Schuld, Schweigen, Scheuklappen: Risse in der Coaching-Bubble

Shownotes

In dieser Folge von Schonungslos & Ehrlich diskutieren wir über kollektives, biografisches und transgenerationales Trauma und warum die Antworten der klassischen Coaching-Industrie hier versagen. Wir blicken hinter die Fassaden von unverarbeiteter Schuld sowie falscher Rücksichtnahme und analysieren die Mechanismen zwischen individueller Psyche und kollektivem Trauma.

Diese Folge ist für dich, wenn du genug von oberflächlichen Glücksversprechen hast, bereit bist, bei dir selbst genau hinzuschauen und die Welt nicht länger durch die rosarote Brille der radikalen Individualisierung betrachten willst.

Du erfährst:

  • Warum Traumadynamiken oft die Wurzel für persönliche, gesellschaftliche und politische Blockaden im Weltgeschehen sind.

  • Welche Rolle das System wirklich bei deiner Heilung spielt und wie kollektive Schuldkulturen uns manipulierbar machen.

  • Wie du den Unterschied zwischen toxischem Schweigen bzw. emotionaler Dissoziation und gesunder Verbundenheit durch radikale Ehrlichkeit erkennst.

  • Warum die Persönlichkeitsentwicklungs-Bubble endlich politisch Stellung beziehen muss.

Kapitel

00:00 Intro: Warum „Schonungslos und ehrlich“?

05:12 Axels Geschichte: Kriegstrauma & Bindungstrauma

20:00 Das Familienmuster: Wenn eigene Träume aufgegeben werden

24:13 Timos Geschichte: Verlustangst & Dissoziation

33:11 Kollektive Schuld: Kirche, Geschichte & Politik

44:45 Die Kritik an „traumasensibler“ Sprache & Appell an die Bubble

49:51 Outro

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Viel Spaß beim Hören! Axel & Timo

Transkript anzeigen

00:00:02: Beim Brainstorming ist uns dann der Name schonungslos und ehrlich gekommen.

00:00:08: Was verbindest du damit?

00:00:09: Also warum hast Du gesagt, ja mit dem Namen gehen

00:00:11: wir?

00:00:15: Das Gegenteil ist von lieblos und frech.

00:00:19: Dieses Schonungslos-und-erlich glaube ich ist eine Qualität die uns in der Kommunikation immer mehr abhanden gekommen ist.

00:00:28: Ich glaube Wir haben verlernt wirklich Wahrheiten auszusprechen Sie zu benennen, positive oder negative.

00:00:37: Und wir haben uns so angewöhnt falsche Rücksichten zu nehmen oder zu schonen und das war ich ja nun aus meiner aus meiner eigenen Praxis als Traume-Experte in vielen Gesprächen und Gruppen dass sozusagen es fängt alles immer mit der Wahrheit an wenn du was ändern willst.

00:01:05: Die ist nicht immer angenehm.

00:01:06: Und das ist genau das, was wir oft nicht hören wollen.

00:01:11: und da uns selber und mit anderen gegenüber ehrlich zu sein weil dass die Grundlage von Vertrauen ist.

00:01:18: Das ist das was ich beobachte was so erodiert und verloren geht.

00:01:24: Ich glaube das vertrauen In uns selber und ineinander ist sozusagen das ist einer der Grundklebstoffe unserer Gesellschaft, die uns zusammenhält.

00:01:34: Und von daher finde ich diesen Namen schonungslos und ehrlich sollen Beitrag dazu liefern dass wir wieder zueinander finden und Brücken bauen.

00:01:44: Ja wenn ich selbst so reflektiere dieses Thema schonungslosen ehrlich und ich so meine eigene Geschichte gehe dann merke ich da is was in mir ... eine große Sehnsucht danach, sehr ehrlich zu sein in Beziehung.

00:01:58: Schonungslos zu sein also schonungslos... ...zu meinen Werten zu stehen so dem was ich in die Welt bringen will.

00:02:03: Aber wenn ich meine eigene Geschichte anschaue dann war das immer eine sehr große Herausforderung für mich.

00:02:08: Ich habe häufig... Also ich war häufig nicht schonungslos um nicht die Gefahr zu laufen in Konflikten zu landen im Beziehungen.

00:02:17: Das heißt ich hab mich gerne auch häufig zurückgenommen und ich würde sagen ich bin ein ehrlicher Mensch aber Häufig war ich nicht ehrlich mit dem, was mir wichtig ist.

00:02:28: Was meine Bedürfnisse sind weil das könnte ja dazu führen dass sich in einem konflikt ende.

00:02:33: und Deshalb freue ich mich so auf diese herausforderung mit meiner eigenen geschichte Dass ich eben dieses erleben oder immer wieder dieses erlebe habe.

00:02:41: da ist eine wahrheit die will ausgesprochen werden.

00:02:42: aber es fällt mir immer nicht ganz einfach In diesem podcast wirklich mal so radikal ehrlich zu werden auch schonungslos zu werden Und ich glaube die Themen, die wir besprechen werden die wären sehr vielfältig sein das heißt.

00:02:56: Entschonungslos und ehrlich wenn wir über schonungslose Wahrheiten sprechen so wie wir es sehen.

00:03:00: möglicherweise haben wir auch mal unterschiedliche Ansichten aber es wird sag ich mal so grundsätzlich natürlich immer um das Thema Trauma gehen.

00:03:07: wir haben kollektiv Trauma Transgenerationales Trauma biografisches Trauma und dann ist uns aber wichtig wirklich so.

00:03:13: mal zu beleuchten unter dem Gesichtspunkt dieser Dynamiken, die mit Trauma zusammenhängen.

00:03:17: Was passiert hier eigentlich auf unserem Planeten?

00:03:20: Was passiert in unserer Welt?

00:03:22: Warum führen wir Kriege ja?

00:03:24: Warum passiert so viel Unterdrückung und so viel Hass?

00:03:28: Warum erodiert auch wie du gerade gesagt hast bei uns dieses Thema dass wir noch ehrlich miteinander sein können?

00:03:33: Ja warum lügen wir uns einen vor den Latz?

00:03:37: Warum trauen wir uns kaum noch ... zu unseren Werten zu stehen und dadurch wirklich was zu bewegen.

00:03:41: Und ich glaube schonungslos und ehrlich... ist die Grundvoraussetzung für Wachstum.

00:03:47: Ich glaub, äh, gar nicht so.

00:03:49: meine eigene Geschichte sprechen!

00:03:51: Wenn ich es wirklich geschafft habe, ehrlich zu sein und auch schonungslosen Wahrheiten auszusprechen dann hab' ich gemerkt, ich bin ins Wachztum gekommen und konnte wirklich auch etwas bewegen in meinem Umfeld.

00:04:02: So wir sitzen ja nicht zufällig hier.

00:04:06: Was is denn so?

00:04:08: Deine Geschichte, die dich dahin gebracht hat dass wir heute gemeinsam hier sitzen und sagen wir wollen über Traumodynamik in unserer Welt sprechen.

00:04:16: Wir wollen eine Botschaft rausbringen um was zu verändern.

00:04:20: Was ist deine Geschichte?

00:04:22: Die dich dahingebracht hat?

00:04:23: also wo fängt vielleicht auch deiner eigene Traumageschichte an?

00:04:26: es geht darum dass wir ehrlich und schonungslos sein wollen Und ich glaube das ist eine gute Möglichkeit dass wir erstmal den Mut zeigen uns selbst zu öffnen weil ich glaube Das ist der erste Schritt wenn Wir eine Veränderung haben wollen, dass wir uns eben nicht vor den Landslügen oder wie häufig auch in der Persönlichkeitsentwicklungs-Szene steht jemand vorne ist Speaker irgendwo und erzählt wie toll.

