„Ich bin nicht das, was ich habe“: Über Besitz und Identität
Shownotes
Axel stand mit Anfang 40 vor den Trümmern seiner Existenz: Scheidung, Insolvenz und der Gang zum Amt, um finanzielle Unterstützung zu beantragen. In diesem Moment fühlte er sich als Versager, bis sein Schwager zu ihm sagte: „Das nennt sich Sozialhilfe und nicht Sozialschande.“ Timo erzählt von der anderen Seite: Als Unternehmer stand er unter massivem Druck und hat gemerkt, wie ihm Schritt für Schritt die Leichtigkeit abhandenkam. Was passiert mit uns, wenn wir unsere Identität an das binden, was wir besitzen oder leisten?
Gerade wenn du dich mit persönlicher Weiterentwicklung beschäftigst, kennst du vielleicht den ständigen Drang, immer noch jemand werden zu müssen. In dieser Folge sprechen Axel und Timo schonungslos über das deutsche Sicherheitsdenken und über die Angst, zu verlieren, was man hat. Axel erzählt, wie er für sich zu dem Satz fand: „Ich bin nicht das, was ich habe.“ Timo beschreibt, was wahrer Optimismus für ihn bedeutet: darauf zu vertrauen, in Krisen eine Lösung zu finden und handlungsfähig zu bleiben. Am Ende sind sich beide einig, dass das Leben allein schon Grund genug zum Feiern ist. Eine Frage nimmst du mit, die du dir vor der nächsten Nachricht stellen kannst: Kann ich auf das, was ich gerade lese, überhaupt Einfluss nehmen?
Du erfährst:
- Warum kann ein finanzieller oder beruflicher Einbruch das Gefühl für den eigenen Wert so erschüttern?
- Welche historischen Erfahrungen und welchen evolutionsbiologischen Erklärungsansatz sehen Axel und Timo hinter dem Bedürfnis nach Sicherheit?
- Wie ist Axel nach Scheidung und Insolvenz wieder auf die Beine gekommen?
- Was bedeutet wahrer Optimismus, und was hat er mit Handlungsfähigkeit in Krisen zu tun?
- Warum hält der Gedanke „Ich muss noch jemand werden“ Menschen ständig im Defizit?
- Wo kannst du wirklich etwas bewirken, und warum darf es genug sein, wenn du dort tust, was du kannst?
- Warum fällt es so schwer, Erfolge zu würdigen, und was spricht dafür, das Leben auch ohne Anlass zu feiern?
Kapitel:
00:00 Intro: Warum tun wir uns oft so schwer?
02:22 Sicherheitsdenken, Gründlichkeit und der Anspruch an Perfektion
04:32 Vorsorge für den Winter: Ein evolutionsbiologischer Erklärungsansatz für unsere Vorsicht
06:00 Historische Verlusterfahrungen und die Sehnsucht nach Verlässlichkeit
08:10 Vorsicht und Risiko als zwei notwendige Pole im Unternehmertum
12:32 Verlustangst: Wenn Status und Macht das Selbstbild bestimmen
15:37 Axels Weg durch die Krise: Wie er wieder auf die Beine kam
19:45 Ich bin nicht das, was ich habe: Die Entkopplung von Besitz und Wert
22:00 „Ich muss noch jemand werden“: Das Gefühl, noch nicht genug zu sein
25:34 Wie der Druck im Unternehmen die Leichtigkeit verdrängt
29:01 Was wahrer Optimismus bedeutet
32:50 Globale Krisen und Ohnmacht: Den eigenen Einflussbereich wahren
41:23 Raus aus der Reizüberflutung und zurück in den gegenwärtigen Moment
44:03 Was Menschen in Überforderung brauchen: Orientierung und gemeinsame Erfahrung
47:54 Der Wert des kleinen Beitrags im eigenen Umfeld
52:38 Erfolge bewusst anerkennen und das Leben feiern
In dieser Folge geht es an mehreren Stellen um Suizid: Axel erzählt ab Minute 12:32 vom Suizid eines Mannes aus seinem früheren Berufsumfeld und ab Minute 15:37 auch von eigenen Gedanken in seiner schwersten Zeit. Wenn dich das Thema belastet oder du gerade selbst in einer schweren Phase steckst, sprich mit jemandem darüber. Die TelefonSeelsorge erreichst du rund um die Uhr, kostenfrei und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, im Chat auf telefonseelsorge.de/chat.
Ein Hinweis zu diesem Gespräch: Timo und Axel teilen hier ihre persönlichen Sichtweisen, das ersetzt keine medizinische, psychologische oder therapeutische Beratung. Ab Minute 50:36 erzählt Timo von der Rückmeldung einer Frau zur Krebserkrankung ihres Mannes. Er gibt die Geschichte so wieder, wie sie ihm erzählt wurde. Wir können sie nicht überprüfen, und sie ist kein Beleg dafür, dass unsere Tests oder Ausbildungen bei Krebs helfen. Dafür sind sie nicht gedacht. Wenn du selbst oder ein Mensch, der dir nahesteht, an Krebs erkrankt ist, gehört die Behandlung zu den behandelnden Ärzten.
Wenn dich diese Folge bewegt
Timo und Axel sprechen in dieser Folge über den Druck im Beruf und über das Gefühl, noch jemand werden zu müssen. Wenn du dich darin wiedererkennst, hilft dir unser kostenfreies Whitepaper weiter. Darin erfährst du, wie People Pleasing im Nervensystem entsteht und wie du den Mut findest, klar für deine eigenen Werte einzustehen.
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Mehr von Timo & Axel
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Woran machst du deinen eigenen Wert fest, an deinem Besitz oder an einer beruflichen Rolle? Und was würdest du diese Woche anders machen, wenn du ihn davon unabhängig siehst? Erzähl es uns auf Instagram oder in den Kommentaren zu dieser Folge. Und wenn du mehr solcher Gespräche hören möchtest: Abonniere den Podcast, damit du keine neue Folge verpasst.
Viel Spaß beim Hören!
Axel & Timo
Transkript anzeigen
00:00:00: Heute mit einem scheinbar heitren Thema, warum schwer wenn es auch leicht geht.
00:00:10: Der geht so ein bisschen auch um uns als Deutsche.
00:00:14: Warum lieben wir das anscheinend zu schwer?
00:00:16: Warum tun wir uns oft zu schwer zum Beispiel mit Veränderungen?
00:00:19: Geht das hier bei uns gar nicht so leicht und alles ist immer so ja irgendwie so so dramatisch so zäh Und so diese leicht physische Kultur wie das, ich meine du bist ja nun öfter auch in Süd und Mittel Amerika.
00:00:38: Und jedes Mal wenn Du zurück kommst höre ich so von Dir, wie es auch anders geht obwohl's den Leuten da materiell viel schlechter geht.
00:00:48: und trotzdem scheint die so eine Haltung zu haben, die mehr von Gelassenheit Heiterkeit und Optimismus geprägt ist als ich das bei uns so erlebe.
00:00:57: ob wir auf... die auf einem viel höheren wirtschaftlichen Wohlstandsniveau uns zu bewegen.
00:01:03: Hast du da eine Erklärung?
00:01:05: Also ja, das ist ... also ob ich eine Erklarung hab.
00:01:08: Nee!
00:01:09: Da müssen wir mal ein bisschen vorstellen... Teilt
00:01:10: auch mal die Beobachtung.
00:01:12: Ne, das is wirklich so.
00:01:13: Dass ich auch beobachtet habe grad in Südamerika dass obwohl die Menschen deutlich weniger haben, dass Glas eher halb voll ist als halb leer wie bei uns.
00:01:24: Ich find's spannend.
00:01:25: Wir sehen bei uns, dass schon immer ne vielleicht eher pessimistische Grundhaltung da ist.
00:01:32: Jetzt, wenn man nicht nur nach Südamerika geht, das reicht schon, dass man nach Amerika geht, da ist ja häufig das andere extrem.
00:01:38: Das heißt Think Big, Dream Big.
00:01:42: Dein Mindset ist alles was dich zum großen Erfolg bringt.
