Essentials: Endlich raus aus dem Hamsterrad
Shownotes
Hastest du regelmäßig durch die Woche, erledigst eine Aufgabe nach der anderen und fragst dich am Ende erschöpft: Was habe ich eigentlich wirklich bewirkt? Machst du unzählige Dinge nur aus reiner Gewohnheit oder Pflichtgefühl, während deine wahren Talente und Leidenschaften auf der Strecke bleiben?
Und wann hast du das letzte Mal eine echte Pause gemacht, ohne sie sofort mit dem Smartphone, Fernsehen oder neuen Aktivitäten zuzustopfen?
Axel teilt in dieser Folge seine persönlichen Erkenntnisse aus sechs Wochen in der Toskana. Mitten im Rasenmähen und Heckenschneiden wurde ihm klar, wie schnell wir uns in funktionierenden Hamsterrädern verlieren, die uns wertvolle Lebensenergie rauben, obwohl sie uns keine Freude bringen. Er reflektiert ehrlich darüber, warum für ihn bloßer Broterwerb nie funktioniert hat, weshalb uns zeitsparende Technologien laut Soziologe Hartmut Rosa in Wahrheit oft noch mehr stressen - und warum echte seelische Erholung erst entsteht, wenn wir lernen, Stille und Langeweile wieder auszuhalten.
In dieser Essentials-Folge erfährst du, wie du dein persönliches Hamsterrad entlarvst, Unnötiges abgibst und deinen Alltag wieder an deinen wahren Stärken ausrichtest.
Du erfährst:
- Warum unbewusste Routinen uns auslaugen und wie du den Unterschied zwischen Pflichtaufgaben und sinnstiftendem Tun erkennst.
- Wie Axel beim Rasenmähen seine eigenen Grenzen spürte und warum wir lernen müssen, Aufgaben konsequent abzugeben.
- Warum die strikte Trennung von „Job fürs Geld“ und „Freizeit fürs Leben“ nicht für jeden funktioniert und wie echte Begeisterung im Beruf entsteht.
- Weshalb uns moderne Technologien keine zeitliche Entlastung bringen, wenn wir jede freie Minute sofort mit neuem Stress zustopfen.
- Warum Social Media und Ablenkung keine Pausen sind und wie echte Regeneration durch das Aushalten von Stille und Langeweile gelingt.
Kapitel: 00:00 Intro: Das Hamsterrad unseres Alltags 00:33 Viel getan, aber was bewirkt? Das Gefühl der Sinnentleerung 01:40 Toskana-Beispiel: Pflichtaufgaben hinterfragen & Abgeben lernen 02:40 Was mich wirklich erfüllt: Flow, Trauma-Arbeit & Pioniergeist 03:40 Wiederholung vs. Herausforderung: Warum Monotonie die Qualität senkt 04:30 Automobilindustrie-Erfahrung: Reine Arbeit zum Broterwerb vs. Berufung 06:30 Hartmut Rosa & Soziologie: Die Falle der Zeitverdichtung 07:20 Echte Seelen-Pausen: Warum wir lernen müssen, Langeweile auszuhalten 08:40 Die eigene Hamsterrad-Analyse: Drehst du dich im Kreis oder kommst du voran? 09:35 Outro: Nimm dir Zeit für deine eigene Reflexion
Mehr von Timo & Axel ➤ Instagram: www.instagram.com/schonungslosehrlich.podcast/ ➤ TraumaDialog Practitioner® Ausbildung: www.healversity.com/traumadialog-practitioner ➤ Podcast Infos: www.healversity.com/podcast-schonungslos-und-ehrlich
Transkript anzeigen
00:00:00: Was mich so beschäftigt ist das Thema Hamsterrad.
00:00:08: Wir haben ja alle unsere Abläufe, wir haben so viele Routinen und Themen.
00:00:17: Es gibt so viel zu machen und irgendwie kenne ich es von mir.
00:00:24: Wir hassten so durch den Alltag und es ist so viel zutun.
00:00:30: Und am Ende der Woche frage ich mich was habe ich eigentlich gemacht?