00:04:49: Aber letztendlich sind alle Menschen unsere eigene Geschichte und ich glaube da wirklich mal so einzutauchen.

00:04:55: Ich bin keiner der der Übertrauma redet sondern ich bin einer der eigentlich von Mutter Leib antraumatisiert ist und das immer mehr realisiert hat ... den es immer mehr interessiert hat.

00:05:13: Was ist überhaupt mit mir passiert?

00:05:15: Und der sich dann professionalisiert hat, ich habe das wirklich so von der Pika auf gelernt... wie findet Entwicklung von Menschen eigentlich statt?

00:05:24: über bis hin zu?

00:05:27: was ist Trauma eigentlich?

00:05:29: und meine eigene Geschichte ist tatsächlich dass Ich bin der Sohn von zwei kriegstraumatisierten Kindern die im Berlins in den Jahren zwischen neunzehnunddreißig und neunzentfünfundviertzig groß geworden sind, aufgewachsen sind.

00:05:44: Die waren damals zwischen sechs und zwölf Jahre alt meiner Eltern und haben diesen Krieg erlebt als Kinder mit diesem ganzen Schrecken, dieser Angst zu sterben, diese Angst entführt zu werden dauernden Bombardierung, besonders in den letzten beiden Jahren in Berlin.

00:06:07: Das heißt zwei Kinder die immer ein Todesangst gelebt haben a für sich selber und dass sie ihre Eltern verlieren.

00:06:15: Und das hat sich sozusagen in ihre Epigenetik eingekraben und es wurde auch an mich weitergegeben.

00:06:22: Das äußerte sich dadurch, ich hatte wirklich als kleines Kind Angst zu sterben obwohl es dafür keinen Grund gab.

00:06:31: Ich bin in einem sozialen Wohnungsbauer aufgewachsen.

00:06:34: Das war in den, ich bin ja, neunzeitachtenfünfzig im Oktober geboren und in den sechzehn Jahren dann in Berlin aufgewachsen und das war schon relativ sicher.

00:06:44: also es gab für meine Ängste keinen Anlass und das waren alles übernommene Ängsten die ich hatte.

00:06:50: so von daher so fing's eigentlich an.

00:06:53: Das heißt du war direkt eigentlich transgenerationales Trauma?

00:06:57: Was weitergegeben wurde direkt an dich?

00:06:59: Exakt und das begann tatsächlich im Mutterleib.

00:07:03: Und bei meiner Geburt hat meine Mutter eine Schwangerschaftspsychose erlitten... ...und das hat noch mal viel eigenes Kindheitstrauma bei ihr hoch gemacht, dann war sie über glaube neun Monate in einer psychosomatischen Klinik.

00:07:17: Das heißt ich kam an, Mutter war weg.

00:07:21: also Nicht nur Kriegstraumatisierung transgenerational, sondern persönlich auch Bindungstrauma mit Eintritt sozusagen auf diese Erde fand ich natürlich jetzt Humorfolge gesagt war nicht so witzig.

00:07:38: Ich komme an und Mutter ist weg.

00:07:40: da dachte sich der Kleiner Und das war meine Bewältigung Strategie.

00:07:45: Naja wenn keiner für mich da ist muss ich selber machen Natürlich auf dieser unbewussten Ebene.

00:07:50: Das heißt ich habe ganz früh eine Autonomiestruktur ... entwickelt und sagt, ich muss es alleine machen.

00:07:56: Und schaffen!

00:07:57: Ich war da relativ gut... Also ich bin ja eine Großstadt aufgewachsen,... ...ich war mobil, ich bin mit fünf Jahren allein U-Bahn gefahren,... ...in Westberlin damals.

00:08:10: Hat viele Vorteile gehabt bei der Autonomiestrategie?

00:08:13: Diese Dynamik die du gerade beschreibst, eben diese Autonomistrategien, die daraus entstanden ist,... ...dass er einmal gesagt hat von Anfang an gelernt, dich allein um dich zu kümmern.

00:08:23: Würdest du sagen, dass auch noch so diese Komponente dabei?

00:08:25: Diese große Verlustangst.

00:08:28: Also dieses auf einmal Mutter ist nicht da nach der Geburt.

00:08:31: Auch sozusagen mit mir allein bin ich sicherer?

00:08:37: Ich glaube sicherer habe ich mich nicht gefühlt.

00:08:40: Ich hab mich immer unsicher gefühlen.

00:08:46: Ich habe mich oft alleine gefühlede Und ich habe das sozusagen so akzeptiert, naja.

00:08:55: So ist es halt und da ist halt niemand und ich bin der einzige den ich habe.

00:09:00: Es gab eine Person glaube ich die mir emotionales Leben gerettet hatte und das war meine Urgroßmutter.

00:09:06: Ich kann mich erinnern als kleiner Junge und ich weiß gar nicht wie alt ich da war aber dass ich bei meiner Bei meiner Urgroßen Mutter in ihrem Bett gelegen habe und das War Die erste Erfahrung für mich an die ich mich erinnere wo ich mich beschützt gefühlt habe verbunden gefühlt habe und nicht allein war.

00:09:28: Und das ist eine Erinnerung, die hat sich glaube ich in mir tatsächlich verkörpert.

00:09:36: also wenn ich da reingehen würde wir würden immer noch die Tränen laufen sozusagen wo der kleine so glücklich war dass er das erleben durfte.

00:09:46: Das kannte ich sonst nicht.

00:09:48: Ich spüre die Berührungen bei dir.

00:09:51: Würdest du sagen es ist so ne Perle im Trauma?

00:09:53: Ja

00:09:54: Also das ist ja Perle oder Ressource.

00:10:00: Also meine Urgroß-Mutter hat mir glaube ich tatsächlich emotionales Leben gerettet und über die habe ich erfahren, da gibt es noch was anderes als Trennung.

00:10:12: Wie ging's weiter?

00:10:14: Dann hast du das erlebt?

00:10:15: Die Mutter war nicht da, kam dann irgendwann zurück...

00:10:17: Kam dann zurück!

00:10:18: Es gibt Kinderbilder von mir, da hält mich meine Mutter auf dem Arm, als sie zurückkam.

00:10:23: Ich schau die nie an Und das war für mich eine fremde Frau.

00:10:28: Ich schaue immer weg und ich habe das selber, weil meine Schwester hatte diese Bilder und die hat ein Album für mich gemacht.

00:10:37: Da hab' ich es erst gesehen, dass ich andauernd wegschau, ich schau meine Mutter nie an!

00:10:45: Und ich glaube, ich habe nie diese innige Muttersohnbeziehung aufgebaut.

00:10:53: Sondern das ging denn so weiter in der Entwicklung.

00:10:55: Meine Mutter war ja dann tatsächlich auch psychisch krank und ich glaube, ich habe mich mehr um meine Mutter gesorgt... ...und angefangen, mich mehr zu kümmern als umgekehrt.

00:11:07: Also diese frühe Parentifizierung?

00:11:09: Ja,

00:11:10: exakt!

00:11:11: Ich bin sehr früh in eine Paparolle für meine Mama gekommen.

00:11:21: Wie hat dich das im Erwachsenenleben beeinflusst?

00:11:23: ... sicher auch Talente, die aus Trauma entstehen.

