychisch kranke Mutter gekümmert.

00:02:26: Und sowohl meiner Oma hat ein Leben was möglich gewesen wäre, nicht gelebt und ich auch!

00:02:34: Ich hab es erst sehr viel später gelernt dass es tatsächlich diese Parallele gibt, dass es nämlich diesen Satz in unserer Familie gibt, kümmere dich um die Familie und bleib der Familie treu Und geh nicht deinen eigenen Weg, sondern verleugne dich eher selbst.

00:02:51: Meine Oma hat es gelebt und ich auch und das würde ich schon sehr wohl unter transgenerationalem Trauma

00:02:57: subsumieren.".

00:02:59: Das heißt im Prinzip ein Muster die eine Generation geprägt haben, mehrere Generationen geprägt haben und sich dann wiederholen?

00:03:08: Ja.

00:03:09: Hast du das irgendwann... kam dieser Punkt wo du es erkannt hast und sagst, dass will ich durchbrechen?

00:03:13: Ja!

00:03:15: Dieser Punkt kam Der kam an, der kam sozusagen in unterschiedlichen Lebensphasen auf verschiedene Art und Weise.

00:03:26: Ich bin ja nicht nur ein Familiensystem groß geworden sondern ich bin ja auch in einem Kirchensystem groß geworden.

00:03:33: da waren meine Eltern schon drin und meine Großeltern Und da habe ich rebelliert und bin dann irgendwann ausgestiegen wo ich gemerkt hab das ist nicht mein Ding und was die mir erzählen das stimmt auch nicht.

00:03:46: also Da habe ich diese Muster schon durchbrochen.

00:03:51: und das Interessante ist, dass ich durch Brechsee heute wieder im fortgeschrittenem Alter die Möglichkeit nach Afrika zu gehen.

00:04:01: Nach Nairobi um dort Traumarbeit zu leisten einen Traumatinstitut aufzubauen.

00:04:07: Und diesmal werde ich es machen!

00:04:09: Ich werde sozusagen nicht hier bleiben um jetzt ober zu sein und mich primär um meine Enkel zu kümmern Sondern das, was ich damals nicht gemacht habe.

00:04:18: als junger Mann werde ich jetzt sozusagen im höherem Alter.

00:04:21: Werd' ich's tun?

00:04:22: Ich werd gehen und das wo mein Herz mich hinruft dem vollen.

00:04:28: Hattest du die Auseinandersetzung gebraucht also dass du sagst du hast dir das angeschaut was da so transgenerational ein Trauma vorhanden ist um diesen neuen Weg einsteigen zu können?

00:04:38: Ich hab ja vorhin so erzählt Das Muster in unserer Familie ist bleib uns treu und verleugnet dich selbst.

00:04:46: Das ist wirklich so dieses transgenerationale Muster, um Zugehörigkeit zum Familiensystem aufrecht zu erhalten.

00:04:57: Und das hat lange Zeit gedauert nicht so sehr, wie ich es erkannt habe sondern bis sich bemerkt habe, wie subtil sich das sozusagen immer wieder wieder holt.

00:05:11: Das ist klar!

00:05:12: Am Anfang war's meine Herkunftsfamilie dann später meiner eigene Familie mit meinen eigenen Kindern wo ich damals auch schon ins Ausland gehen wollte, aber meine damalige Frau gesagt hat nein.

00:05:29: Ich bin hier bodenständig und wir bleiben mit den Kindern hier und da bin ich wieder da geblieben.

00:05:35: oder ein anderes Beispiel.

00:05:38: Ich wollte noch den Motorradführerschein machen und der Bruder meiner Frau war ums Leben gekommen bei einem Unfall, Autounfall.

00:05:48: Und meine Frau hatte solche Ängste, dass wenn ich Motorradführerschein mache, dass mir vielleicht so was ähnliches passiert.

00:05:54: und ihr zuliebe habe ich den Motorrad-Führerscheinen nicht gemacht.

00:05:59: Also auch da wieder sagen dieses mach nicht dein Ding sondern einem Rücksicht aufs Familiensystem.

00:06:10: Ich bin ja jetzt selber Opa von drei Enkeltöchtern Und jetzt ist eigentlich wieder so dieser Ruf ins Familiensystem, aber jetzt aus der Großvaterrolle.

00:06:20: Ich würde sich nicht mehr darum kümmern die Jüngeren unterstützen.

00:06:24: und da ich gemerkt habe wie subtil sich das wiederholt und reinszeniert und dass, darf ich sagen jedes mal einen neuen Anlauf machen muss um es zu durchbrechen und nicht wieder in die gleiche Falle hineinzutappen weil die Falle sieht nie gleich aus Das Muster inszeniert sich immer wieder anders und das ist sozusagen, dass... Naja es ist wirklich teilweise so das Perfide daran, dass du's nicht auf Anhieb erkennst.

00:06:57: Obwohl es dasselbe ist aber diesmal siehts ganz anders aus.

00:07:03: Das kenne ich tatsächlich auch.

00:07:04: also spannend.

00:07:05: Ich habe so ein bisschen mitreflektiert auch was bei mir auch transgenerationale Muster sind Traumata, die sich übertragen haben.

00:07:17: Vor einigen Jahren habe ich mal daran gearbeitet und dann kam eben das Thema meiner Existenzängste und gleichzeitig so ein fehlendes Gefühl von Heimatbezug zu einer Region beispielsweise in der ich aufgewachsen bin.

00:07:35: Tatsächlich, ich hatte es ja irgendwie lang biografisch angeschaut und biographisch bin ich kein Deut weitergekommen.

00:07:41: Ich hatte nie ein Existenzverlust erlebt in meiner eigenen Geschichte im Sinne von das ist die Familie kurz davor war auf der Straße zu landen oder Haus zu verlieren.

00:07:49: Und erst so.

00:07:50: dieses Verständnis des Transgenerationalen hat mir dann geholfen zurückzuschauen und ich bin damals auf einmal mein Vater zu, meine Mutter aber auch gefragt, was ist denn so mit den vorangegangenen Generationen passiert?

00:08:06: und habe dann eben erfahren.

00:08:08: Also erst mal von mütterlicherseits, also Großelterngeneration, väterlich wie mütterlich wiederum musste flüchten.

00:08:16: nach dem Zweiten Weltkrieg das heißt sie waren im Sudetenland hatten dort über Generationenhöfe aufgebaut haben dort gelebt dann im ehemaligen...also Deutschland war ja auch Region, die heute Polen ist.

00:08:29: Und dann nach dem Weltkrieg mussten sie eben alles von heut auf morgen hinter sich lassen und flüchten über Generationenaufgebaute Hülfe, Orte von heute auf morgen mit einem Koffer verlassen und sind dann durch Deutschland geirrt.

00:08:42: Da habe ich das erste Mal so den Bezug auch zu meiner eigenen Körper-Sensation von Existenzangst an Verständnis erzeugen können warum das in mir noch so aktiv ist, warum es mir so schwer fällt mich an einem Ort wirklich zu Hause zu fühlen oder ein Heimatsgefühl aufzubauen.

00:09:02: Wahrscheinlich weil da auch eben viel Angst steckt.

00:09:04: Das war die eine Komponente, die andere Komponenten aus diesem Trauma und möglicherweise auch anderen Generationen Traumata entstanden waren, gehen nicht deinen Weg sondern geht den Weg der Existenz sichert.

00:09:18: also mach einen sicheren Job.

00:09:20: Es ist völlig egal, ob dir das gefällt.

00:09:22: Es is völlig egal ob du dabei eine Zufriedenheit findest.

00:09:27: Ein Job, eine Berufung muss nicht erfüllend sein sondern Hauptsache sie sichert dein Überleben.

00:09:32: und ich habe es einmal mit der Lichterzeit stark erlebt.

00:09:36: ja da war auch immer machbar was Sicheres.

00:09:38: Ich bin wirklich tatsächlich... eigentlich wollte ich Richtung Traumarbeiterrichtung Psychotherapie gehen Und hab mir meine Mutter geredet Pflege, das ist so sicher.