00:01:45: Das heisst, wenn du da sozusagen dann möglicherweise als Deutsch sozialisiert ankommst, dann wirst du vielleicht eher so als derjenige, der destruktiv ist und derjenig, der eher aufhält.
00:01:57: Das heißt, je nach Kontext ist es natürlich auch so ein kulturelles Thema glaube ich.
00:02:01: Je nachdem wie man auch sozialisiert ist ob man eher sage ich mal vorsichtig sicherheitsdenkend in diese Richtung unterwegs ist oder ob man vielleicht eher optimistischer und glashalb voll denkt.
00:02:23: Ich überlege gerade dieses... naja wir Deutschen bezeichnen uns ja schon dadurch aus Dass das unsere Kultur ist sehr stark geprägt von Planung und Berechenbarkeit, von Regeln und Zuständigkeiten.
00:02:40: Von Gründlichkeit die uns danach auch von langfristiger Absicherung und dass wir so einen extrem hohen Anspruch haben auch keine Fehler zu machen und so ein gewissen Perfektionismus.
00:02:53: also die achtzig Prozent Langzeit nicht.
00:02:57: es muss perfekt sein Und aus meiner Sicht, das funktioniert natürlich gut und so.
00:03:04: Das sind super Qualitäten solange wie du stabile Rahmenbedingungen hast.
00:03:10: Wo du viel Sicherheit im Außen bekommst, dass sich halt nichts ändert, dass es so bleibt... ...und dann sind diese Qualitäten super!
00:03:23: Das haben wir aber nicht mehr.
00:03:27: Es wird unsicherer.
00:03:29: Wir merken allen Ecken und Kanten.
00:03:31: Wir müssen uns ändern.
00:03:32: Wir können sie auch nicht weitermachen.
00:03:35: Und naja, und wenn sozusagen diese... wie heißt das immer so schön?
00:03:44: Die deutschen Primärtugenden.
00:03:47: Die wir haben die richtig gut sind und uns auch einen entsprechenden Ruf eingehandelt haben in der Welt von ...die Deutschen kriegen das auf die Reihe.
00:03:56: Die können das organisieren Made In Germany usw.. Wenn sich jetzt aber die Rahmenbedingungen ändern Das heisst Da geht es ja darum, mit Unsicherheiten umzugehen.
00:04:11: Mit Unplanbarkeiten und Kontrollverlust.
00:04:15: Mit schnellem Wandel.
00:04:18: Mit Lösungen die du eigentlich erst ausprobieren musst.
00:04:23: Also mehr experimentieren!
00:04:26: Und ob wir dafür so gut aufgestellt sind?
00:04:32: Es gibt ja so evolutionsbiologisch schon einen Erklärungsansatz warum in den nordischen Ländern eher, sag ich mal möglicherweise pessimistisch unterwegs sind und vielleicht auch eher rational getrieben.
00:04:44: Und eben sehr durchorganisiert und geplant.
00:04:47: Das leuchtet mir schon ein.
00:04:48: das hat natürlich viel damit zu tun im Süden nach Südamerika gehen.
00:04:55: evolutionsbedingten.
00:04:55: mussten die Menschen dann nicht teilweise nicht so heftig planen wie beispielsweise die menschen hier in den nordischen gefüllten wo du die verschiedenen jahreszeiten hast wo du lang winter hast wo die teilweise gehungert haben über einen monat wo es genau ausgingen musste mit den Ernten.
00:05:08: Das heißt, die mussten übers Jahr schon planen.
00:05:10: wie kommen wir über eine harte Zeit?
00:05:12: Über den Winter sozusagen und wenn du natürlich in der Karibik gelebt hast dann bist du auf dem nächsten Palmen hast ne Kokosnuss runter geholt und das musstest du aber jetzt nicht schon Monate vorher planen muss alles rationalisieren usw.
00:05:25: Das heisst ich glaube dass da schon ein Erklärungsansatz ist warum mir vielleicht möglicherweise mehr rational, kognitiv und vor allem auf dieser Planungsebene geprägt sind.
00:05:35: Während eben gerade die südländischen Kulturen ja schon sehr über Emotionalität gehen, über diese Lebendigkeit, über dieses Gefühl Körper vielleicht auch mehr in der Körperwahrnehmung sind oder im Körpergefühl sind.
00:05:47: also das kann durchaus so ein Erklärungsansatz sein warum wir so verstandsgeprägt sind und auch möglicherweise eher ein bisschen pessimistisch ausgerichtet.
00:06:01: Und
00:06:03: naja, wenn du das so erzählst, das klingt für mich jetzt gar nicht so sehr pessimistisch.
00:06:09: Sondern wir mussten einfach planen.
00:06:15: Also der Winter ist so und so lang und du weißt wie viel Essen du brauchst?
00:06:19: Da musst du einfach plane, wie viele Muster einlagern damit du nicht verhungerst im Laufe des Winters.
00:06:27: Von daher sind es ja aus meiner Sicht durchaus Qualitäten.
00:06:32: Auf der anderen Seite, was wir natürlich erlebt haben im deutschen Kulturraum sind diese zwei Weltkriege.
00:06:39: Wir haben eine Hyperinflation mit hoher Entwertung erlebt und wir haben den Nationalsozialist des Holocaust Fluchtvertreibungen Kalter Krieg Wiedervereinigung.
00:06:54: also in den letzten Hundertzehn Jahren, hundertfünfzehn Jahre hat sich unglaublich viel verändert nicht im Sinne von so einem evolutionären Prozess, sondern im Sinne vom Zerstörung.
00:07:11: Von plötzlichem Verlust.
00:07:15: und das ist ja schon die Frage was machten das mit uns?
00:07:19: Wenn auf der einen Seite wir sozusagen gewohnt sind langfristig zu planen was du gesagt hast was in den nordischen Kulturen eher so war und dann wirst du damit konfrontiert dass du abrupte Brüche hast, dass du großflächige Zerstörungen hast ... wirklich so Heimatverlust im großem Stil hast.
00:07:40: Und von daher finde ich es eigentlich nur verständlich, dass wenn du so viel ... ... gewaltsam wandeln nenn' ich das jetzt mal... Wenn du so viele Gewaltsamen Wandel erlebst,... ...dass das Bedürfnis nach Verlässlichkeit, nach Sicherheit,... ...nach Gerechtigkeit,... ...das ist so Großes!
00:08:10: Ja und grundsätzlich sage ich mal,... wovon du sprichst ist ja auch sage ich mal so eine schwere die wir wahrnehmen.
00:08:17: also zum beispiel geht es mir so dass ich in gerade hier in deutschland unsere kultur eine schwäre war nehmen die sich ja auch viel mit diesen schmerzhaften erfahrungen der vergangenheit zu tun hat.
00:08:27: grundsätzlich glaube ich geht's auch gar nicht so darum das zu be auch rein zu bewerten.
00:08:33: wenn man sagt man hat ne gesellschaft die beispielsweise einen gewissen bereichen eher ein bisschen ... pessimistischer ausgerichtet ist wie Dream Big, Optimismus.
00:08:43: Dann ist da ja auch nochmal der Unterschied je nachdem in welchem Bereich du auch unterwegs bist.
00:08:47: Finde ich das ein schönes Beispiel finde ich wenn du beispielsweise ... ... eine Unternehmen was Flugzeuge baut.
00:08:53: Wenn es jetzt sagen würde wir sind optimistisch dass dieses Flugzeug nicht abstürzen wird.
00:08:59: Das wird schon alles gut gehen.
00:09:01: oder man geht so zu sagen in dem Bereich daran dass man sagt okay... ...wenn wir eine Innovation haben, wenn wir etwas was vielleicht auch sicherheitsrelevant ist.
00:09:11: So beurteilen, dass sie sagen naja gehen wir davon aus das könnte passieren, dass es abstürzt.
00:09:15: Das ist ja noch mal eine ganz andere herangehensweise und ich glaube es geht gar nicht so um die Bewertung, dass man immer optimistisch oder immer pessimistisch sein sollte sondern ich glaub Es geht genau je nachdem was sozusagen auch angebracht ist und was sich vielleicht auch ausgeleicht und wichtig ist.