00:11:27: Aber da ist ja auch unglaublich viel Verletzung und mit dem was du so beschreibst... ... ist ja schon sehr einschneidend.

00:11:37: Also wenn ich so... Ich glaube es gab noch was Zweites sehr Einschneidenes.

00:11:42: Ich bin ja in seinem Kirchensystem aufgewachsen.

00:11:46: Und das... Da gab's ein sehr intensives Gemeindeleben und auch Gemeinschaft.

00:11:54: Das heißt das was ich sozusagen in der Familie nicht hatte?

00:11:57: Anbindung habe ich aber in dieser Kirchengemeinschaft gefunden.

00:12:02: Schon wirklich von frühester Kindheit an, das war für mich wie so eine Art Kindergarten oder Schule wo ich mal auch mit anderen Kindern zusammen war die ich kannte und da habe ich sozusagen soziales Leben auch gelernt.

00:12:27: Mit meiner Mutter ging es dann so weiter, dass ich mich wirklich... Ich hab mal angefangen mich zu kümmern und als sich meine Eltern haben scheinen lassen da war ich achtzehn Jahre.

00:12:41: Da habe ich mich um meine Mutter fünfzehn jahrelang intensiv gekümmert weil meine Mutter auch suizidal war das heißt die hat regelmäßig damit gedroht sich umzubringen Und ich hab sie tatsächlich auch physisch mehrere Male gerettet und dann gab es immer wieder längere Aufenthalte in der geschlossenen Psychiatrie für meine Mutter, weil sie ein bestimmtes Weltbild entwickelt hatte.

00:13:05: Und dann war ich fürs Fachpersonal in der Klinik sozusagen der Übersetzer der Vorstellungswelt meiner Mutter das die verstanden haben was sozusagen ihre Wirklichkeitskonstruktion ist, auch ihre religiöse Wirklichkeitskonstruktion.

00:13:21: Meine Mutter hat ja geglaubt sie sei die Braut Jesu und Jesus würde kommen und sie in den Himmel holen und da Hochzeiten im Himmel peiern oder so.

00:13:29: Also auch

00:13:29: psychotisch?

00:13:30: Ja es gab wirklich psychotische Schübe bei meiner Mutter, meine Mutter stand unter Medikamenten.

00:13:36: immer wenn sie Medikamente abgesetzt hat.

00:13:38: das hat sie regelmäßig dreimal pro Jahr gemacht.

00:13:42: Dann kam sie in die Psychose und ich musste sie dann in den Geschluss mit Psychiatrie einweisen lassen.

00:13:47: Und das habe ich um fünfzehn Jahre lang

00:13:50: gemacht.".

00:13:51: Das heißt, du hast auch dauerhaft mit dieser riesen Angst gelebt?

00:13:55: Sie könnte sich umbringen und du findest sie oder hast es ja glaube ich auch gesagt, du hattest sie gerettet?

00:14:03: Ja, es gab glaube ich... Es gab schon mal wieder ... Es gab die Angst dass sie sich was antut und ich hatte tatsächlich die Idee, ich muss meine Mutter retten!

00:14:14: Also ich und zwar einmal physisch retten, aber besonders auch aus Ihren Vorstellungen retten die Sie hatten.

00:14:20: Ich weiß nicht wie viele Gespräche ich geführt habe um sie daraus zu holen Und irgendwann war ich dann schon selber verheiratet und hatte glaube ich mein erstes Kind und da ist mir klar geworden was auch immer ich tue ich werde meine Mutter nicht retten können.

00:14:39: Wir hatten damals die Möglichkeit nach Süddeutschland zu ziehen Und das bedeutete, dass ich sozusagen meine Mutter, die hat unter uns gewohnt im Haus, durch die alleine lassen musste.

00:14:56: Das war schon ein Prozess aber mir wirst du klar geworden?

00:15:00: Ich kann keine Verantwortung für meine Mutter übernehmen und wenn sie sich das Leben nehmen will dann wird es sich tun!

00:15:08: Und ich habe dem so zu sagen innerlich zugestimmt und habe diese Rolle abgegeben.

00:15:13: Ich muss auf meine Mama aufpassen, ich bin ihr Papa... ...und wenn ich das nicht tue, dann mache ich mich

00:15:17: schuldig.".

00:15:20: Das sage ich jetzt so in drei Sätzen.

00:15:22: Das hat schon ein bisschen gedauert bis ich dahin

00:15:25: kam.

00:15:25: Kann es aus dir heraus dieser Erkenntnis zu sagen, ich muss in diesen Prozess gehen?

00:15:30: Ihr sozusagen diese Verantwortung zu übergeben?

00:15:33: bist du in Therapie gegangen, gab's da einen Ereignis?

00:15:36: Nein damals bin ich noch nicht in Therapien gegangen.

00:15:41: Das kam sozusagen aus mir selber.

00:15:47: Da gab es einfach eine Geschichte, die nach dem Abitur bin ich in den USA gegangen und hätte dort studieren können.

00:15:58: Ich bin dann aber nicht dort in den US geblieben sondern eben zurückgegangen um mich fünfzehn Jahre lang mehr oder weniger um meine Mutter zu kümmern.

00:16:06: Und ich habe so gesagt...ich bin meinen eigenen Lebensweg nicht gegangen habe mich um meine Mutter gekümmert.

00:16:13: und das Interessante war Jahre später hab ich erfahren, dass meine Großmutter dasselbe gemacht hat.

00:16:21: Die Geschichte war in Kurzform.

00:16:23: sie war beschäftigt bei einem jüdischen Schneider.

00:16:25: Sie hat das heute wurde man sagen das Designstudio geleitet.

00:16:31: die haben viel Mode gemacht für die Schauspieler Und der Inhaber hat erkannt im jüdischen Reich, dass die Jungen hochgefährdet sind.

00:16:40: Er hat meine Mutter ein Großmutter an Angebot gemacht.

00:16:43: Lass uns in den USA gehen wir bauen den Betrieb neu auf.

00:16:46: Nimm dein Sohn mit.

00:16:48: und weil.

00:16:49: der Vater von meinem Vater also ihr Mann, der Mann meiner Oma war gestorben einen Jahr vorher Und meine Oma hat es abgelehnt.

00:17:00: sie ist nicht mit ihm in die USA gegangen weil ich sage Ich kann meine Familie nicht alleine lassen Und hab dann eben den ganzen Krieg mit all seinen Folgen in Berlin durchlebt und hat nie mehr diese berufliche Stellung und Position erreicht, die sie mal hatte.

00:17:18: Dann hats mich natürlich später vom Hocker gehauen zu sehen.

00:17:21: ich mach's wie Oma Ich bleib auch nicht da.

00:17:24: also ich bin schon mindestens mal hingegangen aber ich kam wieder zurück und habe mich fünfzehn Jahre um meine Mutter gekümmert.

00:17:31: und mit dieser Erinnerung sozusagen im Hinterkopf kam so der Prozess.

00:17:38: also jetzt ein zweites mal, mach ich das nicht.

00:17:40: Sondern wir gehen

00:17:42: jetzt.".

00:17:43: Das heißt dieses Forschen in deinem eigenen Ahnen-Netz und einem Stammenbaum?

00:17:49: Und dann auch nochmal zu sehen, woher wiederholen sich ja wirklich Muster oder dass schon erlebt wurde eigene Leben werden vielleicht hinten angestellt oder vielleicht auch mögliche Träume aufgegeben um eine Funktion zu erfüllen im Familiensystem.

00:18:05: Ausstattgebende Punkte auch noch mit beigetragen, hat das ja.