00:09:53: Da wirst du immer einen Job haben.

00:09:55: und es hat wirklich dazu geführt dass ich nach Hamburg also einmal durch Deutschland gefahren bin auf dem Job in der Ascleopys Klinik beworben habe und dort Vorstellungsgespräch hatte Und ich hoffte nicht wusste was sich da sollte.

00:10:05: und ich saß da drin, was mache ich hier eigentlich?

00:10:07: Ich hab dann den Job bekommen aber war dann... Hat sich doch eine andere Möglichkeit aufgehtan, habe ich BWL studiert.

00:10:13: Saß ich im BWl Studium dachten wir was mach' ich hier Eigentlich!

00:10:15: Was hat denn das damit zu tun was ich eigentlich möchte?

00:10:18: Und ich habe zum Glück diese Kurve bekommen.

00:10:21: Ich hab die kurve bekommen, wo ich irgendwann erkannt habe... ...ich wiederhole hier ein altes Muster und das kannte ich eben so mütterlicherseits.

00:10:28: Väterlicherseits kannte ich dann eben... Das schon über die väter Generation.

00:10:33: also mein Vater hat viel Abwertung erfahren von seinem Vater.

00:10:36: der wollte immer dass er Anwalt wird oder Doch tatsächlich Anwalt wird, hat Jura studiert.

00:10:42: Dann hat es für seinen Vater getan, hat das irgendwann abgebrochen ist dann von einem Job zum anderen wusste nicht was er mit seinem Leben anfangen soll hatte dann fasende Arbeitslosigkeit und hat auch nie so seine Berufung gefunden.

00:10:54: ich hatte dann sozusagen mit meinem Vater das Glück dass er mich nicht abgewertet hat oder gesagt hat mach das und das das hat Status sondern schon immer mir sehr zugesprochen hat, wenn ich von mir selber kam.

00:11:07: Aber es war auch nicht so dieses Hey!

00:11:08: Ich fordere dich jetzt mal.

00:11:09: Komm, ich nehme dich mit an die Hand und wir schauen mal was dein Weg ins Leben

00:11:13: ist.".

00:11:15: Und da musste ich wirklich viel an mir arbeiten um diese Kurve zu kriegen sozusagen in meine Berufung...und du hast das so schön gesagt, dann diese Muster wie sie latent in neuer Form wiederkommen, dann zu sehen auf dem Weg in meine Berufung diese Existenzängste beispielsweise im wieder unglaublichen Stress in Hamsterräder und gewisse Muster wieder gebracht haben, auch innerhalb meiner Berufung.

00:11:40: Und so auch teilweise viel Erschöpfung und viel... Auch wieder Demotivation tatsächlich reingezogen haben und auch da wieder zu erkennen Stop!

00:11:49: Ich wiederhole hier was schon auf meinem Weg und ja das finde ich schon unglaublich spannend wie stark diese Prägungen sind die uns die Generationen so mitgeben?

00:12:03: Es gab einen französischen Arzt, Psychotherapeuten und Philosophen.

00:12:11: Der hat glaube ich schon aus dem Jahr eighteenhundert neunundachtzig, hat ja schon gesagt ein Trauma was nicht integriert wird muss wiederholt werden.

00:12:21: Pierre-Félix Janais hieß der und er hat es gesagt Und ich glaube, wir wären schon viel weiter gewesen wenn wir diese Linie damals gefolgt werden.

00:12:31: Aber Freud hat sich sozusagen durchgesetzt mit seinem Verständnis von Psychotherapie.

00:12:40: Das Interessante was ich finde ist dass gerade wie in Deutschland Wir haben mir diese Generationen die zwei Weltkriege erlebt haben also meine Urgroßeltern Die haben tatsächlich zwei Welt Krieger erlebt Mit diesen Verlusterfahrungen.

00:12:54: meine große älter Mütterlicherseits waren auch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb als Betriebsleiter und konnten dann aber nicht mehr davon leben, sind nach Berlin gegangen.

00:13:11: Dann kam der erste Weltkrieg und der damalige Kaiser hat eine Kriegsanleihe aufgelegt.

00:13:19: Der Werbeslogan war damals Gold für Eisen also dass die Leute ihre Goldmark dafür geben, dass Kanonen gebaut werden kann.

00:13:31: Und diese Kriegsanleihe war verzinzt und die Hoffnung war das die Leute mehr Geld kriegen als sie reingezahlt haben.

00:13:39: Unglücklicherweise ging der Krieg damals verloren und damit waren auch diese Kriegsanleihen nicht mehr wert.

00:13:46: Meine Urgroßeltern hatten zwanzigtausend goldmark gegeben und eigentlich war dieses Geld dafür bestimmt in Berlin, also am Stadtrand ein bestimmtes Grundstück mit einem Haus darauf zu kaufen.

00:14:00: Und sie wussten schon genau welches das war?

00:14:04: Haben dann diese Kriegshandlei gekauft und das ganze Geld verloren.

00:14:10: Diese Verlustangst zieht sich jetzt wirklich durch unser Familiensystem über die Generation hinweg.

00:14:20: Es gibt immer so dieses Sehnsucht nach einem Platz einen eigenen Platz zu haben der uns gehört Und gleichzeitig wiederholt sich so dieses, und es reicht nicht.

00:14:35: Meine Eltern hatten die Möglichkeit da einen Grundstück zu kaufen am Wannsee und den haben noch um zwanzigtausend Mark damals gefehlt.

00:14:49: Die Freunde, die sie angefragt haben, haben ihnen das nicht geliehen.

00:14:54: An zwanzigtausend Mark ist es damals gescheitert, das war in den sechziger Jahren.

00:15:01: Das ist ein Grundstück, das heute Millionen wert.

00:15:05: Und es ist total spannend wie sich diese Verlusterfahrung durchziehen.

00:15:13: und da gibt's wirklich so ein Thema in meinem Familiensystem kann Geld, kann Besitz, kann es bei uns bleiben oder geht es immer wieder verloren?

00:15:27: Ich kann mich erinnern ich habe schon sehr früh relativ viel Geld verdient aber ich habe es auch gut wieder ausgegeben.

00:15:37: Also dieses etwas sich anzusparen, etwas aufzubauen, etwas eigenes zu besitzen ist in unserem Familiensystem nicht geglückt wenn ich mir das so anschaue.

00:15:52: und bei uns ist wirklich diese Verlusterfahrung einerseits und ich bin nicht mal ein Weg gegangen was ich erzählt hab von meiner Oma Und ich sehe das bis zu meiner Nichte.

00:16:10: Die war jetzt sieben Jahre in Korea und die hat auch in Korea studiert und da gearbeitet, und die musste so weit weggehen um sich selber zu finden und rauszufinden was sie eigentlich will und kommt jetzt sozusagen wieder nach dem Siebeln der halbe Welt gereist.

00:16:28: Das kommt jetzt wieder zurück um herauszufinden ja... Was ist hier mein Weg?

00:16:35: den ich gehen will.

00:16:40: Es ist, ich finde es faszinierend bei transgenerationalem Trauma.

00:16:44: Du hast gerade von dieser Reinszenierung gesprochen das heißt wie sich's über Generationen reinszeniert aber dann häufig sozusagen gleiches Muster andere Auswirkungen oder andere Sichtbarkeit also beispielsweise Workaholic Suchkrankervater Alkoholiker, Sohn in der nächsten Generation.

00:17:09: Gleiches Muster in einer anderen Auswirkung oder Ausprägung aber es wiederholt sich sozusagen so lange das nicht durchbrochen wird.

00:17:17: Ich habe also tatsächlich vielleicht noch ein Beispiel auch von mir.

00:17:20: was ich immer unglaublich prägend fand war auch dieses transgenerationale Trauma gezeigt hat.

00:17:26: du hast von den Weltkriegen gesprochen und bei mir war's auch so dass vom mütterlicherseits mein Großvater Krieg war an der russischen Front hat dann durch einen Lungsteckschuss verletzt und hat dadurch den Krieg überlebt.