00:09:29: zum Beispiel Was ich so erlebe in meinem eigenen Unternehmen mit meinem Partner Während ich eher so der Sicherheitsdenkende bin, ja.
00:09:40: Der sozusagen da eher... Ich würde es jetzt nicht pessimistisch nennen aber eher so... ...ich schau eher zusammenhalten bisschen sicher gehen und nicht zu sehr riskieren.
00:09:51: Also würden wir nur so fahren weil Manuel ist genau das Gegenteil.
00:09:53: also er ist wirklich dieser voll riskant.
00:09:55: Das kann aber auch total nach hinten losgehen, kann aber total nach vorne losgehen.
00:09:59: Und würden wir Also, wenn nicht beide Qualitäten.
00:10:02: in manchen Bereichen zum Beispiel da wäre es entweder so gewesen ist wir kaum vom Fleckkommen oder dass wir von heute auf morgen alles verlieren weil komplett Risiko.
00:10:10: Das heißt ich glaube das ist schon auch mal wichtig, dass es ausgleichende Qualitäten sein können und tatsächlich dass auch dieses optimistisch-pessimistische... Tatsächlich auch was evolutionsbedingtes is, weil hätte es nur Optimisten gegeben dann wär auch einige schiefgegangen.
00:10:27: in der Evolution Hätten die auch die Pessimisten.
00:10:29: Es steht auf die Pessimisten, die geben, die man gesagt haben.
00:10:33: Oh!
00:10:33: Wir müssen hier aufpassen vorsichtig.
00:10:35: Das heißt ja ich glaube es sind erstmal zwei Qualitäten und die Frage ist natürlich polarisierst du an einer Seite oder schaffst du einen gesunden Ausgleich so wie's im Leben vielleicht gerade auch angebracht oder wichtig ist?
00:10:51: Naja genau, du verinnerst nochmal ein bisschen die Perspektive sozusagen dieser Optimismus.
00:10:59: Juhu!
00:11:00: Ein Säbelzahntiger was für ein großes Beutetier.
00:11:03: Und das denkt der Säbelzahntiger dann auch und daher stärker ist Schwupp.
00:11:07: Ist er optimistische Mensch auf einmal?
00:11:11: Steht auf einem auf dem Speisezettel des Säbezahnteigers, von daher war es so zu sagen dieser Pessimismus und diese gesunde Einschätzung der Kräfteverhältnisse war schon eine wichtige Überlebensressource.
00:11:29: und das und Evolutionstechnik stimmt das ja auch ... dass es haben eher die Vorsichtigen überlebt, als die... ...die die kein Risiko gescheut haben.
00:11:40: Die haben vielleicht mir Spaß gehabt aber sind früher
00:11:41: gestorben.".
00:11:44: Ja, je nach Lebensmodell und Lebensvorstellung!
00:11:48: Ja ja das ist so sagen nochmal wenn das mal ein bisschen auf heute überträgt.
00:11:57: na klar haben wir Deutschen diese großen Verlusterfahrung gemacht Und von daher ist es ja nicht mehr als verständlich, dass wir Angst vor größeren Veränderungen haben.
00:12:09: Weil wir sozusagen mehr die Gefahren sehen und mehr die Verlust risiken als die Chancen.
00:12:16: Ich glaube das kann man bei uns Deutschen schon so sagen... ...dass wir haben mehr Angst zu verlieren, als Freude zu gewinnen.
00:12:27: Als er auch materialistisch gesehen sehr viel zu verliern gibt.
00:12:29: nun.
00:12:29: Das ist sogar in der Seite des Wohlstands!
00:12:33: Das stimmt.
00:12:36: Also wer viel hat, ich habe es immer wieder im Umgang und der Arbeit mit sehr wohlhabenden oder sogar sehr reichen Menschen erlebt dass das Interessante war je mehr die Leute hatten, desto größer war die Angst zu verlieren.
00:12:54: Und bei denen wäre jetzt auch bei größeren finanziellen Verlusterfahrungen und keiner von den wären der Gosse gelandet.
00:13:06: Ich habe mich ja in dieser Welt auch bewegt damals, in meiner Zeit.
00:13:13: In der Industrie und da hatte ich es ja so mit den Reichen und Mächtigen zu tun.
00:13:17: Und da ging's interessanterweise nicht nur um die Verlustängste auf einer finanziellen Ebene sondern da gings auch um den Verluste an Ansehen, an Prästitie und Macht.
00:13:33: Und es stand eine Umstrukturierung an in dem Konzern.
00:13:44: Dieser Finanzvorstand, da war klar bei dieser Umstrukturierung würde er nicht ... Die würde zu seinem Nachteil ausgehen.
00:13:53: also er würde seinen Job verlieren und der Mann war finanziell völlig abgesichert.
00:14:04: Der war schon über sechzig.
00:14:06: Also den hätte das Leben offen gestanden.
00:14:08: Er hat sich das Leben genommen.
00:14:12: Er hat wirklich Selbstmord begangen, weil er mit dieser Verlusterfahrung an Image und Macht am Einfluss an Positionen und Rolle nicht zurechtkam.
00:14:24: Und ich war damals ... Als ich das erlebt habe, ich war so dreiunddreißig Ich fand es schon krass!
00:14:34: Also aus meiner Perspektive als junger Mann dachte ich Ja klar der ist halt nicht mehr Vorstand Aber Der hatte ausgesorgt für den Rest seines Lebens Und der hat anscheinend nur diesen Verlust gesehen und nicht die Chancen oder Möglichkeiten, die sich ihm eröffnet hätten.
00:14:57: Weil ich mir vorstellen kann, das gleiche war jetzt mit Wolfgang Krupp von Trigema der auch berichtet.
00:15:02: Der hatte sich versucht umzubringen nachdem er das Familienunternehmen an seine nächste Generation abgegeben hat weil er eben auf einmal so einen Identitätsverlust erfahren hat.
00:15:11: und ich glaube genau das ist wahrscheinlich der Punkt.
00:15:13: es ist ein Identitäten Verlust wenn ich sozusagen mein ganzes Leben auf Anerkennung berufliche Rolle und Status baue.
00:15:22: Das ist wahrscheinlich, wie wenn ihm alles entzogen wird.
00:15:24: Wenn er auf einmal komplett zusammenklappt und kann man vorstellen dass dadurch sozusagen eine unglaubliche Lehre- und Schmerz zum Vorschein kommen kann der dann dazu führt.
00:15:37: Ich erinnere mich hier hat meine Phase gehabt da war ich so Anfang vierzig Scheidung Insolvenz Haufen Geld an einer Börse verspielt Und ich musste Sozialhilfe beantragen.
00:15:56: Einerseits war natürlich dieser finanzielle Verlust, aber ich habe mich als den größten Loser erlebt.
00:16:08: Und wo ich so dachte... Ich hab es wirklich versiebt und mein Leben vergeigt und ich habe auch mit dem Gedanken gespielt, mit zwei Hundert gegen den Baum zu fahren.
00:16:18: Das ist interessant!
00:16:20: Mein Schwager, wir haben uns dann mal darüber unterhalten wie's mir gerade geht Und da sagt er zu mir, weißt du was du bekommst?
00:16:33: ist das nennt sich Sozialhilfe und nicht sozial Schande.
00:16:44: Das ist dann so bei mir gesagt, hey... Dann begann sich meine Perspektive zu verändern nämlich okay ich bin abgestürzt auf mehreren Ebenen.
00:16:57: Ich habe wirklich einen größeren Verlust und ich hab jetzt viel materiellen Wohlstadt verloren.
00:17:06: Und trotzdem lebe ich in einem Staat, der mir Sozialhilfe gibt mit dem Ziel, dass ich wieder auf die Beine komme.
00:17:14: Mit dem Ziel das ich aus meinem Leben weitergehen kann und was daraus mache.
00:17:21: Das war wirklich so.
00:17:22: dieser Einsatz bei mir diesen Perspektivenwechsel von Gefühl der soziale Schande wo ich mich als größte Loser erlebt habe zu diesem der Sozialhilfer ... verändert hat.