00:00:38: Ich habe unglaublich viel gemacht und die frage ich mir dann auf Stelle, aber was hab' ich eigentlich bewirkt?
00:00:48: Und da merke ich denn für mich so dass... ...ich erinnere mich oft gar nicht mehr daran, was ich alles getan habe.
00:00:57: Für mich ist das so ein Zeichen, dass sich wahrscheinlich viele Sachen mache, die unnötig sind.
00:01:08: Die einfach Teil dieser Routinen sind.
00:01:17: Und ich stelle mir schon die Frage, so am Ende eines Tages oder einer Woche.
00:01:25: Ich fühle mich manchmal so erschöpft und ausgelaugt und frag mich warum?
00:01:33: Womit hängt es eigentlich zusammen?
00:01:38: Und eine der Antworten, die für mich gefunden habe ist dass ich mache so viele Sachen wie du einfach machen musst.
00:01:45: Es gibt ja einen Haushalt zu führen Es gibt Arbeit zu erledigen, es gibt alles Mögliche zu tun.
00:01:52: Aber was davon ist für mich persönlich wirklich sinnstiftend und erfüllnd?
00:01:58: Wo bin ich... wo mache ich das?
00:02:01: Wo meine Leidenschaft liegt und wo auch... wo ich auch sozusagen meinen Talent lebe.
00:02:09: Und dann merke ich immer wieder dass da eine Diskrepanz gibt.
00:02:15: Ich mach viel Scheiß.
00:02:21: Also ja, ich mach viele Sachen wo ich mich manchmal gar nicht in der Fall muss, sich die überhaupt machen.
00:02:30: Also muss ich die überhaupt Machen und Muss Ich Die Machen.
00:02:37: oder Kannst Nicht Einen anders tun?
00:02:42: das gibt ja dieses Schöne Buch Simplify your life Und So Eine Der eben ist Ja so Dieses.
00:02:51: wie viel Sachen habe ich um die ich mich kümmern Muss und ich war Jetzt Beispielsweise In unserem Haus, in der Toskana sechs Wochen Grundstück und so weiter.
00:03:07: Und ich habe... Ich merke einfach, ich bin nicht der Gartenmensch!
00:03:12: Ich finde meine Erfüllung nicht darin den Rasen zu mähen die Hecken zu schneiden, sodass alles gut und schön ist und gut aussieht.
00:03:24: Es muss gemacht werden?
00:03:26: Ja natürlich tue ich es aber eigentlich macht's mir keinen Spaß.
00:03:43: Was ich begonnen habe, die letzten Wochen ist wirklich so zu gucken.
00:03:46: Dieses was will ich eigentlich machen und was will nicht mehr machen?
00:03:52: Also was will Ich wirklich abgeben?
00:03:57: Und was kann ich abgeben?
00:03:59: weil merkst du dieses dieses hamsterrad von von aktivitäten einmal mache ich zu viel und Ich hab zu wenig pausen und ich möchte mehr von dem machen was mir eigentlich Freude und was mir einfach Spaß macht.
00:04:23: Und was mich Freude & Spaß macht, ist die direkte Arbeit mit Menschen.
00:04:29: Mein Thema ist ja nur mal Trauma auf diesen unterschiedlichen Ebenen biografisches Trauma, transgenerationales und kollektives Trauma... ...und was mich wird Leidenschaft erfüllt.
00:04:41: und wo ich tatsächlich in diesen Flow komme, ist einmal in meiner Arbeit hauptsächlich mit Gruppen Und wenn ich neue Konzepte entwickeln mit anderen Leuten zusammen, wie man eigentlich mit kollektiven Traumeraume gehen kann.
00:04:56: Weil auf Individuen im Trauma da gibt es viele Zugänge und viele Methoden
00:05:00: usw.,
00:05:02: aber so dieses etwas Neues entwickeln sie mit anderen zusammen was es so noch nicht gibt.
00:05:11: Ich bin einer der Freude hat, pioniert zu sein in einem bestimmten Feld, wenn es wirklich darum geht etwas Neues zu machen.