00:17:43: Und es war so, dass meine Mutter ein Krebs erkrankt ist.

00:17:49: Das hat dazu geführt, dass sie ihr Bein bis oben hin zum Becken amputiert werden musste.

00:17:55: Und der erste Gedanke hat sie mir erzählt, wo sie aufgewacht ist aus der Narkose und gesehen hat, mir fehlt ein Bein war wie kann ich jetzt Hamstern gehen?

00:18:04: Wahnsinn!

00:18:06: Wie kann ich meine Familie versorgen wenn wir hier Krieg haben?

00:18:09: das war der erste gedanke nachdem Sie aufgewachten so hat sie es mir erzählt.

00:18:15: Sie hat da sehr offene Bezug zum Thema transgenerationalen Trauma.

00:18:19: Da ist mir so bewusst geworden, wie prägend das ist und ich glaube wir werden auch noch mal reingehen, wie wird es möglicherweise übertragen?

00:18:26: So ein transgenerationales Trauma, das zeigt mir so.

00:18:28: ja es gibt

00:18:29: die

00:18:29: Körpersensation also ein Gefühl dass mit transgenerationalen Trauma einhergeht.

00:18:34: aber das war eine klarer, nicht bewusst vielleicht unbewusst, aber ein kognitiver Gedanke der damit ins Feld kam wo ich sage wow!

00:18:43: Ja, also möglicherweise hat sie darüber auch mit ihrem Großvater mal gesprochen.

00:18:46: Obwohl er eher ruhig war was das Thema angeht.

00:18:49: Also Silent Generation die das erlebt hat und nicht viel drüber gesprochen hat.

00:18:54: aber das hat man nochmal sehr eindrücklich gezeigt wie transgenerationales Trauma wirken kann.

00:19:01: Und es ist spannend dass du noch einmal so sagen diese Suchtkomponente reinbringst.

00:19:06: Die sucht ist ja oft eine Bewältigung.

00:19:11: Strategie für Trauma.

00:19:14: Wir haben in unserem Familiensystem viele Verlusterfahrungen.

00:19:18: Das heißt, wo Menschen gestorben sind und mit diesem Schmerz umzugehen war in der Eltern- und Großelterngeneration Alkoholismus weit verbreitet.

00:19:33: Und ich habe mein Vater auch noch erlebt.

00:19:37: Der hat regelmäßig jeden Abend wirklich mindestens eine Flasche Wein getrunken.

00:19:45: Ich glaube er hat das über dreißig Jahre oder so gemacht Heute nicht mehr, aber damals schon.

00:19:52: Und ich habe gesagt, ich werde nicht anfangen zu trinken.

00:19:57: Aber ich hab zwei andere Sachen gemacht.

00:20:00: Ich glaube, ich habe exzessiv gearbeitet und ich habe gut und viel gegessen.

00:20:05: Als ich jünger war, war das kein Problem, hatte ich einen hohen Grundumsatz.

00:20:09: Als sich älter wurde hat sich das geändert.

00:20:12: Und so sagen auch wie diese Sucht sich anders reinszeniert... ...und das was du von deiner Mutter sagst, erzählst mit diesem Hamstern bei mir war es wirklich arbeiten.

00:20:23: Und ich war so Mitte dreißig, ich war Betriebsarztvorsitzender Aufsichtsrat und Selbstständiger Berater und hatte Büros in Stuttgart an Frankfurt und Berlin und war so sechs von sieben Tagen unterwegs und stehe eines Tages am Flughafen und auf einmal habe ich wie so einen heißen Stich im linken Arm der hochzieht und ich weiß nicht, ich dachte ist aber ein bisschen früh für den Hartzinfarkt.

00:20:51: Die Frau am Schalter sagt, sie sind so blass.

00:20:54: Geht's ihr nicht gut?

00:20:56: Nein, mir geht es nicht gut.

00:20:57: haben Sie mich in Berlin sofort in die Flughafenklinik untersucht?

00:21:01: und ob es eine Herzenfakt ist oder nicht.

00:21:06: Mein erster Gedanke war als ich auf dem Ding lag auf der Liege und die mich untersucht haben weil mein Erster gesagt hoffentlich hat der Flugverspätung dass ich noch mit auf die Maschine komme.

00:21:21: Und das war so krank.

00:21:23: Es war zum Glück nur ein Schwächeranfall.

00:21:25: Die Maschine hatte wirklich Verspätung und ich kam dann, hab die auch noch genommen und bin am nächsten Tag zum Arzt gegangen Und der hat mich dann schon vielleicht verrückt erklärt und sagt dass Ich doch mein Lebenswandel ändern sollte in Zukunft.

00:21:43: aber das war genauso bisschen ähnlich wie dieses Hamstern mit deiner Mutter.

00:21:49: Wahnsinn.

00:21:50: diese Geschichten Also, wenn ich das auch nochmal mich selber so dran erinnere... ...bescheuert.

00:21:57: Total bescheuern!

00:22:00: Ja, und ich glaube es ist keine seltenheit.

00:22:01: Also ich kenne das jetzt nicht in der Ausprägung so habe ich's nicht erlebt aber ich kende sie auch.

00:22:04: Ich werde krank und krieg sofort ein schlechtes Gewissen und denke ich muss doch funktionieren?

00:22:08: Ich muss ich muss ich muß Und hab dann schlechtes gewissen wenn ich krank bin zum Beispiel und das hat dann verschiedene Gründe.

00:22:14: dieser Drang ich muss noch was vorwärts bringen der drang Loyal zu sein zu anderen Menschen die gerade arbeiten also ganz viel was auch loyalitätskonflikte meiner familien riesen ding.

00:22:24: Auch eher glaube ich mitteilicherseits viel als ich glaub.

00:22:27: es gibt so Es gibt ja so verschiedene Ursachen, die dazu führen dass wir transgenerationales Trauma weiterführen.

00:22:33: Ich würde sagen es ist natürlich einmal das durch das wie wir unsere Eltern erleben im Alltag in der Erziehung indem sie uns Beziehungen vorleben wie Sie selbst mit ihren Emotionen Ängsten und so weiter umgehen ihre Muster Das prägt uns auf der einen Seite.

00:22:50: das heißt Erleben das als Kind und übernehmen das, adaptieren das.

00:22:54: Das ist glaube ich die eine Möglichkeit.

00:22:56: Ich glaube eine andere Möglichkeit, die häufig auch ein Thema ist, ist Loyalität und Zugehörigkeit.

00:23:02: Das heißt starke Bände in der Familie weil wenn ich etwas anders mache... bin ich da noch loyal meiner Familie gegenüber.

00:23:11: und das hört sich jetzt so rational erstmal ein bisschen blöd an, weil ich denke doch nicht drüber nach.

00:23:15: Bin ich loyal wenn ich jetzt zum Beispiel einen Muster verfolge was mir schadet oder nicht schadete sondern es passiert ja auf einer sehr unbewussten Ebene.

00:23:22: Das heißt ich gefährde Loyalität Und dass ist ja auch nicht selten.

00:23:28: Ich krieg's auch immer wieder von unseren Teilnehmern und Teilnehmerinnen Auf den Seminaren beim Epigenidekot und so weiter kriegt es immer wieder Trauma ja auch.

00:23:35: Kriegen wir es ja immer wieder mit?

00:23:36: Das heisst ich veränder etwas Und auf einmal kriege ich Probleme im Familiensystem.

00:23:42: Also nicht alle Familiensysteme reagieren damit mit Stolz oder sagen schön, dass du dich entwickelst sondern viele fangen ja an dann Angst zu bekommen.

00:23:51: das könnte was in die Oberfläche kommen.

00:23:52: sie selbst werden gefährdet mit ihren Mustern da könnte etwas sozusagen da könnte eine Wahrheit auf dem Tisch kommen Und dann wird gegen Menschen gearbeitet, die möglicherweise versuchen da etwas aufzudecken und was anders zu machen.

00:24:04: Das heißt man erlebt dann sagen auch noch die Angst des Zugehörigkeitsverlust innerhalb des Familiensystems.