00:17:41: Und was dann bei mir passiert ist, war dass ich dachte okay... Ich bin ja wahrscheinlich nicht der einzige Loser, der hier rumläuft.
00:17:51: Das geht vielleicht noch anderen so und ich habe dann... Ist das dann noch in meiner Sozialhilfe?
00:17:58: Habe ich ein Projekt ins Leben gerufen für Männer in Umbruchssituationen die so ähnliche Erfahrungen hatten Wie mich, wie ich und wir haben uns dann getroffen.
00:18:15: Um erst mal in einem geschützten Raum darüber sprechen zu können was wir erlebt haben und wie es uns damit geht.
00:18:23: Und wir hatten alle Verständnissen füreinander.
00:18:27: Jeder hat das bei jedem etwas ein bisschen anders aber niemand hat den anderen verurteilt.
00:18:33: Und allein so lange dies zu erleben diese Offenheit Diese Ehrlichkeit und diese Solidarität unter Männern, das war sowohl tun.
00:18:45: Und daraus ist dann tatsächlich ein Projekt draus entstanden.
00:18:50: und ich glaube drei Monate später war meine Sozialhilfe der Arbeitsphase vorbei und ich habe wieder normal Geld verdient.
00:19:03: aber es hat diesen Mindshift gebraucht bei mir wirklich diesen inneren Perspektivwechsel dass das möglich war und ich mich sozusagen von der Schande in die Hilfe, in die Selbstwirksamkeit... ...und dann auch in so eine Freude hinein entwickelt habe.
00:19:22: Ey ist es eben nicht alles verloren!
00:19:25: A geht's Leben weiter.
00:19:26: Ich bin noch nicht der größte Depp, der rumläuft.
00:19:28: Ich hab' nur ein paar richtig depperte Sachen gemacht aber tatsächlich dieses Nicht-Ich-Ben-bescheuert.
00:19:38: So ja, ihr habt' ein paar entscheidende Fehler
00:19:40: gemacht.".
00:19:41: Und wenn ich die korrigiere, kann's Leben auch weitergehen.
00:19:45: Das war für mich wirklich so diese gute Erfahrung weil ich da auch gelernt habe dass wenn ich meine Identität tatsächlich an Besitz wohlstand gut haben Geld aus was auch immer binde dann löst sich auch meiner Identität auch wenn ich es verliere.
00:20:05: und das glaube ich war so eines der heutzutage schon Key-Learnings Die ich hatte in diesen, das war glaube ich ein Zeitraum von neun oder zehn Monaten.
00:20:21: Nämlich... Ich bin nicht das was ich habe und für diese Entkoppelung sozusagen vom Besitz und Identität bin ich heute noch so dankbar dass es klar war eine teure Lernerfahrung.
00:20:41: aber ich hab daraus wirklich gelernt dass selbst wenn ich etwas verliere ... das Leben nicht zu Ende ist, sondern das Leben geht einfach weiter.
00:20:53: Und es gibt so viele Möglichkeiten was Neues draus zu machen... und diese Erfahrung im Nachhinein natürlich also währenddurch drin war hat sich schon scheiße angefühlt,... aber im Nach hinein würde ich sagen unbezahlbar!
00:21:14: Und ich glaube, dass war wirklich dieser Schiff von... Ich habe alles verloren, aber ich bin nicht verloren.
00:21:25: Wir leben immer noch in einem... ... in einem Staat, der wirklich eine soziale Infrastruktur hat... ... die immer noch super ist im Vergleich zu anderen Ländern.
00:21:41: Und wenn ich das an Afrika oder Asien sehe, da gibt es diese Infrastruktur überhaupt nicht.
00:21:49: Also wenn du da abstürzt dann geht's immer gleich ums Überleben.
00:21:53: Bei uns fühlt sich vielleicht so an aber real brauchst du nicht zu hungern.
00:21:58: ... zwei Komponenten, wie du es noch mal nennst.
00:22:02: Also einmal dieses... das fand ich gerade nochmal inspirierend.
00:22:06: dieses Thema Ich bin nicht was ich sozusagen angehäuft habe oder auf dem Konto habe oder was ich so sagen materiell besitze.
00:22:14: Das ist glaube ich die eine Sache und die andere Seite ist auch Und ich kenne's von mir, hab Thematiken, ich erlebe es aber auch in der Gesellschaft.
00:22:22: dieses Ich muss noch jemand werden und dieses Ich Bin Noch Nicht Genug also dieses Wenn ich Menschen sehe die so wirklich mit einer Positivität in ihr Leben durch erleben gehen, dann erlebe ich meistens genau diese zwei Komponenten.
00:22:39: Nämlich einmal dass sie sehr gut im Hier und Jetzt sein können weil Sie nicht noch leisten müssen, Sie nicht irgendwie werden müssen oder was anholfen müssen damit Sie dann irgendwann schön aufs Leben gucken können sondern sind schon so in einem Zustand des Seins und der im gegenwärtigen Moment deutlich präsenter.
00:23:02: Und ich glaube auch, dass es mit einher geht.
00:23:03: Dass man eine gewisse Zuversicht und Zufriedenheit hat.
00:23:07: Es ist okay wo ich gerade bin.
00:23:09: ja Ich muss nicht noch von A bis Z kommen und erst wenn ich bei Z Bin dann kann ich als Optimist aus Leben schauen So das geht in sich nicht auf und ich glaube wenn man eben viel in diesem werden ich muss noch...ich brauche noch mehr Anerkennung, ich braue noch mehr Status Dann ist man ja auch ständig im Defizit und Das geht dann wahrscheinlich auch eher einher mit einem gewissen Pessimismus und vielleicht auch viele Gedankenkreisen.
00:23:31: Ja, und ich glaube das beschreibt so einen wichtigen Punkt.
00:23:35: Die sozusagen ob ich es mir leicht oder schwer mache hängt auch sehr stark davon ab ob Ich zufrieden bin mit dem was ich habe mit dem Was ich erreicht habe Oder Ob ich tatsächlich immer in diesem Mangelgefühl Bin In Diesem.
00:23:49: Es ist noch nicht genug.
00:23:51: ich muss noch mehr erreichen ich Muss Noch Ich Muss noch berühmter bekannter werden ich Muss noch mehr Geld verdienen muss noch Mehr Follower haben ich muss mehr mehr mehr.
00:24:02: Deswegen sozusagen liebe ich meine afrikanischen Kolleginnen und Kollegen, die haben das noch nicht so stark.
00:24:11: Da gibt es was viel zufriedeneres mit dem was sie haben.
00:24:15: Die werden leider auch durch soziale Medien immer mehr korrumpiert weil die sozialen Medien ihnen ein Bild von Erfolg oder Zufriedenheit vorspiegeln.
00:24:33: Also ich glaube, das ist für ninety-fünf Prozent aller Menschen völlig irrelevant.
00:24:38: Das ist so was in den sozialen Medien gezeigt wird als Glück und als materieller Erfolg.
00:24:51: Das sind nur Äußerlichkeiten dieses Innere zufrieden sein.
00:24:59: Und vielleicht hängt es auch wirklich damit zusammen dass wir unsere spirituelle Anbindung oder das, was Religion doch im Kern ausmacht.
00:25:12: Mein Jesus hat mal gesagt ja wenn ihr Nahrung Kleidung Wohnung gehabt und so weiter dann ist doch gut.
00:25:20: Was muss noch mehr sein?
00:25:21: Und es kann ja eine gute Qualität haben aber wir können auch nicht mehr als ein Auto auf einmal fahren.
00:25:36: da, wo wir gerade drüber gesprochen haben.
00:25:38: Ich kann es doch in meinem eigenen Leben eigentlich gut rekonstruieren.
00:25:40: Ja?
00:25:41: Deshalb würde ich auch nicht sagen man ist entweder Optimist oder Pessimist und ich kann das wirklich an der Entwicklung in meinem Leben beobachten wie sich das leicht auf... was heißt nicht nur leicht?
00:25:49: also hat sich verändert wo ich ehrlicherweise sagen muss dass ich mehr von einer optimistischeren Blick auf mein Leben und die Sicht eher etwas pessimistisches gewandert bin.