00:18:07: jetzt will ich es anders machen.

00:18:09: Ja,

00:18:10: das stimmt!

00:18:11: Also und da ist so wieder diese Autonomiestruktur... Ich habe mir halt keine fremde Hilfe geholt und das war damals nicht so üblich.

00:18:21: Sondern ich hab selber angefangen zu forschen.

00:18:23: Ich wollte selber wissen warum ist das so?

00:18:25: Wie ist es so?

00:18:26: Wer hat was

00:18:27: gemacht?!

00:18:28: Und das habe ich wirklich von Kindesbeinen gehabt!

00:18:32: Ich wollte irgendwie immer der Wahrheit auf die Spur kommen oder der Wahrheit auf den Grund gehen.

00:18:39: Ich habe schon als Kind diese bindungstraumatisierten Kinder, die sind ja oft hochwahrnehmungsfähig weil sie immer checken müssen freundliche Umgebung oder feindliche Umgeben und ich habe mir ein feines Gespür gehabt ob die Leute die Wahrheit gesagt haben oder nicht.

00:18:56: also ob Sie mich schonen wollten und mir irgendwelche Geschichten erzählt haben oder ob Sie mir die Wahrkeit gesagt haben Und ich wollte es halt genau wissen.

00:19:05: Ich weiß das noch.

00:19:06: Und ich habe schon als kleiner Junge die Erwachsenen mit Fragen bombardiert, wie ist es?

00:19:11: Warum ist es so und dort?

00:19:15: Das hat sich bis heute erhalten.

00:19:20: Also unter anderem ja ist er ein ganz großer Schwerpunkt Kollektivtrauma aber du hast auch wirklich und machst es ja auch noch begleitetes Menschen auch im Individual Trauma, transgenerationales Trauma und letztendlich kann man das eh nicht voneinander trennen wenn man mit Menschen arbeitet.

00:19:37: Du hast ja gerade so beschrieben, du hast da auch Talente entwickelt aus dem Trauma.

00:19:42: Was waren das für Talente die heute sozusagen auch deinen Weg geformt haben und dich auch unterstützen?

00:19:51: Ich glaube mein Kerntalent ist tatsächlich Menschen mit sich, mit ihrer Geschichte, mit dem was sie erlebt haben wieder zu verbinden.

00:20:02: Und es rührt sozusagen aus meiner Kernwunde her nämlich meine Kerndwunde ist getrennt worden zu sein.

00:20:09: Das ist, ich bin genau getrennt worden eben.

00:20:12: Ich bin getrennte von meiner Mutter.

00:20:16: Ich war getrennten von meinem Traumberuf.

00:20:18: Ich wollte eigentlich Arzt werden und in den USA studieren.

00:20:22: Ich habe es nicht gemacht!

00:20:26: Ich bin an einem Kirchensystem groß geworden was mich eigentlich trennen wollte von meiner Beziehung zu Gott weil Diese Kirche hat mir erzählt, da gibt's halt stellvertreter Christi auf Erdn und den musst du glauben.

00:20:45: Den musst du folgen und dann kommst du in die

00:20:46: Himmel.".

00:20:47: Ich hab das nicht geglaubt!

00:20:52: Ich weiß es noch so als zehn oder zwölfjähriger... ich habe gedacht, dass stimmt nicht.

00:20:57: Es

00:20:58: stimmt

00:20:58: einfach nicht.

00:20:59: War das schon diese Autonome?

00:21:02: Ja, ich glaube neben diesem Autonomen gab's auch ganz früh ein Rebellen.

00:21:07: Und das war auch eine Ressource.

00:21:10: Das war insofern die Ressource, weil ich natürlich immer wieder diese Grundängste hatte alleine zu sein verlassen zu werden.

00:21:20: Aber dieser Rebell hat mir da geholfen sozusagen mich nicht von meinen Ängsten verschlucken zu lassen sondern das so hinterfragen, dass nicht zu glauben und mit meiner Angst in die Auseinandersetzung diesen Konflikt zu gehen.

00:21:37: Ich habe so ein... Dieser Rebell Hat mir so ein Mut gegeben, mich nicht anzupassen.

00:21:45: Der hat mir diesen Mut gegeben es in Zweifel zu ziehen... ...es zu hinterfragen und es genau wissen zu

00:21:51: wollen.".

00:21:53: Und das sind so Eigenschaften!

00:21:56: Die habe ich zwar kultiviert aber die sind mir bis heute erhalten geblieben.

00:22:04: Ja danke für deine Offenheit.

00:22:07: Ich glaube, dass wir hier sitzen ist ja auch kein Zufall.

00:22:10: Also ich merke ganz viele Aspekte haben mich sehr berührt von deiner Geschichte die du erzählt hast und ich kenne ja noch ein paar mehr.

00:22:16: also das waren jetzt nicht die einzigsten was da so an Erlebnissen waren die prägend waren und vielleicht auch schmerzvoll und gleichzeitig wie Du auch sagst auch gewisse Talente und Eigenschaften die uns im Leben auch weiterhelfen.

00:22:26: ich glaub es braucht halt diese Brücke dass wir darüber reflektieren und ich glaube deshalb sprechen wir jetzt auch ehrlich über unsere geschichte.

00:22:34: Es braucht dieses wirklich dieses ehrlich überhaftig hinzuschauen.

00:22:39: Und dann ist da der Schmerz, es tut weh und gleichzeitig gibt's dann die Möglichkeit dass wir diese diese Anteile und diese Ressourcen das wird ihr auch wieder zu uns zurückholen können wenn man sie abgespalten haben durch Trauma.

00:22:52: Naja und genau so wie du das beschreibst und wir beide kennen uns ja... Ich glaube wir kennen uns so dein halbes Leben, oder?

00:23:01: Als wir uns kennengelernt haben war es zu so sechzehn, siebzehn kann das sein.

00:23:05: Genau ich war in so einem Sechzehnt.

00:23:07: sind das auch die Zeit wo ich begonnen habe mit Traumaarbeit für mich.

00:23:11: Das war auch höchste Zeit aber es war früh dran.

00:23:15: Wie waren das wenn du einfach mal aus deiner Geschichte erzählst in diesem Alter wenn man da mal beginnen und das war ja auch das Alter wo wir uns kennen gelernt haben wie hast denn du das in Erinnerung?

00:23:26: was hast du da gemacht?

00:23:28: Mhm.

00:23:29: Also erst mal hatte ich eine Scheiß-Angst, also ich weiß noch ... Wie ging das Ganze los?

00:23:35: Wo ich fünfzehn-, sechzehn Jahre alt war hat sich es angebahnt, dass ich auch Kontakt zu Therapeuten hatte und in diesem Alter habe ich unglaublich gelitten,

00:23:47: d.h.,

00:23:48: ich war sehr zurückgezogen hab einige Erfahrungen, die mich geprägt haben.

00:23:54: kann ich gleich nochmal was sagen?

00:23:56: ... die dazu geführt haben, dass ich auch soziale Ängste hatte.

00:24:00: Also ich hatte wirklich Angst davor Beziehungen einzugehen... Ich hatte unglaublich darunter gelitten das alle anderen Jungs in dem Alter schon mit Frauen was hatten.

00:24:11: Ich hatte schon Angst nur eine Frau irgendwie anzuschauen.

00:24:14: Da könnte ja Interesse auslösen und ich war so unsicher!

00:24:18: oder eben in Gruppen zu sprechen.

00:24:20: Ich musste Vorträge halten, in Schulen und ich konnte Tage, Nächte sozusagen nicht schlafen war aufgeregt.