00:05:22: Und ich glaube das ist wichtig sozusagen rauszufinden welche Tätigkeiten machen mir wirklich Spaß?
00:05:32: Ich nehme noch mal das Beispiel der Gartenarbeit.
00:05:34: Gartenarbeit ist ja etwas was sich wiederholt gerade jetzt Frühlings oder Herbst an die Pflanzen wachsen.
00:05:43: du musst dich drum kümmern und es sind wiederholende Tätigkeit.
00:05:50: Wiederholen, eine Tätigkeit wenn die sich zu oft wiederholen mich langweilt ist einfach und dann bin ich auch nicht mehr gut da drin.
00:05:59: Ich bin jemand der... Da muss immer noch was Neues dabei sein.
00:06:04: Was unbekanntes, was mich herausfordert so Die Wiederholung von Bekannten ist für mich persönlich langweilig Und wenn mir langweillig wird singt auch die Qualität meiner Arbeit.
00:06:20: Also ich glaube es ist so wichtig wenn's darum geht, so erkennen was wie baue ich mir eigentlich in welchem Hamsterrad bewege ich mich überhaupt?
00:06:30: und wie habe ich mehr meinen Hamster Rad gebaut sich nochmal so zu anzuschauen.
00:06:36: Wie ist eigentlich mein Tagesablauf?
00:06:41: Wie hab' ich den eigentlich strukturiert und aufgebaut?
00:06:49: Was wirklich so dieses...was mache ich?
00:06:53: Was mache ich jeden Tag?
00:06:55: Was ist notwendig, was muss jeden Tag aufwachen.
00:06:58: Zähne putzen Duschen in meinem Fall heißes Wasser und Kaffee trinken?
00:07:04: das sind so die täglichen Routinen.
00:07:08: aber wie viel Neues gibt es?
00:07:14: Wie viele gibt's was mir wirklich Spaß und Freude macht?
00:07:20: Und dass jeden tag und vielleicht nicht nur einmal die Woche und das kann sehr unterschiedlich sein Manche haben ihre Freude darin tatsächlich, jeden Tag dasselbe zu machen.
00:07:33: Ich glaube du könntest nicht in der Landwirtschaft tätig sein wenn es dir keine Freude machen würde jeden Tag das selber zu machen.
00:07:40: ich glaube du könnte es nicht in einem Produktionsbetrieb sein dem das immer die gleichen Produkte herstellt und du hast keine freude daran das zu tun.
00:07:55: Aber das rauszufinden, wie unterschiedlich wir darin sind als Menschen und was uns Freude macht.
00:08:05: Und ich kenne tatsächlich das Phänomen... Ich komme ja nun selber unter anderem aus der Automobilindustrie und hatte auch in der Fertigung zu tun, in der Produktion von Autos.
00:08:20: Eine meiner Beobachtungen war dass die So viele der Leute, die ich kennengelernt hab.
00:08:29: Die haben so schon ihren Job gemacht weil sie ihn gefällt hat aber das war eigentlich der Job zum Geld verdienen.
00:08:38: Wenn er so feierabend war und dann hatten die ihre Hobbys.
00:08:43: Die hatten dann ihre anderen Interessen... Und das war das was ihnen Spaß und Freude gemacht hat.
00:08:51: Das hat sie dann aufgeladen.
00:08:54: Da haben Sie Ihre Batterien aufgeladen und da konnten sie auch wieder gut zur Arbeit gehen.
00:08:59: Aber da waren die Bereiche getrennt, hier die Arbeit und auf der anderen Seite dann das Vergnügen.
00:09:11: Ich bin einer bei dem musste es zusammenkommen.
00:09:17: Ich kann keine Arbeit machen als reiner Broterwerb sondern ich brauche eine Arbeit wo ich meinen Talent reinlegen kann, wo ich meine Leidenschaft einlegen kann etwas was mich erfüllt.
00:09:35: Ich kriege das einfach nicht hin, Arbeit zum Bruderwerb zu machen und dann suche ich mir meine Hobbys in meiner Freizeit.
00:09:44: Für mich gehört es einfach zusammen.