00:24:09: also das sind sozusagen starke Bände auch was diese Loyalität und Verbindung zum Familiensystem eingeht und darüber auch verbunden zu bleiben indem ich alte Muster fortsetze.

00:24:22: Ein Freund von mir hat dieses Muster mal als Crap Syndrome beschrieben.

00:24:27: Und zwar gibt es wohl eine Krabbenart, wenn du die in so ein Basseng sperrst und dann will eine Krappe raus klettern weil sie meint ja drumherum ist auch schön.

00:24:38: Ziehen die anderen Krabmen diese wieder zurück und ich glaube das nicht zu unterschätzen diese Wirkung.

00:24:49: Wenn du sozusagen aus den Gewohnheiten, aus den Mustern aus den, das was man schon aus den Traditionen wenn du da ausbricht.

00:25:03: Du stellst dir das System aus dem du kommst erstmal in Frage und in der Regel sind diese Systeme darauf ausgerichtet sich in ihren Gewohnheiten zu erhalten.

00:25:16: die reproduzieren sich selber unter dem Objekt wo einer etwas durchbricht oder weinende und es anders machen will kriegt sie bekommt eigentlich eine regel Widerstand.

00:25:28: Und aus meiner Sicht gibt es so drei Ebenen, auf denen transgenerationales Trauma weitergegeben wird.

00:25:33: Das ist einmal diese gesellschaftliche Ebene.

00:25:36: also was sind Wert-Norm-Regeln die sozusagen für alle gelten?

00:25:44: Die zweite Ebene ist tatsächlich das Familiensystem.

00:25:48: Was sind da die Regeln und Norms?

00:25:50: Was sind so?

00:25:50: die Vermächtnisse von einer Generation zur anderen weiter gegeben werden?

00:25:55: Und bei Familiensystem ist natürlich so, dass Zugehörigkeit als Baby das Überleben sichert.

00:26:03: Kein kleines Kind kann alleine überleben und das ist natürlich in uns gespeichert.

00:26:09: also diese Erfahrung, wenn ich da zugehöre versorgen nehme mich und so weiter und dieser Erfahrung bleibt ja in uns geschpeichern.

00:26:18: die Angstzugehürigkeit zu verlieren ist eine Überlebensangst.

00:26:23: Also deswegen sind glaube ich Familiensysteme auch Wirkmächtig.

00:26:29: Und diese dritte Ebene ist natürlich auf der Ebene unserer eigenen Körperlichkeit und Biologie, dass diese transgenerationalen Trauma sind Stresserfahrungen.

00:26:41: Das wissen wir ja und du am besten Stresserfahrung verändert tatsächlich die Epigenetik.

00:26:50: Diese Veränderung wird von einer Generation zur nächsten weitergegeben.

00:26:54: Genau das ist so diese biologische Ebene die noch reinkommt Ja, so sehr intensiv beforst wird aber sehr lang unklar war und jetzt erste Forschungsergebnisse da auch zeigen.

00:27:06: Dass wir da auf einer Ebene die über unseren Genen liegt, die unsere Gene reguliert, da auch was an nächsten Generationen gerade bei sehr intensiven Traumata, wo du das beforscht und gesehen im Ergebnis weitergeben, was sich dann in Gefühlslagen Stress sensibilität, fehlende Stressresilienz zum Beispiel auswirken kann.

00:27:25: Ich kann da irgendeine Studie nennen, die sehr klar gezeigt hat wie intensiv das sein kann.

00:27:34: Das war die Holocaust Survivor-Studie.

00:27:37: Die hat sich sozusagen mit den Juden, die die traumatischen Kräueltaten des KZs überlebt haben und deren Kinder, die in Sicherheit und Wohlstand vergleichsweise aufgewachsen sind Taten und diese Traumata nicht erfahren haben.

00:27:54: oder also es war auch nicht so, dass sie in dem Moment schwanger waren sozusagen die Mütter mit den Kindern.

00:27:59: Oder eben genau die Generation davor.

00:28:02: Und dann haben die Untersuchungen gesehen das ist an einem Stress gehen epigenetische Veränderungen durch.

00:28:06: diese traumatischen Erfahrungen bei den Betroffenen gab.

00:28:11: Das wurde auch im Zusammenhang gebracht mit dem Thema Dysregulation im Stresssystem Nervensystem Ängste psychischer Krankungen.

00:28:19: Dann hat man die nächste Generation untersucht, also die Kinder, die dann meist in Israel sicher aufgewachsen sind und Wohlstand dann schon auch erlebt haben.

00:28:30: Und sie hatten dann auch epigenetische den Armitilierungs... verändert im DNA-Mitgliedungsmuster.

00:28:37: auf diesem Stress gehen wo man eben dann auch darauf geschlossen hat wow da hat wirklich einen durch diese stark traumatischen Erfahrungen der KZ hat da wirklich eine biologische Weitergabe an die nächste Generation stattgefunden, wo man davon ausgeht.

00:28:51: Das alles ist natürlich noch so vage in der Forschung.

00:28:53: Man sieht es im Ergebnis aber man geht davon aus dass dadurch auch zum Beispiel die Generation größere Probleme in der Stressregulation hat.

00:29:00: Das heißt, wir haben ja wirklich nicht nur das was beobachte ich.

00:29:03: Was erfahre ich?

00:29:05: Reinszenieren meine Eltern natürlich in Trauma sondern ich habe wirklich auch diese biologische Weitergabe von Trauma auf dieser Ebene.

00:29:12: Auch wenn man noch nicht genau weiß wie es funktioniert und das gibt's einmal sozusagen auf dieser transgenerationalen Ebene.

00:29:19: und dann untersucht die Epigenetiker auch intensiv Was passiert schon im Mutterleib, wenn das Kind sozusagen im Mutter-Leib heranwächst?

00:29:25: Und auch da gibt es Studien die zeigen, wenn zum Beispiel durch die Beziehung der Eltern die Mutter sehr gestresst ist.

00:29:30: Diese Stresshormone gelangen auch ins Blut des Kindes.

00:29:33: Sie sind ja verbunden miteinander und führt dazu hat eine Studie gezeigt dass die Vorläufer zählen des Hypokampus sozusagen epigenische Veränderungen aufwiesen Die später dazu geführt haben Wenn das Kind auf die Welt kamen und dann selbst immer wachsen alter Das Kind nicht mehr so stressresilient war.

00:29:49: Das heißt durch vermehrten Stress in der Schwangerschaft hat es dazu geführt, dass die später die erwachsenen Menschen dann einen schwierigeren Umgang mit dem Thema Stress hatten und stärker auf Stress reagiert haben.

00:30:02: Das heißt da haben wir wirklich auf der biologischen Ebene mehr und mehr Forschungsergebnisse, die auch zeigen das ist Tatsache!

00:30:10: Die Bessel von de Kolk, ich glaube er ist ja an Harvard University oder Harvard Medical School Und der, der dieses Buch The Body Keeps the Score oder im Deutschlands glaube ich verkörperter Schrecken geschrieben und da beschreibt er so die Geschichte der Traumaforschung.

00:30:30: Und auch bis hin zu das wir heute nachweisen können dass tatsächlich sowohl bei den Samenzellen der Männer als auch bei den Eizellen der Frau epigenetische Veränderungen durch traumatische Erfahrungen stattfinden und diese dann weitergegeben werden.

00:30:45: Oder um es nochmal zu ergänzen die Isabel Mansui an der ETH in Zürich, die an Mäusen forscht und die glaube ich bis in die fünfte Generation oder sechste schon nachweisen kann wie Stresserfahrung bei Mäusern.

00:31:00: Und beispielsweise dass die Kinder von der Mäusermutter für ein paar Stunden getrennt werden kommen dann im anderen Bereich und allein diese Stresserfahrung reicht schon aus das diese Mäuse dann ein anderes Verhalten zeigen zum Beispiel eine erhöhte Risikobereitschaft, also die machen Sachen wo sie ihr eigenes Lebengefährten abstürzen und das auch über die Generation weiter vererben.