00:26:01: Ich glaube es hat verschiedene Faktoren.
00:26:02: einmal habe ich so erlebt Also ich erinnere mich gerne an so ein Alter zurück, wo ich so... ...sebzehn, achtzend, neunzehnt, dann die Mitte zwanziger war.
00:26:11: Und mir ist völlig klar da hatte ja noch nicht so viel Verantwortung und war noch nicht sehr beschäftigt zu sagen, beruflich mich zu verwirklichen usw.
00:26:20: Aber da gab's sowas!
00:26:21: Da war es höchste, sich mit der Band zu treffen und Musik zu machen.
00:26:24: Das Höchste war einfach mal an den Fluss zu fahren mit Freunden oder vielleicht einer Gemeinschaft und einfach am Fluss sein und das zu genießen.
00:26:33: Und dann bin ich irgendwann mehr um mehr ins System eingestiegen, ins Wirtschaftssystem damals dann gegründet.
00:26:40: also erstmal war ich noch im normalen Unternehmen unterwegs.
00:26:43: da hat sich schon so ein bisschen verändert habe ich gemerkt sodass diese leichte Lebensgefühle ist weniger geworden.
00:26:50: aber Wo ich dann schon gemerkt habe, wo sich wirklich echt intensiver verändert hat als wir dann University gegründet haben.
00:26:58: So das erste Jahr war neugier Innovation des Entdeckergeist hat total Spaß gemacht so und ich merkte da hab' ich die Leichtigkeit ein bisschen im Beruf leben können.
00:27:06: Und an ist es gewachsendes Unternehmen.
00:27:08: Das heißt wer kam in diese ganzen wirtschaftlichen Zwänge von?
00:27:10: Wir müssen nie Mitarbeiter bezahlen.
00:27:12: Dann sind wir von Krisen gebeutelt worden.
00:27:15: Dann gab's natürlich auch Phasen wo's besser lief.
00:27:17: Aber letztendlich war ich immer ... massiv unter Druck.
00:27:21: Also ich war immer massif unter Druck und... Ich habe es so richtig gemerkt, auch wenn zum Beispiel neben den Guten gab's eben dann die schlechten Phasen, die dann auch kamen.
00:27:31: Am Anfang war es eher sehr steil bergauf und da kam eben auch die schlechte Phasend.
00:27:35: Und was für eine Angst ich hatte, wo es darum ging dass das möglicherweise nach hinten losgehen könnte als würde ich mein Leben verlieren also es hätte ich bei keinem Job der Welt hätte gesagt naja wenn ich jetzt gekündigt wäre das tut weh Aber ich hätte nicht Angst gehabt, ich sterbe so und das war jetzt natürlich nicht rational.
00:27:52: Ich habe sicher die Sterbe.
00:27:53: wenn ich aber da war ein tiefer liegendes Gefühl dass sich das muss sich um jeden Preis verhindern.
00:27:58: Und dann ging es so und haben wir wirklich dieses Wirtschaftssystem eingestiegen oder ich bin da so richtig tief eingestigen Und war dann ganz viel immer damit beschäftigend, mit meinen Ängsten zu schunglieren.
00:28:10: Dann zu schauen okay wie kriegen wir das hin?
00:28:12: Wie kriegen wir dass hin?
00:28:13: und das massiver Druck entstanden?
00:28:14: ich habe gemerkt wie dieser Optimismus in mir und diese Leichtigkeit im Sein Schritt für Schritt für Schritt immer mehr abgenommen hat.
00:28:21: Und dann kam eben noch dazu, dass ich durch diesen ganzen Stress und dann mit mehreren Corona-Infektionen auch noch erkrankt bin mit Longcovid und bis dato damit kämpfe und immer jetzt noch erlebe an mir Dass ich nicht diese Ausrichtung hab, ich find einen Weg.
00:28:36: Irgendwie find' ich und werd wieder heilen.
00:28:38: Und ganz oft kommt der Gedanke so reingesniegt wirklich so ... Wie soll ich denn mein Leben dann weitermachen?
00:28:44: Also eigentlich diese pessimistische Ausrichtungen.
00:28:46: Wo ich merke das was ich da draußen in der Welt auch vermittle.
00:28:51: Da darf ich jetzt noch mal ganz hart selbst lernen.
00:28:54: Wie wichtig ist natürlich an dieser Stelle auch, dass es wieder sozusagen in diesen Optimismus zu kommen und daran zu glauben weil noch ein Satz Da habe ich nämlich eine schöne Beschreibung zu gelesen.
00:29:07: Wahrer Optimismus, der Menschen wirklich so in diese Zufriedenheit bringt ist nicht sozusagen den Kopf an den Sand zu stecken und sagen es wird alles gut in der Zukunft oder es wird alle super sondern ist sozusagen diese tiefe Überzeugungen dass wenn Herausforderungen Krisen auf mich zukommen ich eine Lösung finden werde und handlungsfähig sein werde.
00:29:26: das ist wahrer Optimismus.
00:29:27: und nicht sozusagen zu glauben ich träumen und alles wird nur gut Genau.
00:29:37: Was bräuchtest du denn, um diesen Optimismus mit dem du auch an deine Unternehmerschlauffahrten gestartet hast wieder zu gewinnen?
00:29:47: Was würden dir dabei helfen?
00:29:50: Also was ja... also es gibt glaube ich verschiedene Punkte.
00:29:53: Also durchdurchdurch dieses kämpfen im Wirtschaftssystem und gleichzeitig versuchen die Vision noch hochzuhalten, weil sonst gibt's eine Sinnentlehrung für mich.
00:30:03: Und das war natürlich ein ständiges Schonglieren.
00:30:05: Gibt es natürlich einmal den Aspekt dass ich sage Es wäre schön wenn Ich wieder mehr in meiner Berufung In meiner vision und diese Kraft in mir wieder mehr spüren kann ohne ständig Im hamsterrad sozusagen hin und her geschleudert zu werden.
00:30:18: Aber vielmehr noch glaube ich das ist und deshalb mache jetzt auch eine Auszeit oder habe ich eine auszeit über eine gewisse zeit auch geplant gehabt.
00:30:28: Ist bei mir wieder, ich muss wieder zurück in das Sein kommen?
00:30:31: Also ich möchte wieder an diese Momente kommen wo ich im hier und jetzt Präsenz sein kann, wo ich nicht gerade wieder ein Problem lösen kann, nicht mehr Gedanken machen muss wie gehe ich mit dieser Krise um, wie löse ich das Problem sondern wirklich wieder dieses in der Tiefe präsent im gegenwärtigen Moment ankommen und so eine tiefe Entspannung und Regulation zu kommen, sozusagen.
00:30:54: Und ich glaube auf dieser Ebene kann dann wieder Heilungen entstehen.
00:30:58: Und mir das einzugestehen hat jetzt unglaublich lange gedauert weil ich wollte es nicht wirklich wahrhaben dass das jetzt nötig ist.
00:31:06: Und daraus kann dann glaub ich auch wieder ein ganz anderer Optimismus entstehen wenn ich wieder mehr und dadurch auch wieder mehr ins Vertrauen sozusagen mit meinem Leben mit meinem Körper und in meiner Zukunft komme.
00:31:19: Also das, was du erzählt hast von deiner eigenen Geschichte.
00:31:25: Das hört sich ja auch so ein bisschen an als hättest du so Stückweise deine Lebendigkeit verloren oder alles, was mit Organisationen zusammenhängt, sozusagen machen musstest und eben nicht mehr nur bei deiner Kernkompetenz warst und ist was dir Freude gemacht hat sondern eben auch viele andere Sachen... naja So sagen die zweit und dritt und viert liebste Beschäftigung waren, aber dass sich das auch Lebendigkeit gekostet hat stimmt es.
00:31:57: Ja definitiv.
00:31:59: also klar wenn du dich nur mit Problemen und Krisen und Rettungsaktionen beschäftigst dann ist natürlich schwer in diesem Moment gelassen ausgeglichen ... so in dieser Leichtigkeit zu sein.