00:09:49: Und ich glaube dass... Das ist wichtig für sich auch nochmal so zu reflektieren was brauche ich eigentlich damit?
00:10:01: das Hamsterrad in dem sich jeder von uns ein bisschen bewegt?
00:10:07: Es gibt einfach diese Routinen aber dass das Hamsterrad nicht wirklich langweilig wird, nicht wirklich stressig wird und letztlich dann auch zum Burnout führt.
00:10:27: Das ist so die eine Seite des Hamsterrades – und die andere Seite des hamsterrades ist natürlich in welcher Geschwindigkeit läuft es?
00:10:37: Und Hartmut Rosa sind Soziologe der sich damit beschäftigt wie Technologie unseren Arbeitsalltag über die Jahrzehnte immer mehr verdichtet.
00:10:51: Das heißt, wir erfinden ganz viele Dinge, die uns Zeit sparen und gleichzeitig nutzen wir diese Zeit nicht als Regenerationspausen oder als Reflexionspausens sondern wir nutzen diese Zeit um etwas anderes zu machen.
00:11:11: Und ich glaube, es ist eine der wichtigen Fähigkeiten um aus dem Hamsterrad auszusteigen, wenn wir eine Pause haben die nicht zu füllen.
00:11:23: Einfach mal lernen, Pause-Pause sein zu lassen und vielleicht auch lernen lange Weile zu ertragen.
00:11:34: Wenn nichts zu tun ist tatsächlich nichts tun.
00:11:39: Nicht Social Media einschalten, nicht den Fernseher einschalten... Sport machen, sondern tatsächlich Pause zulassen.
00:11:58: Aus meiner Erfahrung sind diese Pausen tatsächlich seelische Erholungsphasen und wir gerade in unserer heutigen Welt bewegen uns in einem solchen Tempo und einer solchen Geschwindigkeit und verarbeiten so viele Informationen die auf uns einprasseln dass wir diese Information zwar aufnehmen, aber wir sind nicht mehr in der Lage sie wirklich zu verarbeiten im Sinne von zu reflektieren es zu verstehen die Hintergründe zu verstehen und dann zu gucken.
00:12:41: Und was hat das für mich persönlich für Konsequenzen?
00:12:45: Sondern eigentlich sind wir diesen Dauerberieselung ausgesetzt unter Stress und das ist Teil dieses Hamsterrades Und ich glaube es ist wichtig so sagen sich bewusst zu sein, dass jeder von uns hat seine Hamsterrad.
00:13:02: Aber inwieweit sozusagen ist dieses Hamsterrat noch gesund und kann nicht damit umgehen oder inwie weit bin ich mir überhaupt nicht bewusst?
00:13:13: In welchen Hamsterrädern ich mich bewege und in wie weit sie mich stressen und auf lange Sicht ausbluten lassen leer werden lassen oder krank fernlassen.
00:13:29: Und ich glaube, das ist wirklich so reflektieren.
00:13:32: Wie mache ich es?
00:13:33: Also wie baue ich mir?
00:13:36: Habe ich mir Hamsterräder gebaut?
00:13:37: wenn ja welche Hamster-Räder habe ich mir gebaut?
00:13:40: Wie hab' ich das gemacht?
00:13:42: und gleichzeitig wie kann ich sie ändern?
00:13:47: Ich glaube allein sich dafür mal die Zeit zu nehmen darüber nachzudenken.
00:13:57: bewege ich mich nur im Kreis oder komme ich wirklich voran meine eigenes Hamsterrad zu überprüfen, inwieweit er hilft und unterstützt es mich.
00:14:13: Und inwie weit ist das einfach so eine Endloschleife, in der ich mich bewege aber weder vorankomme noch wirklich gesund bleibe?
00:14:24: Also von daher lohnt sich's einfach mal darüber nachzudenken.
00:14:29: also eigentlich mein Hamsterrat will ichs ändern und bin ich mir bereit dafür Zeit zu nehmen das auch zu tun.
00:14:42: Dann viel Freude und bis zum nächsten Mal!
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