00:31:28: Und auch diese eingeschränkte Stressregulationen, die Sie dann haben, die sie weitervererben... Das Interessante ist wenn die nachfolgenden Generationen andere Erfahrungen machen, nicht dieses Getrennzeinerleben genug Platz haben zum Spielen, genug Essen haben.

00:31:48: Dass sich dann das auch wieder so zurückbilden kann.

00:31:53: also dass diese Veränderungen in der Epigenetik reversibel sind und es ist eine der spannenden Erkenntnisse.

00:32:01: transgenerationales Trauma muss kein dauerhaftes Schicksal sein sondern wenn sich eine Generation dazu erschließt was entschließt etwas anderes zu machen kann sich auch transgenerationales Trauma wieder verändern.

00:32:16: Das fand ich auch so eindrucksvoll an einer ihrer Studien, weil tatsächlich ist es ja so dass Mäuse uns über neunzig Prozent genetisch identisch sind.

00:32:23: Auch wenn wir natürlich komplett anders ausgeprägt sind aber man auch nicht eins zu eins alles vergleichen kann Aber natürlich schon den Enzen hat das man zumindest Erklärung oder Erklärungsansätze daraus ableiten kann und das was du ja gerade angesprochen hast das war eine.

00:32:36: Die Studie hat praktisch gesehen, dass wenn dramatisierte Väter dessen Sperma genommen wurde in die Mütter eingesetzt wurde dann die Kinder zur Welt kamen.

00:32:46: Die Kinder die Väter nie erlebt haben das ist ja der wichtige Faktor der Dramsgeneration war biologischen Weitergabe und die Vater hatten sozusagen am Vasopressin gehen.

00:32:56: es war zu stark ablesbar durch dieses Trauma Aggressivität, hohe Ängstlichkeit, Suchtverhalten.

00:33:03: All das was man bei Menschen beobachtet eine Trauma sozusagen und das war dann eben fand ich so einungsvoll dass dann die Kinder auch mit diesem Problem auf die Welt kamen.

00:33:13: Das war so präsentzustark ablesbar war und zu viel im Kreislauf.

00:33:18: aber dann durch einen sehr vertraute näher spendende Umfeld also ein heilendes Umfeld für die Mäuse diese Regulierung wieder rückgängig, oder sage ich mal eine positive Regulierung sich das Ganze wieder eingeschwungen hat und dann die Mäuse wieder ein normales Leben führen konnten.

00:33:36: Und das ist es was du beschrieben hast wo ich sagst so ja da können wir sozusagen generational etwas unterbrechen wenn wir das übertragen.

00:33:47: Ich schlage nochmal so die Brücke nach Afrika mit den Genoziden in Burundi oder an Rwanda weil ich in diesen Zusammenhängen auch arbeite und das kenne.

00:33:58: Da sind ja hunderttausende von Männern umgekommen, die vorher Väter waren und dann im Krieg gestorben sind.

00:34:08: Und in diesen Regionen wachsen ungefähr die Hälfte – jetzt nehme ich mal die Jungs ohne ihre biologischen Väter auf, die lernen sie nie kennen.

00:34:20: Aber die kriegen genau sozusagen diese Gewalterfahrung.

00:34:27: Das kriegen Sie übermittelt In ihrem eigenen Nervensystem ist.

00:34:33: die haben eine geringe Stressresilienz, die haben verbindete Lernfähigkeit.

00:34:39: Der soziale Fähigkeiten sind eingeschränkt und was sie einfach brauchen sind sich Verbindungserfahrungen.

00:34:47: Und das Interessante ist dass sozusagen die Regierung sagt naja Bürgerkrieg ist halt zu Ende.

00:34:57: Wir sind jetzt auf dem Weg von Wirtschaftswachstum und konzentrieren uns darauf, dass wir materiellen Wohlstand erarbeiten.

00:35:05: Und die seelischen Flurschäden, die das hinterlassen hat für die nächsten Generationen werden nicht gesehen und es wird auch keine adäquate Hilfestellung geleistet.

00:35:17: Diese Generation ist jetzt – ich erlebe die teilweise dann – wie schwer sie sich tun im Leben ihren Platz zu finden?

00:35:26: Wie schwer sie eine Sinnhaftigkeit zu finden und wie schwer die sich tun, stabile Beziehungen einzugehen.

00:35:36: Oder um das mal so Platz zu sagen immer mehr junge Frauen, die Schulbildung haben auch zur Universität gehen, sagen, flappt sich ausgedrückt mit so kaputten Männern will ich keine Familie

00:35:50: gründen.".

00:35:52: Ja also wie du ansprichst es hat politische Dimensionen.

00:35:57: Deshalb finde ich auch so wichtig dieses Bewusstsein über transgenerationales Trauma.

00:36:01: Natürlich brauchen die Gesellschaften, die Länder und Nationen auch ein Bewusstseins darüber.

00:36:05: wie hat denn unsere Geschichte und die Generationen davor möglicherweise Spuren in der jetzigen Generation hinterlassen?

00:36:11: Wie wirkt es und wie gehen wir damit um?

00:36:13: das fehlt komplett also zu hundert Prozent Und dieses Verständnis ist wichtig um auch Politik gut machen zu können.

00:36:22: Also zum Beispiel, ich meine so ein Beispiel ist ja häufig auch das jetzt von Afrika gesprochen vor einigen hundert Jahren sind ja viele Afro-Afrikaner und Afrikanerin nach USA geschifft worden als Sklaven und haben dort auf Baumwollplantagen gearbeitet wurden heftigst mishandelt körperlich psychisch auf allen Ebenen die wurden die Kinder entrissen das heißt Kinder wurden verkauert waren im Prinzip eine Ware die gedient hat.

00:36:51: Und dann beobachte man heute, da hat man heute ja in den USA die Markerbewegung also viel auch diese rechte Strömungen, die sagt so Thesen aufstellt wie naja jetzt ist doch alles möglich.

00:37:04: und dann holen sie irgendwie vereinzelt farbige Menschen, die dann sagen ich habe es geschafft Ich stehe jetzt ganz hier oben Es ist doch alle möglich und das ist eine Leugnung davon prägend die Geschichte auch heute noch auf, die zum Beispiel afroamerikanischen Familien ist und wie das weiter wirkt.

00:37:22: Und die möglicherweise auch beeinflusst da hingehen dass es eben nicht fair unausgeglichen ist.

00:37:29: Das ist zwar jetzt auch zum gewissen Grad Interpretation ich habe keinen direkten Studie dazu gefunden aber es ist auch sowas was sich öfter gelesen hab dass natürlich diese traumatische Erfahrungen, die sie erlebt haben.

00:37:43: Sie hatten ja immer Angst davor, ihnen wären die Kinder Interessen.

00:37:46: Die hatten Angst dvor ihre Kinder werden verkauft und werden weitergegeben auf dem Landtagen.

00:37:51: wenn sie sozusagen sich gut entwickelt haben dann gab es einfach ein großes Risiko.

00:37:58: Das heißt allein schon in den afroamerikanischen Familien haben eine andere Tendenz ihre Kinder zu erziehen mit sehr viel Disziplin möglicherweise, also ich würde es nicht kollektiv rüberstülpen aber sind Beobachtungen mit sehr viel Disziplin manchmal auch emotionaler Härte weil da noch diese Angst steckt und das korreliert natürlich immer noch mit dem verdeckten Rassismus der in den USA ist.

00:38:21: Das heißt nicht nur Geschichte sondern auch das wie sie darauf reagieren dass möglicherweise Polizeigewalt stärker gegen Farbigevölkerung ist.

00:38:30: wenn die müssen natürlich ihre Kinder mit dieser Angst erziehen.

00:38:32: Ja, das ist natürlich auch noch mal eine Veränderung aber dass es da Prägungen gibt durch dieses transgenerationale Trauma was es den wiederum den Kindern auch wieder schwerer macht wirklich in diesem System zu bestehen und Das wirkt bis heute und das wird halt nicht thematisiert Und dann wird nur auf die Gegenwart geguckt und sagt ja wir sind jetzt einigermaßen frei der Latente Rassismus der immer noch da ist wird einfach weggeschoben Und die Vergangenheit ist kein Thema mehr.