00:32:11: Also ich merke schon, die letzten Jahre waren sehr geprägt von Schwere und da ist natürlich einmal diese ganze Entwicklung im Unternehmertum, ... ... University
00:32:20: usw.,
00:32:21: ist nur ein Punkt was mir noch mal dann auch so bewusst geworden ist... So in dem Alter von ... ... fifteen, sechzehn, siebzehn achtzehn neunzehn zwanzig ... ... paarundzwanzig früher war es so oder wenn man noch weiter zurück geht immer meine Jugend Kindheit zurückgeht, da war doch so einen Blick auf die Welt, die Welt ist in Ordnung Die Welt ist in Ordnung.
00:32:42: Man kriegt mal mit hier und da, es gibt ein paar Probleme aber eigentlich ist die Welt erst mal ein guter
00:32:46: Ort.".
00:32:47: Und ich glaub schon als ich dann so begonnen habe mich wirklich in der Tiefe einmal mit politischen Entwicklungen aushandone zu setzen auch mit dieser ganzen gesellschaftskritischen Komponente was da so passiert... Da ging das ganze los dass schon eine schwere Reinkamung.
00:33:00: Als wir dann und dann hab' ich mir natürlich auch mit dem ganzen Thema Trauma auseinandergesetzt von sich schon jetzt nicht immer ein leichtes Thema ist je nachdem wie man damit umgeht ... aber als mir da mehr und mehr bewusst geworden ist, was ja eigentlich los ist auf unserem Planeten.
00:33:13: Und ich das mehr in der Tiefe durchblickt habe... ...und es ist tatsächlich auch mit University passiert,... ...weil ich mich zwangsläufig beruflich dadurch viel mit unseren Systemen... …und was da so passiert oder so auseinander gesetzt habe.
00:33:24: Mit deinem Bewusstkorn ist auch wie viele Menschen eigentlich schon leiden?
00:33:28: Da ist dann schon noch mal so ein gewisser Pessimismus bei mir eingezogen,... Sehr schön was wir hier machen mit University und haben da sicher einige tausend Menschen die wir erreicht haben, was total schön ist.
00:33:42: Aber wenn ich mir das so weltweit und global betrachte, das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.
00:33:45: also was mache ich ja eigentlich?
00:33:48: Und dann habe ich so ein bisschen diesen Blick auf den kleinen Kreis um mich herum und meinen Wirkungsfeld verloren wo ich gesagt hab naja optimistisch gesehen würde ich dann nämlich sagen Hunderte Menschen durch Seminare gekleidet, wo viele jetzt noch berichten.
00:34:03: Es war Lebensverändern für sie sind da rausgegangen in Verbundenheit mit den Mitmenschen mit sich selbst und ihren Gefühlen Und das ist großartig.
00:34:11: und dernoch ist es mir schwer gefallen sozusagen Das mindestens höher aufs Podest zu stellen wie diese schon auch pessimistisch getrübte Sicht oft dass wie sich unsere Erde und unsere Gesellschaft entwickelt und das ist ja das was da gibt's.
00:34:26: auch haben wir schon mal ein Studie die gezeigt hat Über sechzig Prozent der jungen Generationen nicht mehr ein gutes Ende glaubt auf diesen Planeten.
00:34:35: Ich glaube, das prägt.
00:34:38: Stimmt!
00:34:39: Da bist du in guter Gesellschaft.
00:34:43: Dieses Versprechen einer besseren Zukunft ist tatsächlich inhaltlich sehr fraglich geworden und Mehrheit der junge Menschen – es war eine Studie mit zehntausend junger Menschen und da waren die Deutschen auch noch nicht mal mit dabei an dieser Studie.
00:34:59: Sechszig Prozent hat nicht bessere Zukunft geglaubt und auch nicht mehr das Vertrauen in die politischen Führung gehabt, dass sie zu besseren Zuständen beitragen werden.
00:35:12: Naja... Und das ist tatsächlich glaube ich eine Herausforderung so dieses wenn es um Optimismus und Pessimismus geht.
00:35:23: auf der einen Seite wie viele Menschen hat ihr was gegeben?
00:35:31: Die haben etwas bekommen Die konnten waren irgendwie gesünder oder wussten zumindest, wie sie gesündern werden können.
00:35:39: Und die andere Seite ist... und wie viel bräuchten das noch?
00:35:48: Das ist tatsächlich ein Dilemma heutzutage was wir haben und das betrifft alle Aktivisten in GOs.
00:35:58: Das betriffe auch Regierungen, die sich so sagen etwas Besseres wollen.
00:36:05: Wieviel Impact erzählen sie an positiver Veränderung?
00:36:14: und gleichzeitig was bleibt?
00:36:15: alles liegen, wird nicht gemacht.
00:36:17: Und ich glaube das ist tatsächlich immer wieder eine willentliche Entscheidung.
00:36:23: auch worauf will ich schauen?
00:36:27: Nicht im Sinne von Ich schotten mich ab und stecke den Kopf in den Sand aber auch so in diesem Realismus und dieser Bescheidenheit ... mit den Ressourcen, die ich habe in der Rolle, die... ...ich bin.
00:36:41: Was kann ich da bewirken?
00:36:45: Und wenn ich tue was ich kann darf es dann auch genug sein.
00:36:54: Ich glaube weder du noch ich sind für die Weltrettung verantwortlich und wir werden auch nicht daran gemessen ob es uns gelungen ist oder nicht.
00:37:03: aber ich glaube schon das es für uns selber sehr wichtig ist dass wir ein Gefühl und Gespür dafür haben ... haben wir aus unseren Ressourcen, Talenten und Begabungen das Beste gemacht... ... was wir unter diesen Umständen konnten.
00:37:18: Und es zum eigenen und anderen Nutzen angewendet oder nicht?
00:37:23: Und dann darf's glaube ich auch reichen!
00:37:28: Ja, ich glaub also da ist schon eine Lösung sozusagen diesen Fokus auf das weil wo ich wirken kann diesen Fokuss manchmal so ein bisschen zu reduzieren... ...und sozusagen zu schauen wo kann ich wirklich eine Wirkung entfalten und wo kann Ich meinen Beitrag leisten?
00:37:43: Ich glaub, die große Herausforderung ist ... wenn ich zum Gewissen grad auch verbunden bin mit Natur.
00:37:49: Mit dem Planeten und der Menschheit oder mit Tieren
00:37:53: usw.,
00:37:54: dann ist es schon mal deutlich schwieriger sozusagen sich wirklich so leicht von dem was da passiert ist abzukrenzen.
00:38:00: Wenn ich eh schon in Trennungen sehr stark in Trenchungen lebt, dass ich sage, das juckt mich alles nicht.
00:38:06: Dann ist natürlich noch mal eine ganz andere Sache, ist natürlich auch nicht gesund.
00:38:12: Aber natürlich ist das nochmal eine andere Herausforderung, damit umzugehen.
00:38:15: Wenn ich so sagen auch in einer Tee, also eine gewisse Verbundenheit verspüre?
00:38:21: Ich kann das gut nachempfinden!
00:38:22: Ich arbeite ja öfter mit Menschen die sich wirklich der Welt sehr verbunden fühlen, die wirklich so eine Weltempartie haben und es ist... Und ich erlebte jetzt total authentisch dass sie fühlen sozusagen mit wenn ein Tierart ausstirbt oder wenn es irgendwo brennt.
00:38:46: Und das ist jetzt keine Projektion- oder Verdrängungsmechanismen, sondern ich erlebe die wirklich als authentisch in diesem Mitgefühl mit der Welt und da gab's ja auch mal eine Dokumentation über Greta Thunberg bevor die ihr öffentliches Engagement überhaupt gestartet hat, dass sie aus so einer ähnlichen Erfahrung gemacht hat, So dieses, was nützt es wenn ich zur Schule gehe und um mich herum sozusagen stirbt die Welt.
00:39:22: Was er dann zu ihrem Engagement auch geführt hat.
00:39:27: Und gleichzeitig ist aber die Frage so wie ja, wenn ich so verbunden bin und mich empathisch und so mitfühlen kann?