00:24:26: also da waren gar unglaublich viel Ängste und auch viel sozialer Rückzug.

00:24:29: Und hast du eine Idee?

00:24:31: Woher das kam?

00:24:32: Also ich meine ... Du bist jetzt nicht hässlich und doof!

00:24:36: Nee, nee, nee... Das war.. Ich glaube .. Ich bin ja in München geboren und wir sind mit meiner Familie, mein Vater, Mutter In einem Ort namens Reichersbeuern aufgewachsen in der Doppelhaushälfte und so die ersten Jahre waren, würde ich sagen einigermaßen behütet.

00:24:56: Es war schon immer nicht leicht.

00:24:57: die Beziehung meiner Eltern.

00:24:58: da war viel Attente Aggressionen Viel auch toxische Dynamiken Die sich dann immer mehr verstärkt haben über die Zeit.

00:25:06: aber Als ich dann vier Jahre alt war gab es eine großartige Nachricht Ich bekomme einen Schwesterchen was ich zu dem Zeitpunkt aber nicht wusste, dass während meiner Mutter schwanger war mit meiner Schwester.

00:25:17: Dass die Krebs oder Erkrebs bei ihr entdeckt wurde.

00:25:21: Das heißt ... das erzählt sie mir heute noch wie wir zusammen irgendwie am Walchensee in den Alpen ... und dann hat sie diese Nachricht bekommen und musste erst mal verarbeiten.

00:25:30: so Ich bin schwanger und hab Krebs.

00:25:34: Also merkte auch gleich emotional wenn ich drüber spreche Und da ging es los, dass klar war okay Also sollte natürlich erst mal keine Chemotherapie machen.

00:25:46: Kann erst in die Behandlung gehen, wenn dann auch meine Schwester geboren ist.

00:25:50: und dann kam eine Schwester auf die Welt und wurde im Krankenhaus erstmal entrissen.

00:25:56: Das heißt, unsere Mutter musste sofort ins OP geschoben werden.

00:26:01: Dann ging es sofort los mit Chemo-Operationen.

00:26:04: Es war ein Tumor am Bein der schon, ich glaube, auch so metastisiert ... Ich kann das wohl noch sagen.

00:26:12: mehr genau so ... hatte.

00:26:16: Und dann ging's eine Phase los, wo ich jeden Tag unsicher war mit meiner Mutter überleben.

00:26:23: Ich hab das in einem Familiensystem natürlich gespürt.

00:26:27: Ich glaub nicht wie offen drüber gesprochen wurde.

00:26:29: Das kann ich gar nicht mehr so genau sagen aber ich habe jeden Tag gespürt es ist der Tod im Raum und wir haben zusammen mal ein Familienvideo angeguckt.

00:26:40: diese alten, ne, nicht DVD-Videokassetten.

00:26:42: Da kriegst du heute gar nicht mehr diese

00:26:44: Rekorde.".

00:26:45: Und dann sehe ich so wie meine Schwester und ich spielen und meine Mutter sagt zu meinem Vater, mach doch noch mal ein paar Aufnahmen vielleicht bin ich ja bald nicht mehr da.

00:26:53: Das wurde auch sehr offen natürlich uns gegenüber ausgesprochen.

00:26:58: Ich weiß was mich geprägt hat.

00:27:01: in dieser Phase war einmal die Verlustangst also nie zu wissen geht sie oder geht sie nicht?

00:27:05: Ich glaube es ging über zwei Jahre.

00:27:09: Ich hab noch diese Bilder, wie ich ganz vertief gespielt habe.

00:27:13: Und es war aber nicht so ein vertieftes fokussiertes Spiel in irgendeiner Ecke, sondern das war so ganz viel Dissoziation.

00:27:20: Das heißt, ich hab mich wirklich weggebiemt.

00:27:24: Diese Dissociationsstrategie hab' ich immer noch super drauf.

00:27:26: also... hat mir in den Beziehungen schon so die einen oder anderen Konflikte eingebracht, wenn ich nicht zugehört hab.

00:27:33: Ist natürlich nicht absichtlich aber das ich merke es kommt halt immer wieder in mehr hoch diese distanziertes Wandschutzmechanismus eine Bewältigungsstrategie.

00:27:41: Und dann kam irgendwann meine Mutter zurück und war sozusagen amputiert also bis zum Hüftknochen wirklich schwer behindert.

00:27:49: Natürlich war es für sie erstmal richtig schwierig Das erst mal überhaupt anzunehmen ... dass man ein Leben lang einen Bein verloren hat, sie ist viel wandern gegangen und so weiter.

00:28:00: Ja dann habe ich mich verantwortlich gefühlt!

00:28:02: Das heißt schon als Kind hab' ich mich... Ich hab mal zu meiner Mutter gesagt wenn ich zaubern könnte würde ich dir deinem Bein zurückzaubern.

00:28:10: Das hat sie mir immer wieder erzählt.

00:28:12: Das heißt ich hab mich schon sehr früh verantwortliche Gefühl für sozusagen da... ... für wie es meiner Mutter geht.

00:28:18: Und ich weiß, ich hab als Kind schon angefangen und zwar ja auch klar musste... Ich muss dann die Wäsche drunter, habe die Wäsche geholt, habe dieses gemacht, habe jenes gemacht also Dinge sozusagen wo andere Kinder erst mal... Andere Kinder sollen gar nicht darüber nachdenken.

00:28:32: und ich weiß ich habe das auch immer aus einem interessanter Weise, auch so ein Schuldgefühl herausgemacht.

00:28:39: Also es war auch immer ein Thema Und das war tatsächlich was, und ich glaube es war nicht bewusst von meiner Mutter.

00:28:44: Aber ab und zu kam eben so Sprüche wie du schätzt meine Behinderung nicht.

00:28:48: Du siehst nicht, was das mit mir macht.

00:28:50: Boah!

00:28:51: Das ist natürlich für so ein Zwölfjährigen... Es ist erstmal so okay, uff!

00:28:54: Ich muss sehr groß aufpassen.

00:28:55: Das fühlte mich ja gleich schuldig.

00:28:57: Na ja deine Mutter hat dich auch in die Schuld gesetzt.

00:29:00: Mit diesen Sätzen?

00:29:01: Also da kann man sich schon mal schuldigt fühlen.

00:29:04: Ich erleb das heute noch in Beziehungen.

00:29:06: Wie schnell ich mich gerade wenns also natürlich in Frauenbeziehungen bin.. ... Partnerschaften bin.

00:29:12: Wie unglaublich verantwortlich ich mich fühle fürs Gegenüber, wie stark ich mich zurücknehme... ...wie wenig ich meine Bedürfnisse in den Vordergrund stelle und das geht natürlich an einer Linie sozusagen mit dem Erleben von damals was ich hatte mit meiner Mutter mit dieser Erfahrung.

00:29:30: Und dann gab es da noch so eine andere Komponente.

00:29:31: mein Vater der zu dieser Zeit natürlich also froh, dass er geblieben ist.

00:29:37: Ich glaub es gibt auch viele Väter die sind so was einfach weg gewesen und gleichzeitig war ja komplett überfordert natürlich mit der Situation.

00:29:44: das heißt häufig ist er nach Hause gekommen hat dann abends nachts in seiner Werkstatt gebastelt wir hatten Tagesmütter da und also eigentlich diesen Vater den ich so dringend gebraucht hätte als Junge.

00:29:57: in diesem Moment war nur bedingt emotional verfügbar Und ich merk so, da war's ein Gefühl ... Fuck!