00:39:02: So kann man keine Politik machen, das zeigt dann sozusagen wie wichtig eigentlich dieses Verständnis für die Prägungen auch von transgenerationalen Trauma ist und auch an diesem Beispiel, wie man heutzutage Politik ausrichten müsste.

00:39:20: Nachhaltige Sozial- und Gesundheitspolitik ohne Traumakompetenz ist glaube ich schwierig zu realisieren.

00:39:28: Ich sage nochmal ein deutsches Beispiel was ich selber miterlebt habe weil ich beteiligt war.

00:39:33: In den Jahren der Wiedervereinigen, also in den Neunen und Achtzig-Nünzeln-Neunzig haben westdeutsche Unternehmen viele ostdeutscher Unternehmen übernommen.

00:39:43: Und dann hat sich herausgestellt nach zwei drei Jahren dass sie nicht wirtschaftlich zu führen waren und dann wurden diese Betriebe geschlossen.

00:39:51: Ich erinnere mich selber noch an eine Betriebsversammlung wo ich den Mitarbeitern verkünden musste der Betrieb wird geschlossen und das war so eine Generation.

00:40:01: die war zwischen Und.

00:40:07: die sind dann in die Arbeitslosigkeit gegangen, zwar abgefedert durch Sozialpläne und arbeitslosen Geld.

00:40:12: Aber sie haben keine adäquate Beschäftigung mehr gefunden.

00:40:17: Das heißt... ...die Kinder dieser Väter- und Mütter haben Eltern erlebt, die auf einmal so ihren... Die ihre Arbeit verloren hatten, die ihre Identität verloren hatten,... ...die ihren Stolz verloren hatten.

00:40:32: Die haben schwache und verlorene Eltern erlebt, die sich nicht mehr wiederholt haben.

00:40:38: Nicht mehr erholten davon und auch keine angemessenen neuen Arbeiten gefunden haben.

00:40:44: in vielen Fällen Und ich glaube das sozusagen dieser sogenannte Rechtsradikalismus In den ausdeutschen Bundesländern viel damit zu tun hat weil diese Kinder Eltern erlebt haben, die von diesem Wirtschaftssystem verraten wurden und das auf den Staat auch übertragen haben.

00:41:10: Ich weiß es selber aus eigener Erfahrung, viele in den ostdeutschen Bundesländern haben sich vom Staat im Stich gelassen gefühlt.

00:41:18: Und dass diese Kinder einen solchen Staat der sie damals im Sticht gelassen hat und wo sie erlebt haben was für Folgendes für ihre Eltern gehabt haben?

00:41:25: Dass die sich nicht mehr damit identifizieren oder einen anderen Staat wollen ist für mich nur verständlich.

00:41:35: sehr viel mehr Augenmerk noch mal darauf zu richten.

00:41:38: Was waren die transgenerationalen Trauma-Folgen der Wiedervereinigung und wie hat sich das ausgewirkt?

00:41:45: Und was müssten wir daraus für heute lernen, um zu sehen dass Rechtsradikalismus sozusagen nicht nur ein politisches Phänomen ist sondern wieviel es eigentlich mit Trauma und Vorerfahrung zu tun hat, die ihre Eltern gemacht haben?

00:42:10: Genau, ich sehe da so beide Seiten.

00:42:13: Ich seh dieses Trauma, dieses Transgenerationale was meiner Meinung nach den Boden bereitet dass sowas schneller und deutlich effizienter vonstatten gehen kann das zum Beispiel Menschen sich mehr radikalisieren Und dann sehe ich aber gleichzeitig auch die Verantwortung.

00:42:28: Aber da will ich gar nicht zu tief reingehen weil es heute nicht.

00:42:30: unser Thema sehe ich natürlich schon in der Politik wie sie in der Gegenwart gestaltet wird Das heißt wenn eine Gesellschaft sich verraten fühlt, wenn viel Korruption herrscht.

00:42:39: Wenn Waffen sonst wohin exportiert würden?

00:42:43: Wenn Doppelmoral in der Politik herrsht was sozusagen gewisse Dinge angeht geopolitisch oder auch anders wo Menschen sich verarscht fühlen glaube ich und dann kommt das zusammen mit einem transgenerationalen Trauma.

00:42:54: also die Vergangenheit wirkt zusammen und dann gibt es eine Radikalisierung beispielsweise.

00:43:00: Das heißt da glaube ich sind so kommen immer berühren sie auch zwei Pole?

00:43:05: Ja Und gleichzeitig denke ich erst, wir unterschätzen die Auswirkungen wenn viele Familien die gleiche Erfahrung machen.

00:43:15: Nämlich dass ihnen ihre wirtschaftliche Exzenzel Grundlage beraubt wird und das sie sich sozusagen übernommen fühlen.

00:43:23: Ich habe gerade letzte Woche nochmal mit Bekannten gesprochen wie aus den ausdeutschen Bundesländern kamen und die gesagt haben Wir wollten nicht beitreten.

00:43:35: Er sagt, ihr habt uns damals übernommen.

00:43:37: Eigentlich war unsere Idee ein Land zwei Systeme und dass wir voneinander lernen.

00:43:45: Und das was ihr mit uns getan habt... Ihr habt uns einfach euer System übergestülpt!

00:43:52: Und ihr habt es viel zu schnell gemacht?

00:43:55: Und ihr wolltet nicht wirklich hinschauen was bei uns vielleicht gut läuft?

00:43:59: Also ein Beispiel ist Wir hatten Flächendecken Kindertagesstätten Die Erwerbsarbeit der Frauen, die Frauenerwerbsquote war viel höher als bei euch und ich kann dem nur zustimmen.

00:44:14: Und das haben wir im Familienmassenhaft erlebt!

00:44:20: Was macht es mit dir wenn du in der Familie erlebst?

00:44:24: Du bist eigentlich nicht wichtig.

00:44:25: Eigentlich war alles falsch sozusagen was du da veranstaltet hast.

00:44:31: und wie wirkt es auf die Kinder?

00:44:33: Sie das erleben, weil die Eltern unterhalten sich doch zu Hause.

00:44:38: Das heißt wir haben ja einmal sozusagen transgenerationales Trauma was viel mit dem Kollektiven einhergeht wie Weltkriege.

00:44:48: Das heißt, das ist sozusagen auch eine transgenerationale kollektive Weitergabe.

00:44:53: Und wir haben schon ein bisschen dieses individuelle Transgenerationale.

00:44:56: was im Familiensystem ist zum Beispiel sehr spannend zu beobachten wenn zum Beispiel Suizid ein Thema in einem Familien System ist oder gewisse Erkrankungen wie sich das wieder und wieder

00:45:05: holen.

00:45:07: Genau also es kommt wieder und wider vor meiner Familie sehr viel Krebs.

00:45:12: Das heißt auf dieser individuellen familiären Ebene gibt's dieses Trauma.

00:45:18: Und jetzt glaube ich es auch wichtig, weil wir haben ja vielleicht auch Menschen die uns zuhören, die selber im Coaching-Bereich tätig sind.

00:45:23: Die Therapeut ist tätig.

00:45:25: Menschen, die es einfach für sich... und davon gehe ich jetzt mal aus in die Menschen, dass sie sich auch sehr viel damit beschäftigen auf einer persönlichen Ebene.

00:45:33: was hat Trauma mit mir gemacht?

00:45:35: Dass es da Unterschiede gibt wie ich mit Trauma arbeite.

00:45:38: Weil diese transgenerationale Ebene ist so wichtig zu verstehen und auch zu adressieren und damit auch in einem gewissen Grad arbeiten zu können.

00:45:46: Weil wie häufig passiert ist, dass Menschen zum Beispiel ein Coaching kommen oder die Therapie beim Traumabreißen ist eher Therapie?

00:45:55: Und haben Thema was möglicherweise transgenerational ist.

00:45:58: man Doktor hat ewig auf dieser biologischen Ebene rum und da gibt es einen großen Unterschied.