00:39:38: Wie kann ich die Grenze ziehen dass sich zwar mit fühlen kann, dass ich immer noch anerkennen kann, dass meine eigene Situation eine andere ist.
00:39:54: Du brauchst doch diese Auszeit um wieder mehr in der Gegenwart zu sein und das ist ja wenn wir wirklich in der gegenwahrt sind.
00:40:03: also wir beide sitzen jetzt hier und unterhalten uns.
00:40:07: Wir sind gerade nicht vom Hungertod bedroht auch nicht von Verdosten.
00:40:11: Wir sterben auch nicht an Hitzer hier, da steht niemand mit der Knarre dahinten und wird uns über den Haufen schießen wenn wir aus der Tür gehen.
00:40:21: Also momentan gibt es keinen Grund Angst zu haben oder sich bedroht zu fühlen, wenn wir in der Gegenwart sind und bleiben.
00:40:30: Wenn mir natürlich an die Zukunft denken was alles passieren könnte so diese ganze Szenario Bildung dann fall ich aus dieser Gegenwart raus oder ich erinnere mich halt in allem was schon mal passiert ist, weil ich Schlimmes erlebt habe und so weiter.
00:40:47: Und hab Angst davor, dass ich das
00:40:48: wiederholt.".
00:40:51: Ich glaube es sind sozusagen zwei wichtige Erkenntnisse.
00:40:56: dieses Angst braucht Vergangenheit und Zukunft.
00:41:08: Weil Angst braucht die Vorstellung, was passieren könnte aber wenn du gegenwärtig bist und du hast nicht eine unmittelbare Bedrohung auf die du reagieren musst.
00:41:23: Ich glaube also erstmal, weil die Welt ein gutes Stück ruhiger.
00:41:27: Wenn wir mehr im Moment sind... Man was uns ja so aus dem Moment bringt neben allen gesellschaftlichen Strukturen und allen Themen, die wir besprochen haben ist natürlich auch das unser Ego.
00:41:37: Was man auch mehr strebt nach wie gesagt ich muss noch jemand werden nicht muss noch das erreichen ich muss doch jenes Also werden wir da schon mal ein bisschen besser drin, dass wir sagen, wir können wirklich mal mehr wieder in diesem Sein im Hier und Jetzt ankommen.
00:41:51: Dann würde sich vieles auf der Erde ja schon mal positiv entwickeln, weil dann müssen wir auch nicht mehr so viel konsumieren.
00:41:57: Da müssten wir nicht so viel arbeiten um dann so viel zu konsumiren usw.
00:41:59: Das heißt das System was gerade so ein bisschen unsere Lebensgrundlage bedroht ist ja davon gespeist, dass es ständig im Hego hängen und eben nicht hier und jetzt und im Sein verbunden sind.
00:42:12: Und ich glaube auch, dass warum das so extrem möglicherweise aktuell ist.
00:42:17: Weil wir natürlich auch neben der Tatsache, dass wir natürlich global ein Riesenproblem haben aber dass wir alles mitbekommen was weltweit passiert.
00:42:23: Wir können ja überhaupt nicht mehr das sein.
00:42:25: Informationsstrom den kann unser Gehirn gar nicht mehr ordentlich verarbeiten und ich glaube deshalb wäre es so wichtig weil Krieger hat's früher schon immer gegeben und deutlich deutlich vielleicht auch heftiger wie gerade global gesehen was an Gewalt passiert ist.
00:42:43: Aber die Menschen waren mehr fokussiert auf sie und jetzt in dem Leben, was sie gerade führen.
00:42:46: Und das heißt glaub ich nicht ... Also damit meine ich jetzt nicht eine Ignoranz.
00:42:49: Interessiert mir nicht, was da draußen passiert?
00:42:52: Ich schau nur irgendwie auf meinen Garten und gestaltet ihn schön!
00:42:56: Aber ist es schon wieder mehr dort auszusteigen sehr bewusst sozusagen zu überlegen wo informiere ich mich und wo hab' ich ein Wirkungsbereich und was bringt mir das auch wenn ich mich irgendwo über irgendwas informier oder kann ich dann auch einen Einfluss darauf nehmen oder nicht?
00:43:10: sonst bringt's mir nix.
00:43:12: Und dann wieder mal den Blick ein bisschen zurück in die Naturverbundenheit.
00:43:15: Mal wieder mehr rauszugehen, sich ein bisschen zu diskonekten von diesem Informationsstrom, der ständig stattfindet.
00:43:21: Ich glaube das wäre auf jeden Fall schon einmal ein Weg um wieder mehr ins Sein zu kommen und auch vielleicht wieder eine optimistischere Grundeinstellung zu bekommen mit dem hey ich wie du grad gesagt hast ich stehe in der Natur, ich bin gerade sicher es ist wunderschön
00:43:35: Ja und das beschreibt einfach so lange diese Wechselwirkungen.
00:43:40: da gibt's ja dieses Diese innere Realität, die wir haben.
00:43:45: Ob sie sich jetzt halt eher optimistisch oder pessimistisch anfühlt.
00:43:50: und gleichzeitig sind wir, lehnen wir natürlich in den Umfeldern.
00:43:54: Und wenn man sich das anschaut bei uns... Wir sind ja im Moment mit Multikrisen konfrontiert.
00:44:05: also es ist nicht so sagen wir haben ja nicht eine Krise sondern wir haben viele Krisen auf viele Ebenen.
00:44:13: Gleichzeitig merken wir, dass die Antworten, die wir früher auf Krisen gegeben haben heute nicht mehr gelten.
00:44:23: Und das löst natürlich in uns so ein Gefühl von Überforderung aus.
00:44:31: und wir erleben auch, dass unsere politischen Führungen in der Summe wirklich unfähig sind, die globalen Herausforderungen zu lösen.
00:44:41: Sondern wo wirklich Vergemeinschaftung angesagt wäre Nationalismus fröhliche Urstände feiert, als ob Klimawandel beispielsweise an der Grenze halt machen würde.
00:44:59: Und wenn dieses Gefühl sozusagen von Ohnmacht und Überforderung da ist das löst ja in uns oft so im Wesentlichen drei Reaktionen aus.
00:45:10: Das eine ist wirklich dieses Angriff Der Flucht ist sozusagen die zweite.
00:45:17: Es war Angriff, nämlich so Wut, Schuldzuweisung... Also du gehst mit deiner Aggression nach außen.
00:45:25: Die zweite Reaktion ist eben Du flüchtest und du ignorierst es.
00:45:28: Du gehst ins schöne Cocooning, du gehste ins Privater.
00:45:34: Du resignierst auch politisch das Engagement singt.
00:45:39: Und das dritte ist Erstarrung.
00:45:42: Du hältst am bekannten fest Egal wie sich die Umwelt verändert, du bleibst dabei.
00:45:50: So war das so ist es und so bleibt es.
00:45:56: Und dieses und das ist natürlich ein dysfunktionales Verhalten.
00:46:02: Aber dass das ändert sich nicht deswegen weil wir sondern darüber sprechen und erklären aha so ist das und so sind sie zusammenhänge.
00:46:11: Sondern was Menschen brauchen is tatsächlich die brauchen Orientierung Die brauchen auch eine Erklärung im Sinne von, wenn wir diesen Weg gehen.
00:46:22: Wohin führt der uns eigentlich?
00:46:23: Also die brauchen sowas wie ne Vorstellung von einer guten Zukunft und ich hab gerade so überlegt Ich würde nicht das Wort einer besseren Zukunft sondern einer anderen guten Zukunft.
00:46:41: Sie brauchen Erfahrung dass Veränderungen tatsächlich stattfinden und eine Verbesserung bewirken.
00:46:59: Und sie brauchen authentische und integre Führer, die das tun was sie sagen.
00:47:07: Wenn Menschen diese Erfahrung machen dann löst sich... Dann kommen die raus aus diesen Grundmustern von Angriff Flucht oder Erstarrung.
00:47:22: aber es braucht dafür andere Erfahrungen ... die kannst du halt.
00:47:27: Und dafür brauchst du auch andere Menschen, also das kriegste nur gemeinsam hin und nicht
00:47:31: alleine.".