00:30:04: Ich bin wirklich allein damit.

00:30:06: Ja?

00:30:06: Also schon als Kind dieses ... Ähm, ich muss alleine damit klarkommen und das war teilweise so heftig auch emotional, dass ich mich immer abgeschnitten hab.

00:30:14: Dass ich dissoziert habe.

00:30:17: Ich bin in der ersten Klasse eingeschult worden.

00:30:19: Das war ja grade mal zwei, drei Jahre her mit meiner Mutter, dieses Erlebnis.

00:30:22: Und ich hab den ganzen Tag aus dem Fenster geguckt.

00:30:26: ... komplett abwesend.

00:30:28: Und natürlich hat kein Lehrer oder keine Lehrerin gecheckt, was das wirklich bedeutet.

00:30:32: Das wurde dann als Desinteresse gewertet.

00:30:34: Das heißt ich habe richtig auf den Latz bekommen musste nachsitzen... ... hab da auch wieder aus dem Fenster geguckt es wurde nicht besser und diese Dissoziationsstrategie habe mich dann auch ein Leben lang sozusagen verfolgt.

00:30:43: also genau das waren so prägende Ereignisse.

00:30:47: Naja da gibt's ja etwas was uns miteinander verbindet dass wir viel zu früh in Verantwortung gekommen sind dass wir uns schuldig gefühlt haben und ich kann das teilen.

00:31:02: Weil, ich hatte es auch eine Zeit lang weil sozusagen meine Mutter ist ja in diese Schwangerschaftspsychose durch mein Geburt bekommen.

00:31:10: Und da habe ich gesagt, ich bin schuld, dass meine Mutter psychisch krank geworden ist.

00:31:16: Nachhinein hat sich rausgestellt, das stimmt nicht!

00:31:18: Das war so sagen mega trigger, was ausgebrochen ist, was auch schon vorher da war... ...und was du im Klartext sagst Da gab es zwei Jahre, wo im Zuhause Todesangst herrschte.

00:31:33: Wird Mutter sterben oder nicht?

00:31:37: Und dann kam Mutter und sie hat überlebt aber sie hatte eine Behinderung gehabt.

00:31:42: Dann hast du zwei Elternteile gehabt die waren primär mit sich selber beschäftigt da blieb ja gar keinen Platz für die Kinder.

00:31:53: Das ist diese Lebensphase wo eigentlich die Kinder im Mittelpunkt stehen Und das war nicht der Fall, sondern überfordert der Vater und auch eine Mutter die mit erstmal klarkommen musste.

00:32:04: Mit ihrem eigenen Leben.

00:32:07: Ja also ich habe schon früh gelernt wie es funktioniert Menschen zu retten.

00:32:11: Wie es auch wiederum nicht funktioniert.

00:32:14: Ich finde spannend was du auch erzählst... Diese Mechanismen eines Kindes oder diese Interpretation, die ja verständlich ist.

00:32:24: Aber wie schnell so Gefühle wie Schuld entstehen ich weiß noch.

00:32:29: Ich denke es Ordnung, wenn ich das Teil.

00:32:30: meine Schwester hat lang geglaubt Meine Mutter hat ihr Bein wegen ihr verloren.

00:32:36: Das kam dann irgendwann vor einigen Jahren auf weil Familie wurde drüber gesprochen hat meine Mutter stopp ich hatte Krebs Wow und erst mal Nee, und mit was sie da auch gelebt hat sozusagen.

00:32:51: Und ja es ist schon interessant also auch dieses Menschen retten wollen.

00:32:59: aus welcher Motivation heraus gehe ich in die Welt und möchte etwas verändern?

00:33:03: Also ich muss auch mal wieder für mich gucken wen und was will ich eigentlich retten?

00:33:09: Also ist es jetzt wirklich und da wirklich mit mir immer wieder ins Reine zu kommen, weil sonst eben auch so Themen wie Überforderung über Lastungen keine Grenzen setzen usw.

00:33:17: in Raum kommen.

00:33:19: was würdest du sagen wenn du das so beschreibst?

00:33:21: Was hat dir denn geholfen das zu überleben?

00:33:24: also was dein Talent deine Ressourcen drin?

00:33:28: ja

00:33:28: ich habe eine unglaubliche Empathie aufgebaut gegenüber Menschen.

00:33:33: das heißt Ich kann sehr gut verbinden.

00:33:36: Und ich kann schon auch verbunden sein, wenn nicht gerade der Soziere.

00:33:41: Ich habe ein sehr starkes soziales Umfeld und ich merke auch in meinem beruflichen Kontext wo ich wirklich drin aufgehe um was wirklich ein Talent von mir ist.

00:33:49: es Menschen durch Seminare in Gruppen zu begleiten, Menschen zu verbinden, Menschen die nach vier Tagen dann sagen so jetzt hab' ich Verbindung wahrgenommen wieder ... mit mir und meinen Gefühlen, ähm... Mit anderen Menschen.

00:34:01: Und das war auch ein Feedback.

00:34:01: was ich häufig bekommen habe in meinem Umfeld war so... ...Wartimo du hältst alle zusammen!

00:34:05: Ja?

00:34:06: Du bist wie so der Klebstoff in unserem sozialen Gefühl.

00:34:09: Das heißt es ist mir einmal unglaublich wichtig aber ich hab' auch diese Fähigkeit... ...und dass das definitiv einen Talent von mir sehr tiefgehende emotionale Beziehungen zu halten.

00:34:19: Ähm...und...das ist definitiv aus diesem Trauma entstanden und... Vielleicht ist es auch noch wichtig.

00:34:27: So wie gesagt, same but different.

00:34:30: unserer ähnliche Trauma wahrscheinlich unterschiedliche Bewältigungsstrategien.

00:34:34: ich bin jetzt nicht so dieser stark autonome geworden.

00:34:36: Ich merke so ich Bin sehr angewiesen auch auf Beziehungen.

00:34:40: das bei mir ist der soziale geworden und ich glaube aber auch zu verstehen Dieser wer alles irgendwie locker flocking Also gibt's ja selten, aber sage ich mal so alles superbehütet aufgewachsen und so weiter.

00:34:56: Dieser Schmerz hat mich dahin gebracht als ich heute sozusagen hier sitze und ich denke mal bei dir ist es ähnlich dass wir sagen hey wir haben eine Vision.

00:35:06: Wir wollen Heilung in die Welt bringen.

00:35:09: Wir wollen was verändern.

00:35:10: Wir sind verbunden darüber.

00:35:11: das wird diesen schmerz aufgearbeitet haben oder überhaupt hatten.

00:35:13: vielleicht auch Das heißt diese Entwicklung die aus diesem Schmerzen heraus entstanden ist Und auch wirklich diese Drive dahinter, nicht sitzen zu bleiben und irgendwo ein BWL-Shop zu machen.

00:35:30: Und zu sagen ja bis da hin und sonst sondern wirklich rauszugehen um was zu bewegen.

00:35:35: und ich glaube da haben wir beide schon so viel Arbeit geleistet... ...und jetzt mit dem Podcast sozusagen gewinne Schritt weiter.

00:35:45: Ja das stimmt also auch dieser Podcast schonungslos und ehrlich, hört sich ja erst mal ein bisschen hart an.

00:35:53: Aber eigentlich geht es darum, diese Wahrheiten die du erzählt hast, die ich erzählt habe auf den Tisch zu bringen damit sich wieder was verbinden kann oder da vielleicht auch die, die uns zuhören entdecken können.