00:46:03: Individuelles Trauma möchte ich integrieren ja möchte sich sozusagen mit den Anteilen wieder zu mir nehmen und dann eine Verarbeitung des Schmerzes durch eine Verarbeitung des Schmerzes geht.

00:46:15: Aber transgenerationales Trauma möchte ich jetzt nicht zwangsläufig integrieren und in mir aufnehmen, in dem Sinne wie man es vielleicht beim individuellen macht.

00:46:24: Das heißt da gibt's ja auch nochmal einen Umgang sozusagen der arbeitenden Menschen.

00:46:29: Also flapp sich ausgedrückt.

00:46:33: Transgenerational das Trauma hast du einfach ob du's willst oder nicht?

00:46:38: Die einzige Frage ist ob du es erkennst Ob du dir das bewusst machen willst.

00:46:46: Wir haben einfach in unserer westlichen Medizin und auch Therapiegeschichte steht das Individuum im Vordergrund.

00:46:55: Das hat gesellschaftliche Gründe mit der Aufklärung

00:46:58: usw.,

00:46:59: sozusagen dieser Individualismus, wir haben auch Gesundheit und Therapie als Individualproblem verstanden und so haben sich die therapeutischen Richtungen und Methoden entwickelt konzentriert aufs Individuen- und Entwicklungsarbeit mit der Einzelperson.

00:47:17: Was wir erst vergessen haben war, dass... Wir sind einfach nicht nur Einzelpersonen.

00:47:23: Wir sind Gemeinschaftswesen und du bist Teil einer Familie egal ob du das willst oder nicht.

00:47:31: Und dann ist es in der Familientherapie das erste System was man entdeckt hat.

00:47:42: Das ist vielleicht ganz clever, wenn wir individuelle Symptome haben.

00:47:46: Dass wir das Familiensystem mit dazunehmen weil vielleicht sind ja die Symptomen nur eine Reaktion auf die Dynamiken im Familiensystem und vielleicht gar nicht so sehr ein persönliches Problem sondern vielleicht sind diese Symptom einfach in Form von Bewältigungsstrategie oder in der Form von Anpassung Strategie von Widerstand, was die Leute äußern.

00:48:16: Und dann fängt es an und ich gehe heute einen Schritt weiter diese... dass ich sage wir sind sowohl kollektive und soziale als auch individuelle Wesen und du kannst diese Ebenen überhaupt nicht voneinander trennen weil das ja das wo wir uns unterhalten haben In dem Moment, wo du Familiengeschichte hast.

00:48:36: Die Familie lebt ja nicht im luftleeren Raum sondern die lebt er immer in einer Kultur, in einem Dorf oder in einem Land und in dem passiert ja was Und das wirkt ja sozusagen auf die Familien ein.

00:48:53: Das wirkt zusammen durch die Familien hindurch, das manifestiert sich in uns Und gleichzeitig wirken wir wieder zurück ins Familiensystem und auch in diese kollektiven Systeme, die uns umgeben.

00:49:06: Das heißt, diese Trennung zwischen einer individuellen, einer transgenerationalen und kollektive Ebene ist aus meiner Sicht a-falsch und b-hinterlich für Traumeheinung.

00:49:23: Du musst, wenn du nachhaltig was verändern willst und wenn sich es nicht in jeder Generation wiederholen soll auf allen drei Ebenen gleichzeitig arbeiten und Dienst auch gefassen.

00:49:33: Und dann kannst du aussuchen zu sagen, auf welche Ebene du dich konzentrierst im ersten Amt.

00:49:39: Also du kannst die nicht... Du musst sie zusammen denken, zusammen sehen und auch zusammen

00:49:45: adressieren.".

00:49:46: Ich meine das ist ja das.

00:49:48: Du erlebst es ja, wenn auf einmal ein Thema in deinem Leben da ist wo du merkst ich hab hier einen Leidensdruck.

00:49:54: So ging's mir zumindest.

00:49:56: Es kam eine Angst rein wie die Existenzangst und dann beginnt man sich damit zu beschäftigen und dann kristallisiert sich sehr schnell raus.

00:50:02: Da hat kollektive Komponente transgenerational biografische möglicherweise also bei mir hätte ich glaube alle drei so einen Haken hinter setzen können.

00:50:10: Es gab halt einen die besonders stark vielleicht gewirkt hat Und sobald das reinkommt, macht sie sich damit zu beschäftigen.

00:50:20: Was mir geholfen hat war mich einmal auseinanderzusetzen mit meinem Stammbaum.

00:50:25: also wirklich ich habe mit meinem Vater zusammengesetzt.

00:50:27: wir haben den Ahnenbaum angeguckt und geschaut.

00:50:29: was haben die Generationen erlebt?

00:50:32: Er hat mir von sich erzählt, wie war sein Verhältnis mit seinem Vater.

00:50:36: Also so weit, wie er es auch noch rekonstruieren konnte in die Vergangenheit zurück haben wir gesprochen.

00:50:41: Das hat schon ganz viel gemacht.

00:50:42: diese Auseinandersetzung sozusagen bei meinem Vater.

00:50:46: Meine Mutter erzählt mir auch mal viel Wenn wir drüber sprechen über die Vorrangenganggeneration Wie hat sie ihr Vater geprägt?

00:50:52: Ihre Mutter?

00:50:53: Was ist da so passiert Wo?

00:50:55: ich merke das hilft mir schon Mal Dieser bewusste Umgang Du hast zu schön gesagt, was du gesagt hast, haben wir einfach.

00:51:02: Seitdem ich darüber weiß, dass Existenzängste bei mir auch fitransgenerational bedingt sind heißt es nicht das die weg sind.

00:51:09: Sie kommen und ich kann's aber besser einordnen und ich finde einen bewussteren Umgang damit.

00:51:13: Das heißt sie beeinflussen mein Handeln nicht mehr unbewusst so stark.

00:51:19: Und was tatsächlich mir schon auch geholfen hat ist gibt der einmal Trauma Schmerz Wut Generation zu übergreifen.

00:51:29: Dort hinzuschauen und zu schauen wo es wirklich ist.

00:51:31: Wo ist eine Wut, wo ist ein Schmerz?

00:51:33: Wo ist ne Verletzung?

00:51:34: Ja, wo gab's Übergriffe?

00:51:36: Und dann gab's noch eine andere Komponente.

00:51:38: die habe ich lange ausgelassen.

00:51:41: Das war auch so.

00:51:44: Ich hab da lang was gehabt.

00:51:45: Ich wills anders machen.

00:51:46: Ich Mach's anders wie mein Vater.

00:51:49: Ich mach's anders als meine Mutter Und das ging auch so ein bisschen einher, mich davon abzuschneiden von meiner Herkunft.

00:51:55: So dieses Verständnis, wenn ich anfange sozusagen beispielsweise voran gegangen in der Generation abzulehnen, lehne ich mich selbst ab weil ich stammel von ihnen und das war für mich nochmal ein ganz großer Schritt auch zu sagen neben dem Schmerz und der Aufarbeitung des Ganzen, mich auch sozusagen dieser liebevollen Komponente zu widmen, dieser Dankbarkeit dieses Jahr und da gibt es auch ganz viele tolle Seiten Da war ich auf dem Seminar zum Thema Tod.

00:52:24: Und da hatte man nochmal die Möglichkeit, sozusagen eine Seele zu rufen in so einem Ritual.

00:52:29: War natürlich auch sehr spirituell aber es hat unglaublich gewirkt und hatte eben meinen Großvater fetterlicherseits gerufen und das war wirklich so ein Gefühl... Da kommt noch mal diese Seele ganz rein voller Liebe.

00:52:42: Ich weiß ja Tränen geholt im Ritural weil mir dann immer so bewusst geworden ist Ja!

00:52:46: Da ist unglaublich viel Liebe Und er konnte damals nicht anders und es bindet ihn nicht von seiner Verantwortung sozusagen mit dem, was er an Scheiße gemacht hat.