00:47:33: Also es leuchtet mir alles ein aber da kommt bei mir gleich pessimistisch gesehen dass dann noch eine Lichtstraße zwischen dem was wir gerade in der Politik erleben... ...und in der Gesellschaft und den was wir eigentlich bräuchten... ...dann noch wirklich so?
00:47:45: ne äh ja.
00:47:48: Ja?
00:47:49: Also...
00:47:54: Das stimmt.
00:47:57: Ich meine ich hab's ja.
00:47:58: nun Ich habe nur mit Trauma zu tun und auch mal mit kollektiven Trauma da.
00:48:03: Und ich kann ja auch sagen, dass meine Arbeit ist ein Tropfen auf einem heißen Stein.
00:48:12: Und sozusagen für jeden oder jede die Lernen mit ihrem Trauma besser umzugehen kommen hundert Neutraumatisierte dazu was wahrscheinlich im Moment sogar so ist.
00:48:33: Ich hab zwischendurch auch so Momente von, hat das was ich tue überhaupt im Sinn.
00:48:41: Und manchmal verzweifle ich und dann denkst du fuck... Warum?
00:48:46: Siehke ich nicht auf Berg oder kümmer mich jetzt schwerpunktmäßig um Urlaub und meine Enkelkinder?
00:48:56: Aber dann merke ich immer wieder diese kleinen Veränderungen Wenn mir die Menschen erzählen Das hat ihnen geholfen und das hat was für sie verändert.
00:49:13: Und ja, das sind nicht Millionen geschweige Milliarden.
00:49:16: Das sind da zehnhunderttausend vielleicht.
00:49:27: Da ist manchmal ganz gut zum christlichen Background zu haben.
00:49:30: Ich glaube es war mal so ein Spruch von Jesus, der gesagt hat eine Seele vom Evian Tod errettet Langt, sozusagen.
00:49:43: Es ist mehr als alles andere wert, als aller Schätze dieser Welt und ich glaube so diese Bescheidenheit auch wieder zu haben jedenfalls es für mich so dieses... Ich kann tatsächlich nur, ich bin nur das verantwortlich was ich tun kann und das will ich auch tun und in dem Tun habe ich ja auch viel Freude und es stimmt dass es nicht langt Ich, mit mir wird es auch nicht enden.
00:50:16: Es wird... ich bin einfach nur so ein Baustein, ein Glied in dieser Kette.
00:50:24: Ich werde nicht den Erfolg erleben dass die Menschheit von kollektiven Traumann geheilt wird.
00:50:30: Das hat definitiv nichts was für alles andere werden.
00:50:33: Wunder für mich.
00:50:36: Ja aber das ist eine wichtige Komponente genannt weil dieses Beitrag zu leisten und zu sehen wie Menschen daran aufgehen oder ... sozusagen rückmeldend, wow es hat echt was verändert in meinem Leben.
00:50:50: Du hast mich echt unterstützt oder du hast wirklich... also jetzt einen beruflichen Kontext und das merke ich schon wenn ich von Seminaren komme und diese Erfahrung mache dann geht's mir ganz anders.
00:51:01: Also da bin ich häufig wieder deutlich positiv gesindert, dann bin ich wieder ein bisschen verbundener im Körper Und das sind wir dann schon mal so bewusst geworden, auch bei mir persönlich.
00:51:12: Dadurch dass wir natürlich zum Beispiel mit University, weil man tausende Menschen erreicht und dahinter sind unglaublich viele tolle Erfolgsstories wo eine Frau erzählt hat wie sie wirklich ihr Mann der Hautkrebs hatte?
00:51:23: Die Ärzte haben gesagt er wird sterben.
00:51:26: im halben Jahr ist der Tod.
00:51:26: und da hat die über unsere Tests die wir lernen herausgefunden, dass er eine Entgiftungsstörung hat und deshalb sozusagen in der Haut Probleme und hat ihn da unterstützt.
00:51:35: und der Krebs war weg nach sechs Monaten Wo ich dachte, wow!
00:51:39: Als Beispiel jetzt.
00:51:40: Und das hab' ich dann so am Rande mal mitbekommen und es hat mich komplett umgehauen wo sie mir das so emotional noch erzählt haben weil sie sich bedanken wollte... ...und teilweise ich gemerkt habe okay ich bin zu weit weg von dem dass ich spüre was wir auch bewirken und das führt dazu dass ich dann sozusagen in dieses abstrakte abdrifte und sage mehr als nur nicht genug.
00:52:01: und ich glaube und das habe ich auch bei Menschen Kolumbin hatte ich mal erzählt, habe ich einen getroffen der wirklich sich für die Indigenen eingesetzt hat.
00:52:10: Er hat jeden Tag eine Schmerz zu tun gehabt weil er ständig für sie gekämpft hat dass sie in Lebensraum bewahren dürfen aber auch viel mit denen hat die unterstützt.
00:52:18: Da war unglaublich glücklich und positiv dieser Mensch Weil er jeden tag gesehen hat welchen Beitrags seine Arbeit sozusagen Menschen gibt die darauf angewiesen sind.
00:52:28: und ich glaube wenn das so spürbar ist man wirklich diesen beitrag selbst ... spürt und mitbekommt, dann ist es auch noch mal was anderes.
00:52:38: Und ich glaube das ist ganz wichtig, wenn du in all dem ... ... positiv und optimistisch bleiben willst,... ... dass es wirklich darum geht im Beziehung zu bleiben... ... also, dass du diese Geschichten auch hörst.
00:52:53: Ich glaube, was wir an unserer Kultur, was nicht so ausgeprägt ist,... ... dieses Feiern, was uns gelungen ist und was wir auch geleistet haben.
00:53:05: Wir haben zwar einen Haufen von Feiertagen,... Aber das sind eigentlich eher Gedenktage an irgendetwas, was mal schon ziemlich weit zurückliegt.
00:53:15: Aber dass wir feiern für das, wofür wie uns eingesetzt haben, was uns gelogen ist?
00:53:24: Das gibt es im Veränderungsprozess, der basiert auf den Aborigins in Australien – das nennt sich Dragon Dreaming!
00:53:31: Und in diesem Veränderungsprozess gibt's unterschiedliche Schritte.
00:53:35: aber eine Phase ist tatsächlich dieses Feiern Und das haben wir zu wenig, dieses auch in der Organisation.
00:53:48: Du hast es ja über geschafft du hast was geleistet und du hast best gegeben, was du konntest... ...und das wirklich zu feiern, zu würdigen, zu verinnerlichen.. ..und nicht gleich wieder, aber hätte es nicht noch mehr sein können.
00:54:04: Also das ist immer diese Defizitbrille die wir haben.
00:54:09: Wir gucken immer noch um was fehlt!
00:54:12: Aber es geht auch darum, dass wir begreifen was gelingt.
00:54:16: Weil das gibt uns die Kraft und deswegen machen wir weiter.
00:54:20: Und diese andere Motivation, was fehlt, fühlt letztlich immer nur in die Erschöpfung den Burnout.
00:54:25: Dann würde ich nochmal eine zweite Ebene reinbringen.
00:54:27: Ich glaube haben schon riesen Problem damit unsere Erfolge.
00:54:29: und ist das was wir erreicht haben zu feiern?
00:54:31: Wir haben noch ein größeres Problem damit... ... ohne Grund zu feiern, das Leben.
00:54:35: Ja!
00:54:36: Einfach weil wir leben.
00:54:38: Genau und vielleicht braucht es ja gar keinen Grund... ... dass wir das Leben feiern und dass wir einfach mal daraus gehen... ...und unser Leben auch irgendwie auf eine feierliche Art und Weise gestalten?
00:54:49: Also der Grund ist ja schon da,... ...das Leben zu feieren, weil wir Leben.
00:54:53: Das ist schon Grund genug zum Feiern.
00:54:56: Und ich finde, das ist auch ein gutes Schlusswort für die Smart.
00:54:58: Sehe ich genauso.
00:54:59: Danke dir Axel.
00:55:00: Danke
00:55:00: Timo.
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