00:36:09: so etwas ähnliches habe ich auch erlebt.

00:36:10: Irgendwie von irgendwohin erkenne ich dieses Muster?

00:36:16: Und mir ist so eins gerade noch einmal hängen geblieben wo du das gesagt hast.

00:36:18: naja dieses sich schuldig fühlen Und das wird dann oft so konnotiert, als ob es ein individuelles Phänomen ist.

00:36:30: Dieses dass wir uns schuldig fühlen geht natürlich nur deswegen weil wir sozusagen in Schuldkulturen aufgewachsen sind und das größte Schulzsystem ist das Kirchensystem mit einer Fülle von Regeln und Vorschriften.

00:36:48: genau da werden wir uns sicherlich noch intensiver drüber unterhalten.

00:36:52: In der Übertretung dieser Regeln und Vorschriften machst du dich sozusagen schuldig, und riskierst dein Platz im Himmel.

00:36:58: Und läuft gefahren die Hölle zu

00:37:00: kommen.".

00:37:01: Ich meine da laufen Schuld und Angst so Hand in Hand!

00:37:06: Das ist ja nach wie vor das Lehrprinzip auch gerade von christlichen Kirchen – und es hat sich sehr über sixteenhundert Jahre sozusagen in unser kollektives Bewusstsein eingegraben.

00:37:19: Ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt.

00:37:20: Weil ich kann mir vorstellen, dass jetzt jemand vielleicht hier zuhört und sagt so mit Kirche, mit Christentum habe ich alles nichts mehr zu tun?

00:37:27: Ich beschäftige mich damit.

00:37:28: Darüber werden wir auch sprechen.

00:37:30: wirklich dieses wie das noch auf dieser unbewussten Ebene die gar nicht in Sprache zu fassen ist oder wo direkt diese Verbundenheit logisch aufgebaut wird, wie es noch wirkt Und du sagst eben gerade dieses Thema Schuldigfühlen

00:37:47: Das wirkt immens.

00:37:48: Ich sehe das ja in meiner Trauma-Arbeit und du brauchst überhaupt keinen Mitglied irgendeiner Kirche zu sein, nein, du kannst hier sogar bekämpfen!

00:37:55: Du kannst Atheist sein was auch immer... Und du hast es in jeder Zelle.

00:38:01: Und ich glaube ich kann es innerhalb von zehn Minuten schaffe ich das bei jedem dass er sich schuldig fühlt wenn ich ihn mit irgendwas entsprechen kann frontieren

00:38:12: Und ich glaube, deshalb ist es so wichtig, dass wir darüber sprechen.

00:38:14: Deshalb ist es mir auch so ein Anliegen, dass da Transparenz ausschaffen, was diese Traumatdynamiken mit Schuld oder die mit Schuld zusammenhängen, was sie eigentlich mit uns machen.

00:38:24: Weil das ist genau das, was dazu führt, dass in Kriege geführt werden können und Unterdrückung akzeptieren.

00:38:30: Dass wir Grundrechtseinschränkungen ... Also unglaublich viel akzeptierend, weil mit dieser Schuld ja auch super perfide gearbeitet werden kann.

00:38:41: Menschen die in Schuld kommen sind steuerbar, weil sie so sagen alles versuchen um diese Schuld nicht zu fühlen oder sich davon frei zu kaufen.

00:38:50: Mittelalter hat der Ablasshandel darauf basiert.

00:38:54: heute funktioniert es genauso und es gibt bei uns in Deutschland natürlich auch noch diese politische Ebene dass wir insbesondere im zweiten Weltkrieg waren wir ein Tätervolk Und Wir haben das nie wirklich uns auf einer emotionalen und psychischen Ebene angeschaut und integriert.

00:39:17: Was das eigentlich war, sondern in Deutschland gibt es eine Kultur der sozusagen der kognitiven Aufarbeitung.

00:39:25: Das heißt wir haben Zahlen, Daten, Fakten wieder von uns.

00:39:28: Wir beide haben sie auch schon nach Schule gelernt.

00:39:29: was war da im Dritten Reich?

00:39:31: Ich kann mich nicht erinnern dass ist A. Der persönliche Bezug hergestellt wurde zu unseren eigenen Familienfamiliengeschichten Und ich habe nie erlebt, dass ein emotionaler Bezug hergestellt wurde.

00:39:45: So was hatten das mit uns gemacht?

00:39:48: Was sind denn die Folgen?

00:39:51: Ich meine ich bin fünftig geboren, dreizehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

00:39:56: Ich war da nicht selber daran beteiligt aber auch ich selbst bin in Strukturen und Systemen aufgewachsen, die noch sehr viel Ähnlichkeit hatten mit dem was es im dritten Reich gab.

00:40:13: Und dazu zählt unter einem Kirchensystem, aber dazu haben auch Wirtschaftsschulsysteme gehört.

00:40:19: Ich meine die Leute, die im Dritten Reich tätig waren das war noch meine Lehrer da waren nicht alle nach dreizehn Jahren gestorben.

00:40:26: zum Beispiel

00:40:28: ja

00:40:29: ich habe das erlebt.

00:40:29: ich meine ich war so ein Verschickungskind beispielsweise weil ich Bronchitis hatte und war drei mal ... wunderschönen St.

00:40:37: Peter Ordink an der Nordsee.

00:40:39: und besonders beim ersten Mal... ... habe ich Betreuerinnen gehabt, die haben mich gezwungen,... ... was zu essen,... ... weil ich nicht essen wollte, wo ich abbrochen hab auf dem Tisch.

00:40:53: Und dann durfte ich da so lange sitzen bis das Erbrochene vertrocknet war oder sonst was.

00:41:01: Also Mishandlung!

00:41:05: Ich habe wirklich diese Misshandlung noch erlebt.

00:41:09: Ich bin als Kind geschlagen worden, ich hab das selber noch erleben.

00:41:17: Das war noch die Idee in der ich groß geworden bin was ich noch mitgekriegt habe.

00:41:22: man muss den Willen der Kinder brechen und um sie dann neu aufzubauen und zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen dass diese Prinzipien habe ich wirklich noch mit gekriegt

00:41:34: Und ich glaube darüber, wenn wir uns auch unterhalten in einer der nächsten Folgen was machen eigentlich diese Systeme mit uns die wir uns geschaffen haben.

00:41:40: Also finde ich auch einen ganz wichtigen Knackpunkt ein ganz großer Schwerpunkt auch deiner Arbeit im kollektiven oder systemischen Trauma.

00:41:47: und auch mal hinzuschauen glaube ich und deshalb auch schonungslos und gleichzeitig ehrlich dass man Verbindung zu bringen, mit dem was heute passiert.

00:41:55: Also wenn wir über Schuld sprechen gerade hier in Deutschland wäre sehr schuld geprägt durch den Zweiten Weltkrieg dadurch das eben diese Aufarbeitung von der du gesprochen hast die stattgefunden hast und es hat großen Teil damit dann oder als Folge des Politik und große Teil der Gesellschaft den Mund nicht aufkriegen im Gaza-Konflikt ja weil wir uns immer noch schuldig fühlen gegenüber den Juden in Israel Da wird keine Stellung beziehen, weil wir verdammt noch mal unsere eigene Schuld nicht im Griff haben.

00:42:27: Nicht aufgearbeitet haben und dann bei etwas ins Schweigen kommen vor allem in der Politik.

00:42:33: Viele Menschen sprechen sehr offen darüber die ich am Alltag treffe.

00:42:36: aber gerade in der politik.

00:42:38: Unsere sagen stopp.