00:52:55: Aber da gibt's eine Komponente wo auf dieser Sehnebene auch eine Liebe da ist und auch eher sein Bestes gegeben hat mit dem was er damals hatte.

00:53:02: Das zu sehen diese Komponenten war für mich noch mal wichtig auch was zum Beispiel mein Vater angeht.

00:53:08: Zu sehen dass viel Dankbarkeit das auch viel Liebe und da ist viel von ihm in mir Und das sozusagen nochmal aus so einer neuen Brille zu sehen, ohne es als Mechanismus zu nutzen um den Schmerz und die Wut.

00:53:20: Das was sonst noch gibt nicht anzuschauen ist völlig klar.

00:53:22: aber weil ich das erlebe zum Beispiel ich habe es an mir erlebt Ich erlebst viel im Freundeskreis im bekannten Kreis diese strenge Ablehnung sozusagen von der vorangegangenen Generation vor vorangegangenen Generationen.

00:53:36: auch dann ist es für mich sozusagen schwierig in die Heilung zu kommen.

00:53:42: Genau, also auf der einen Seite ist es ja so diese... Ich bleib den Mustern treu und setze sie fort.

00:53:51: Und die andere Variante ist ja ich lehne sie ab und breche den Kontakt ab!

00:53:56: Und einer meiner Lehrer hat in schönen Sprache mal verwandt wenn's um solche Phänomene ging Auf der anderen Seite vom Pferd gefallen ist halt auch nicht geritten.

00:54:07: Auch wenn wir Kontakt abbrechen Das sind nun mal unsere Wurzeln, ob es uns gefällt oder nicht und ihr erlebt das ja oft auch in meiner therapeutischen Praxis.

00:54:20: Dieses Nein ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Geschwistern zu meinen Eltern weil das wo ich erlebt habe ist so furchtbar.

00:54:27: Ja das stimmt.

00:54:31: Aber es ist nicht die Lösung sondern den Kontakt abzubrechen Weil die Gefahr Diese Muster dann Zu wiederholen nur in anderer Verkleidung Ist erheblich die nur wenn ich meine Herkunft akzeptiere und auch integriere, egal was alles schief gelaufen ist kann ich sie wirklich bestimmen und beeinflussen und etwas Neues daraus machen.

00:55:00: Also ich sage es konkret an Beispiel mit meinem Vater sehr patriarchalisch bestimmt usw.

00:55:06: Und ich dachte so bloß nicht so werden wie mein Vater im Umgang mit Frauen Ich mache's ganz anders als ich immer länger besucht unterhalten dachte fuck Ich glaube, ich bin wie er auf dem Rückflug total betrunken.

00:55:21: Weil der Schock so groß war!

00:55:24: So und was ich denn aber gemacht habe war... ...ich hab dann angefangen wirklich meine eigenen Muster zu reflektieren.

00:55:31: Wo bin ich meinem Vater ähnlicher als mir lieb ist?

00:55:37: Das war herausfordernd weil ich dachte da gab es eine Seite wo ich dachte ich bin besser als er und diesen Zahn musste ich mir so ziehen lassen, aber was ich daraus gelernt habe war ja wie kann ich lernen anders zu kommunizieren?

00:56:00: Anders umzugehen.

00:56:01: Wie kann ich wirklich empathisch werden und wie kann Ich klar bleiben und auch entschieden ohne dominant zu sein ohne meine Partnerin in eine bestimmte Richtung drängen zu wollen und das glaube heute bin ich.

00:56:25: Ich habe immer noch viele Seiten von meinem Vater, aber ich glaube dass ich sie auf eine erlöste Form lebe.

00:56:31: Und nicht in dieser konditionierten Form am BS-Tat und wie es am Anfang von ihm übernommen hat.

00:56:42: Okay!

00:56:44: So ein erster Schritt um sich damit auseinanderzusetzen würde ich sagen ist erstmal ja sich mit den vorangangen Generationen und solange die vorangegangen Generationen wie Vater Mutter noch lebt ist natürlich ein Vorteil die Möglichkeit noch zu nutzen.

00:57:02: Um mal zu recherchieren, zu fragen in Verbindung zu gehen und zu schauen was hast du erlebt?

00:57:06: Was haben deine Eltern deine Großeltern erlebt um so zu gucken was beeinflusst mich heute und wo erkenne ich mich wieder.

00:57:13: Ich glaube dieser Schritt könnte vielleicht so ein Erster sein mit allen riesigen Nebenwirkungen.

00:57:17: also das kann auch viel aktivieren.

00:57:18: es muss nur glaube ich dazu sagen dass auch die Auseinandersetzung damit auf viel an die Oberfläche holen kann.

00:57:25: und dann ist es auch wichtig sich bewusst zu machen, vielleicht brauche ich jemanden der mich dabei unterstützt.

00:57:30: Aber ich glaube das wäre mal so ein erster Schritt.

00:57:32: Ja wir Deutschen sind ja immer so ein bisschen so ängstlich und man kann Traumasensibilität auch übertreiben.

00:57:41: Ich erlebte es einfach wenn ich unterwegs bin in Asien oder so.

00:57:45: da habe ich sehr viel mit Flüchtlingsfamilien zu tun.

00:57:49: beispielsweise In Australien sind einundfünfzig Prozent der Bevölkerung.

00:57:55: Sind keine Australier, sondern kamen aus anderen Ländern dahin.

00:57:58: und ich starte meine Workshops die transgenerationalen Traumwerkstops immer mit der Frage was weißt du denn von deinen Eltern und Großeltern?

00:58:07: Und allein wenn sie anfangen sich damit zu beschäftigen.

00:58:11: Die haben kriegen wir so eine halbe Stunde für sich alleine und dann können Sie sich in ihren Gruppen austauschen und das ist oft so erhellend das sagen, wow ich habe mich an so viele Sachen erinnert und was da passiert ist, da entsteht wieder Verbindung.

00:58:33: Ja und es stimmt und dann kommen auch die unangenehmen Erinnerungen hoch, die man vielleicht hat so wegzudrücken.

00:58:40: aber in der Summe erlebe ich immer eine heilende Wirkung.

00:58:45: und einer der sehr schönen Fragen, die ich denn am Ende stelle mal angenommen, deine Eltern hätten alle Ressourcen gehabt.

00:58:53: So alles was sie gebraucht haben, was hätte denn im besten Fall aus ihnen werden können?

00:58:59: Was hast du da für ein Bild davon?

00:59:01: und das ist dann oft sehr berühren und schön zu sehen wenn Sie ihre Eltern beschreiben was aus ihnen hätte werden können, wenn sie denn gute Rahmenbedingungen und Voraussetzungen gehabt hätten.

00:59:15: Ich finde es ist schön, dass kann nämlich auch ein Verständnis und auch Mitgefühl erzeugen, weil bei allem Täter-Tum und Schmerz und was da so drinsteckt, auch transgenerational gab es Umstände die können wir uns gar nicht vorstellen wenn man die Kriege nimmt usw.

00:59:33: mit denen sie umgehen mussten und dort auch nicht zu schnell ins verurteilen zu gehen sondern vielleicht auch einen Verständnis dasein zu lassen für gewisse Dinge.

00:59:45: Auch das kann, glaube ich, ein heilender Prozess sein.

00:59:47: Ich

00:59:47: glaube auch was wir als Kinder oder Enkelgeneration oft vergessen ist unsere Großeltern und Urbosellen mussten überleben.

00:59:58: Das war sozusagen die Frage.

01:00:00: da ging es nicht darum um Selbstverwirklichung und Talente entdecken fördern und leben können.

01:00:06: Überleben war die Frage.

01:00:08: Und nur weil sie überlebt haben gibt's uns heute und allein das Ist Grundsverdankbarkeit

01:00:16: großes Thema, ich finde ein sehr bewegendes Thema.

01:00:18: Ich beruhe es auch

01:00:19: immer wieder

01:00:20: darüber zu sprechen und ich hoffe wir können ein bisschen was bewegen damit.

01:00:23: Ja danke

01:00:24: Grund

01:00:25: wird sicherlich fortsetzen gehen.

01:00:27: Danke Timo!

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