00:42:39: aus unserer eigenen Geschichte heraus sind wir verpflichtet dazu unseren Mund aufzumachen.

00:42:45: Und es ist mir so unangenehm und so Ich mache mich macht wirklich traurig peinlich, was wir da abliefern auch und uns dann nicht positionieren und wirklich voll reingehen.

00:42:55: Dass er so ein Völkermord toleriert wird.

00:42:59: Na ja... Wir haben glaube ich so eine Sprache entwickelt wo wir eben nicht mehr wahrhaftig sind und das wird so mit der Notwendigkeit einer gewissen politischen Korrektheit begründet dass man sich politisch korrekt äußern muss, wobei man sich dann fragen darf wer hat eigentlich diese Kriterien für politische Korrektheit aufgestellt und wonach?

00:43:33: richtig mich da.

00:43:34: Und das zweite ist und es ist so eine sehr neue Entwicklung ich meine Trauma ist ja nun sozusagen meine Berufung und mein Beruf und da gibt's gleichzeitig entdecke auch in diesem Feld so eine Tendenz Traumersensibel zu sein, also den Begriff Traumasensibilität wird dann oft auch eine Sprache benutzt die nicht mehr beschreibt das was ist.

00:44:05: Weil man angeblich traumasensibel sein wollte.

00:44:08: meine Erfahrung damit ist und ich arbeite ja nun viel in Afrika und im Ausland.

00:44:15: Die Leute mit denen ich arbeiten die mir auch ihre Geschichte erzählen die wollen sie genauso erzählen wie sie passiert ist.

00:44:21: Und da ist nichts Traumassensibles dabei sondern Die wollen mich und die anderen als Zeugen haben, um beschreiben zu können wie das genau war.

00:44:33: Und nichts zu beschönigen oder zu verharmlosen.

00:44:39: Das ist schon eine harte Nummer!

00:44:41: Aber was ich beobachte wenn es da sein darf... Es findet regelmäßig einer Erleichterung statt.

00:44:47: Die Leute fühlen sich untereinander mehr verbunden.

00:44:53: Es kann so ein Prozess beginnen, wo sie in einer Entwicklung kommen rauszukommen sozusagen das Sie-Schuld sein an dem was ihnen geschehen ist und dass sie beginnen können schrittweise eine Versöhnung mit sich selbst und anderen zu kommen.

00:45:11: Das was Neues mögliches aber die Art und Weise wie es oft stattfindet würde Traumasensiblen Kriterien von hier nicht genügen.

00:45:26: Und das beobachte ich eben auch, dass wir oft sozusagen unsere westliche Sichtweise auf Trauma übertragen auf den Rest der Welt und das haben wir selber die wir aus der westlichen Welt kommen oft gar nicht auf der Pfanne.

00:45:43: Dass wir einfach eine bestimmte Sichtweise und Denkweise haben Und glauben das muss woanders auch so sein meine Erfahrung ist.

00:45:51: Stimmt leider nicht,

00:45:53: ja und ich glaube also was du beschreibst es ist ja auch kontextabhängig.

00:45:58: möglicherweise brauche ich in der Sitzung eine gewisse traumasensible Sprache wenn ich nicht rechromatisieren will.

00:46:03: Aber wenn es darum geht, dass wir Wahrheit und uns ehrlich machen wollen in einem Podcast muss ja nicht ein Podcast sein.

00:46:10: Sobald wir rausgehen und sagen hey ich will die Wahrheit auf den Tisch legen, wenn ich das schöne und wenn ich dann das verklausuliere mit traumasensibler Sprache, dann verliert es diese Wichtigkeit oder an dem Moment so diese Priorität oder Klarheit auch.

00:46:25: Und ich glaube an dem Punkt wo wir stehen als Menschheit Brauchst ganz klare Worte, da brauchst du ganz klares Standing.

00:46:32: Das muss auf den Tisch gelegt werden!

00:46:35: Und ich glaube deshalb und wir kommen jetzt dann auch am Ende mit der Folge aber deshalb glaube ich ist es so wichtig weil was ich erlebe ist... Ich kriege ja viel diese Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität, Traumababbeln usw.. Es ist eine super tolle Bewegung.

00:46:56: Das heißt, da wirklich Menschen beginnen zu reflektieren.

00:46:58: Aufzuwachen und zu schauen okay was ist los bei mir?

00:47:01: Was kann ich verändern?

00:47:02: Und gleichzeitig ist sie sowas von auf sich bezogen.

00:47:06: also da kann im Iran die Welt brennen, da kann irgendwo jemand geputscht werden.

00:47:12: Da kann sonst oder immer eigenen Land.

00:47:14: hier in Deutschland wo wir uns befinden passiert auch unglaublich viel.

00:47:17: Ich kriege es über meine Schwester mit.

00:47:19: Die arbeitet im Jugendamt und da kriegt keiner den Mund auf Da wird dann nur sozusagen wieder über sich selbst.

00:47:26: Und wie kann ich mich optimieren und so weiter?

00:47:28: Und da gibt's ja ganz, ganz wichtige und tolle Bestandteile.

00:47:31: Aber diese Szene macht den Mund nicht auf.

00:47:34: Gerade die Szene, die beginnt zu reflektieren, beginnt ein gewisses Bewusstsein zu haben ... Rauch ist da draußen an der Front.

00:47:41: Die ist eine hartes Wort aber die sagen so hey!

00:47:44: Ich positioniere mich auch politisch.

00:47:48: Und das ist auch ein wichtiger Anspruch, den wir an diesem Podcast hier haben.

00:47:54: Ja, und mir ist auch noch mal wichtig zu betonen dass schonungslos und ehrlich kann trotzdem heißen liebevoll mit fühlend und achtsam.

00:48:05: Und das wir das hinkriegen das miteinander zu verbinden.

00:48:09: Das wäre zumindest auch mein eigener Anspruch und selbst wenn es hart klingt aber sozusagen ich dabei mit dem Herzen verbunden bin wenn ich das sage und ich erlebe es oft weil Ich bin oft sozusagen Ich muss oft sehr harte Wahrheiten artikulieren und sagen.

00:48:30: Mir ist noch nie einer an eine Gurke gesprungen, und er sagt du bist ein unsensibles Arschloch.

00:48:39: Sondern der flossen schon auf die Tränen.

00:48:44: aber weil es wahr war und ich es von Herzen gesagt habe hat das eher eine heilende Wirkung gehabt als eine verletzene Wirkung

00:48:52: und zeigt die Sehnsucht eigentlich auch in unserer Gesellschaft nach dieser Wahrhaftigkeit.

00:48:59: Danke Axel für die offenen Worte, waren viele Punkte dabei die mich berührt hat.

00:49:04: heute zu unserem Gespräch.

00:49:06: ich glaube viel Gemeinsamkeiten auch Unterschiede.

00:49:08: Ich denke wir werden auch in den weiteren Folgen mal wieder an Punkte kommen wo vielleicht unterschiedliche Meinungen haben.

00:49:13: aber ich denke daraus kann dann auch ganz ganz viel Erkenntnis entstehen.

00:49:18: Ich fand es ein super Start.

00:49:21: Wir gehören in zwei verschiedenen Generationen an und dass die Themen, auch wenn wir unterschiedlichen Generationen angehören auf dieselben sind.

00:49:31: Und da sozusagen auch diese Antworten, die meine Generation gefunden hat, die deine Generation findet uns auch darüber auszutauschen im schonungslos und ehrlich.

00:49:43: Vielen Dank.

00:49:44: Danke dir.

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